Deutschland beim ESC: Seit dem ersten Eurovision Song Contest 1956 schickt Deutschland jedes Jahr einen Beitrag und stand in 69 von 70 Finals. Zweimal hat Deutschland gewonnen, 1982 mit Nicole und 2010 mit Lena. Zuletzt lief es schlecht: Beim ESC 2026 landete Sarah Engels mit „Fire“ auf Platz 23 von 25. Als einer der großen Geldgeber der EBU steht Deutschland automatisch im Finale. Hier findest du die wichtigsten Zahlen, die Geschichte im Schnelldurchlauf und alle unsere Themenseiten zum deutschen ESC.
Deutschland beim ESC in Zahlen (Stand: 14. Oktober 2026)
- Finalteilnahmen: 69 von 70 ausgetragenen Wettbewerben (1956–2026), gefehlt nur 1996
- Siege: 2, nämlich 1982 (Nicole, „Ein bißchen Frieden“) und 2010 (Lena, „Satellite“)
- Zweite Plätze: 4 (1980, 1981, 1985, 1987)
- Letzte Plätze: 9, zuletzt 2022 und 2023
- Bestes Ergebnis seit 2010 (ohne Lenas Sieg): Platz 4 für Michael Schulte 2018
- ESC 2026: Platz 23 von 25, Sarah Engels mit „Fire“, 12 Punkte (alle von den Jurys)
- Gastgeber: 1957 Frankfurt am Main, 1983 München, 2011 Düsseldorf
- Status: Big Five, seit dem ESC 2000 automatisch im Finale
- Zuständiger Sender: SWR für die ARD (seit 2026, vorher NDR)
Deutschland beim ESC: die Bilanz
Deutschland ist eines der ESC-Länder der ersten Stunde. Beim ersten Wettbewerb 1956 in Lugano trat jedes Land mit zwei Liedern an, für Deutschland sangen Walter Andreas Schwarz und Freddy Quinn. Seitdem hat Deutschland jedes Jahr einen Beitrag ausgewählt. Nur 1996 fehlte Deutschland im Finale, weil Leon mit „Planet of Blue“ in einer Audio-Vorrunde ausschied.
Die Bilanz ist zweigeteilt. In den 1970ern und 1980ern war Deutschland Stammgast auf dem Podium: 11 Podiumsplätze gab es insgesamt, 35-mal Top 10. Seit 2010 hat Deutschland 16 Finals bestritten und landete im Schnitt auf Platz 18,2. Neun letzte Plätze stehen in der Statistik, vier davon seit 2015. Alle Ergebnisse von 1956 bis 2026 stehen in unserer Tabelle ESC Deutschland: alle Platzierungen.
Wie oft hat Deutschland den ESC gewonnen?
Zweimal. 1982 gewann Nicole in Harrogate (Vereinigtes Königreich) mit „Ein bißchen Frieden“ und 161 Punkten. 28 Jahre später siegte Lena 2010 in Oslo mit „Satellite“ und 246 Punkten. Lena trat ein Jahr später beim Heim-ESC in Düsseldorf erneut an und wurde Zehnte.
Ausgerichtet hat Deutschland den ESC dreimal: 1957 in Frankfurt am Main, 1983 in München und 2011 in Düsseldorf. Alle Siegerinnen und Sieger aller Länder findest du auf unserer ESC-Gewinner-Liste.
Deutschland beim ESC: Geschichte im Schnelldurchlauf
| Jahr | Was passiert ist |
|---|---|
| 1956 | Erster ESC in Lugano, Deutschland ist mit zwei Liedern dabei. |
| 1957 | Erster ESC in Deutschland (Frankfurt am Main), Margot Hielscher wird Vierte. |
| 1964/1965 | Zweimal 0 Punkte und letzter Platz (Nora Nova, Ulla Wiesner). |
| 1970–1972 | Drei dritte Plätze in Folge: zweimal Katja Ebstein, dann Mary Roos. |
| 1980/1981 | Zweimal Zweiter: Katja Ebstein („Theater“), Lena Valaitis („Johnny Blue“). |
| 1982 | Erster Sieg: Nicole mit „Ein bißchen Frieden“. |
| 1983 | ESC in München. |
| 1985/1987 | Die Gruppe Wind wird zweimal Zweite. |
| 1996 | Einziges Mal ohne Finale: Leon scheitert in der Audio-Vorrunde. |
| 1998–2000 | Guildo Horn (Platz 7), Sürpriz (Platz 3), Stefan Raab (Platz 5). |
| 2000 | Deutschland steht erstmals als Teil der „Big Four“ automatisch im Finale. |
| 2010 | Zweiter Sieg: Lena mit „Satellite“. |
| 2011 | ESC in Düsseldorf, Italien kehrt zurück, aus den Big Four werden die Big Five. |
| 2015 | Ann Sophie bleibt ohne Punkte und wird Letzte. |
| 2018 | Michael Schulte wird Vierter, bestes Ergebnis seit Lena. |
| 2020 | ESC abgesagt, Ben Dolic war bereits ausgewählt. |
| 2025 | Abor & Tynna mit „Baller“ auf Platz 15, ausgewählt in Stefan Raabs „Chefsache ESC 2025“. |
| 2026 | Der SWR übernimmt vom NDR. Sarah Engels wird mit „Fire“ 23. |
| 2027 | ESC in Burgas (Bulgarien), Finale am 15. Mai 2027. |
Deutschland beim ESC: Jahr für Jahr
Für 40 Jahrgänge haben wir eigene Seiten mit Act, Song, Vorentscheid, Ergebnis und unserer Einordnung, jeweils mit Quellen.
- 1950er: ESC 1956
- 1960er: ESC 1962 · ESC 1968
- 1970er: ESC 1970 · ESC 1971 · ESC 1972 · ESC 1975 · ESC 1976 · ESC 1979
- 1980er: ESC 1980 · ESC 1982 · ESC 1989
- 1990er: ESC 1995 · ESC 1996 · ESC 1998
- 2000er: ESC 2000 · ESC 2001 · ESC 2004 · ESC 2005 · ESC 2006 · ESC 2007 · ESC 2008 · ESC 2009
- 2010er: ESC 2010 · ESC 2011 · ESC 2012 · ESC 2013 · ESC 2014 · ESC 2015 · ESC 2016 · ESC 2017 · ESC 2018 · ESC 2019
- 2020er: ESC 2020 · ESC 2021 · ESC 2022 · ESC 2023 · ESC 2024 · ESC 2025 · ESC 2026
Big Five: Warum Deutschland nie ins Halbfinale muss
Seit dem ESC 2000 ist Deutschland als einer der größten Beitragszahler der EBU automatisch für das Finale gesetzt. Beschlossen wurde die Regel 1999, nachdem Deutschland 1996 in der Vorrunde gescheitert war. Zuerst gehörten Deutschland, Frankreich, Spanien und das Vereinigte Königreich zu diesen „Big Four“. Als Italien 2011 zurückkam, wurden daraus die Big Five. 2026 nahm Spanien nicht teil, deshalb waren nur vier große Länder automatisch im Finale.
Der Startplatz kostet: Für 2026 nannte der SWR auf Anfrage eine Teilnahmegebühr von 507.389 Euro, andere Angaben liegen höher. Was Deutschland insgesamt zahlt und wie die Gebühr berechnet wird, steht auf unserer Seite ESC-Kosten für Deutschland. Wie Halbfinals, Jury und Televoting zusammenspielen, erklären wir bei den ESC-Regeln.
So wählt Deutschland seinen ESC-Beitrag
Meist bestimmt eine Fernsehshow, wer für Deutschland antritt. Bis 2025 war der NDR zuständig, 2025 zusammen mit RTL in „Chefsache ESC 2025“ mit Stefan Raab. Seit 2026 verantwortet der SWR den deutschen Beitrag und setzt auf „Das Deutsche Finale“ im Ersten. 2026 kamen neun Acts in die Show, Sarah Engels gewann das Superfinale. Die Namen der Show wechselten oft: Von 1964 bis 1992 hieß sie meist „Ein Lied für …“ plus Gastgeberstadt, später „Unser Song für …“ und „Unser Lied für …“. 2022 trug der Vorentscheid sogar den Namen „Germany 12 Points“, genau wie unser Podcast. 2020 und 2021 gab es gar keine Show, damals wählten Jurys intern aus. Wie das Verfahren funktioniert, wie die Abstimmung läuft und wer seit 2010 gewonnen hat, erklären wir auf der Seite ESC-Vorentscheid.
ESC Deutschland: die Teilnehmer der letzten Jahre
| Jahr | Act | Song | Platz im Finale |
|---|---|---|---|
| 2026 | Sarah Engels | „Fire“ | 23 von 25 |
| 2025 | Abor & Tynna | „Baller“ | 15 von 26 |
| 2024 | Isaak | „Always on the Run“ | 12 von 25 |
| 2023 | Lord of the Lost | „Blood & Glitter“ | 26 von 26 |
| 2022 | Malik Harris | „Rockstars“ | 25 von 25 |
| 2021 | Jendrik | „I Don’t Feel Hate“ | 25 von 26 |
| 2020 | Ben Dolic | „Violent Thing“ | ESC abgesagt |
Mehrfach für Deutschland angetreten sind nur wenige: Katja Ebstein (1970, 1971, 1980) und die Gruppe Wind (1985, 1987, 1992) je dreimal, Margot Hielscher (1957, 1958), Mary Roos (1972, 1984) und Lena (2010, 2011) je zweimal. Auffällig ist, wie stark die Ergebnisse der letzten Jahre schwanken: Zwischen Platz 12 für Isaak und dem letzten Platz für Lord of the Lost lag nur ein Jahr. Eine klare Linie, welcher Act-Typ für Deutschland funktioniert, ist in den Ergebnissen nicht zu erkennen.
Zu einigen dieser Acts haben wir eigene Seiten mit Analysen und O-Tönen aus dem Podcast: Sarah Engels beim ESC und Abor & Tynna. Die Hintergründe zu Raabs Rückkehr stehen auf Stefan Raab beim ESC.
Warum verliert Deutschland beim ESC so oft?
Das ist die Frage, mit der unser Podcast angefangen hat. Seit 2015 gab es in 11 Finals nur ein Top-10-Ergebnis. 2026 gab das Publikum in Europa Deutschland 0 Punkte. Unsere Gründe reichen von schwachem Live-Gesang über Radio-Songs statt TV-Show bis zu einem Auswahlverfahren, das eher der Musikindustrie nützt. Alles mit Daten und Zitaten aus unseren Folgen auf der Seite Warum verliert Deutschland beim ESC?
ESC 2027: Deutschland in Burgas
Bulgarien hat den ESC 2026 mit Dara und „Bangaranga“ gewonnen, deshalb findet der ESC 2027 in Burgas statt. Die Halbfinals laufen am 11. und 13. Mai 2027, das Finale am 15. Mai 2027. Deutschland ist wieder direkt im Finale. Den deutschen Beitrag sucht der SWR erneut über „Das Deutsche Finale“, geplant für Februar 2027. Wer antritt, steht noch nicht fest.
- Alles zu Termin, Halle und Teilnehmerländern: ESC 2027 in Burgas
- Der deutsche Weg nach Burgas: ESC 2027 Deutschland
- Wann was im Fernsehen läuft: ESC-Sendetermine
- Für deinen ESC-Abend: ESC-Party-Kit mit Bingo und Trinkspiel
Deutsche ESC-Acts im Gespräch
Viele Acts aus dem deutschen Vorentscheid 2026 waren bei uns zu Gast und haben erzählt, wie es hinter den Kulissen aussieht. Dazu kommen Gespräche mit Leuten aus der Musikbranche:
- Molly Sue, Platz 3 im Superfinale 2026
- wavvyboi, Platz 2 im Superfinale 2026
- Marti Fischer und Ragazzki mit „Ciao Ragazzki“
- BELA mit „Herz“
- Musikproduzent Michael Dierks über Raab und Siegersongs
- Damae, Ex-Sängerin von Fragma, über die Musikindustrie
Alle Folgen findest du in unserer Podcast-Übersicht, wer hinter dem Podcast steckt, auf der Seite Katja Feller und Alexander Scharff.
Unsere Einschätzung
Dieser Abschnitt ist unsere Meinung als Podcast „Germany 12 Points!“.
Deutschland hat beim ESC alles, was ein Siegerland braucht: Geld, einen festen Finalplatz, eine riesige Fanszene und eine starke Musikbranche. Was fehlt, ist der unbedingte Wille zum Sieg. Nicole und Lena haben gezeigt, dass es geht. Beide Male stand ein klares Konzept dahinter, kein Zufall. Genau deshalb machen wir diesen Podcast: Wir wollen, dass Deutschland den ESC wieder gewinnt. Unsere Erfolgskriterien hörst du in Folge 14: SO gewinnt Deutschland den ESC.