Beim ESC 2021 hat Jendrik Deutschland mit „I Don’t Feel Hate“ vertreten und landete am 22. Mai 2021 in Rotterdam auf Platz 25 von 26 mit 3 Punkten. Alle 3 Punkte kamen von den Jurys, aus dem Publikumsvoting gab es 0 Punkte. Geschrieben hat Jendrik den Song gemeinsam mit Christoph Oswald.
- Interpret: Jendrik (Jendrik Sigwart)
- Song: „I Don’t Feel Hate“ (auf Englisch gesungen)
- Komponist/Autoren: Jendrik Sigwart, Christoph Oswald
- Platz: Platz 25 von 26 (vorletzter Platz)
- Punkte: 3 (3 von den Jurys, 0 vom Publikum)
- Austragungsort: Rotterdam, Niederlande (Rotterdam Ahoy), Finale am 22. Mai 2021
- Vorentscheid: kein öffentlicher Vorentscheid, interne Auswahl durch den NDR
Wie Jendrik ausgewählt wurde
2021 gab es in Deutschland keine Fernsehshow zur Auswahl. Der NDR entschied intern, gestützt auf zwei Gremien: eine Eurovisions-Jury aus 100 Personen und eine internationale Jury aus 20 Musikprofis. Am 6. Februar 2021 stand fest, dass Jendrik für Deutschland nach Rotterdam fährt.
Ein Jahr vorher hatte der NDR auf dieselbe Weise Ben Dolic mit „Violent Thing“ ausgewählt. Der ESC 2020 wurde wegen der COVID-19-Pandemie abgesagt, Ben Dolic kam deshalb nie auf die ESC-Bühne. Mehr dazu auf Deutschland beim ESC 2020.
Jendrik Sigwart kommt aus Hamburg und ist als Ukulele-Spieler bekannt. „I Don’t Feel Hate“ schrieb er zusammen mit Christoph Oswald. Der Song erschien am 25. Februar 2021.
So lief der ESC 2021 in Rotterdam
Als Big-Five-Land war Deutschland direkt für das Finale qualifiziert. Das fand am 22. Mai 2021 in der Rotterdam Ahoy statt. Jendrik sang mit Startnummer 15.
Das Ergebnis war ernüchternd. Deutschland bekam 3 Punkte, 2 von der österreichischen Jury und 1 von der rumänischen Jury. Das Publikum in den anderen Ländern gab Jendrik keinen einzigen Punkt. Am Ende stand Platz 25 von 26, also der vorletzte Platz.
Gewonnen hat Italien: Måneskin holten mit „Zitti e buoni“ 524 Punkte.
Was der ESC 2021 für Deutschland bedeutet
Jendriks Ergebnis passt in eine lange Serie. Seit 2015 lag Deutschland fast immer in der unteren Tabellenhälfte, die einzige Ausnahme in den Top 10 war Michael Schulte 2018 mit Platz 4. 0 Punkte aus dem Publikumsvoting gab es nicht zum ersten Mal: Schon 2019 bekamen S!sters mit „Sister“ vom Publikum 0 Punkte.
Genau dieses Muster ist ein Grund, warum es unseren Podcast gibt. Wie sich die deutschen Platzierungen über die Jahre entwickelt haben, zeigt unsere Übersicht ESC-Platzierungen Deutschlands. Unsere Analyse der Ursachen steht auf Warum verliert Deutschland beim ESC?.
ESC 2021 bei uns im Podcast
Dieser Abschnitt ist unsere Einordnung als Podcast „Germany 12 Points!“. Unseren Podcast gibt es seit Februar 2025, über Jendriks Auftritt haben wir keine eigene Folge gemacht.
Was wir aus Jahren wie 2021 ableiten, hat Katja in Folge 14 auf den Punkt gebracht. Es geht um die Frage, für wen ein deutscher ESC-Beitrag eigentlich gemacht wird:
„Man fokussiert sich zu sehr auf die deutsche Zielgruppe. Die ist aber beim ESC ja überhaupt nicht die Zielgruppe, sondern die einzige Zielgruppe zuschauermäßig ist das ausländische TV-Publikum. Weil wir können ja gar nicht für uns abstimmen.“
Katja in Folge 14, 19:17
Unsere Einschätzung: 0 Punkte vom Publikum heißen, dass der Auftritt die Zuschauerinnen und Zuschauer in den anderen Ländern nicht erreicht hat. Eine gute Botschaft allein reicht beim ESC nicht. Es braucht einen Song und eine Inszenierung, die international hängen bleiben.
Deutschland beim ESC: davor und danach
Davor: Ben Dolic und der abgesagte ESC auf Deutschland beim ESC 2020. Danach: Malik Harris mit „Rockstars“ auf Deutschland beim ESC 2022. Die ganze Geschichte seit 1956 steht auf Deutschland beim ESC.
