Molly Sue ist eine Singer-Songwriterin aus Laboe an der Ostsee, die beim deutschen ESC-Vorentscheid 2026 mit der Ballade „Optimist (Ha Ha Ha)“ angetreten ist. Im Superfinale am 28. Februar 2026 wurde sie mit 27,55 Prozent der Zuschauerstimmen Dritte hinter Sarah Engels und wavvyboi. Wir haben Molly Sue nach dem Vorentscheid für „Germany 12 Points!“ in drei Folgen interviewt: über ihren Auftritt, die Ballerina auf der Bühne, ihr Kleid und ihre Erfahrungen bei DSDS.
Steckbrief Molly Sue
- Herkunft: Laboe bei Kiel (Schleswig-Holstein)
- Alter: 25 Jahre (Stand Vorentscheid, Februar 2026)
- ESC-Song: „Optimist (Ha Ha Ha)“, geschrieben von Chris James, Molly Sue und Sam Harper
- Vorentscheid 2026: Platz 3 im Superfinale mit 27,55 % (Siegerin: Sarah Engels mit „Fire“)
- TV-Erfahrung: 2015 „The Voice Kids“ im Team Lena (Halbfinale), später DSDS
- Bei uns im Podcast: dreiteiliges Interview, S2 E09 bis S2 E11 (April 2026)
Quellen: Wikipedia: Germany in the Eurovision Song Contest 2026, dpa/Tageblatt, molly-sue.de. Stand: Oktober 2026.
Das Interview: die wichtigsten Aussagen
Alle Zitate stammen wörtlich aus unseren drei Folgen mit Molly Sue (Zeitangabe = Stelle in der Folge).
„Tatsächlich trotzdem Freude. Also ich habe mich für sie gefreut. Ich habe mich über die Erfahrung gefreut. Aber natürlich war man auch enttäuscht“
So beschreibt Molly Sue den Moment, als im deutschen Finale Sarah Engels als Siegerin feststand. Ihr Fazit danach: „Dann muss man auch ein guter Verlierer sein und sagen Gut, ist diesmal nichts geworden.“
„Lieber unterschätzt als überschätzt.“
Das kurze Snippet vor dem Vorentscheid zeigte bewusst nur die Kopfstimme. Für die Show hat ihr Team den Song noch ausgebaut und „hintenrum noch den Chor hinzugefügt, ein paar Violinen“ (Teil 1, 17:37).
„Das sieht man nicht oder die blutigen Füße, ganz hart gesagt. Und deswegen wollte ich das so ein bisschen als Symbol auch haben.“
Gemeint ist die Balletttänzerin in ihrer Inszenierung: nach außen graziös, dahinter Schmerz und Stärke. Die Idee entstand im ersten Gespräch mit dem Regisseur der Inszenierung.
„Man wird als Profi angesehen, weil man einmal auf einer großen Bühne stand, als ich 14, 15 war.“
Vor dem Live-Auftritt war sie nach eigener Aussage extrem nervös. Geholfen hat ihr ein Mental Coach vor Ort. Ihr Rat gegen Blackouts: „einfach annehmen und durchatmen“ (Teil 1, 13:06).
„Immer Simon, also wavvyboi. Also ich mochte ihn schon im Camp super gerne“
Auf die Frage nach ihrer stärksten Konkurrenz nennt sie sofort wavvyboi. Über ihre eigene Ausgangslage sagt sie: „ich mit meinen 60.000 Followern mal gucken, wie es wird“ (Teil 2, 14:22).
„Die Antwort ist einfach nein. Also ich würde Menschen empfehlen, bei The Voice Kids teilzunehmen. Da habe ich auch Erfahrung. Hundertprozentige Empfehlung.“
Das ist ihre Antwort auf die Frage, ob sie DSDS weiterempfehlen würde. Der Hintergrund folgt unten in der Zusammenfassung von Teil 3.
„es wurden so zehn Sekunden von unserem Auftritt gezeigt, wo es so aussah, als hätten wir halt einfach den Text vergessen“
Die drei Folgen im Überblick
Teil 1: Geheimfavoritin, Trecker und Lampenfieber
In S2 E09 geht es um den Weg zum Vorentscheid. Molly Sue erzählt, wie der Flügel für ihr Musikvideo an den Strand von Laboe kam: „es hat sogar der Bürgermeister geholfen, dieses Klavier mit an diesen Strand zu bringen mit einem Trecker“ (3:07). Sie spricht über ihre Musik („Also ich liebe Balladen und ich liebe emotionale Themen und Songs und verpacke die auch gerne in meinen eigenen Songs“, 4:44), über Nervosität vor einem Millionenpublikum im Fernsehen und über den Moment der Entscheidung im Finale. Wir geben zu: Nach dem ersten Snippet hatten wir sie weit unten auf der Liste, nach dem Live-Auftritt ganz vorne.
Teil 2: Ballerina, Kleid und Probenalltag
In S2 E10 sprechen wir über das Gesangsniveau im Vorentscheid, die Unterstützung durch den SWR und die Inszenierung mit Balletttänzerin. Ihr weißes Kleid mit langer Schleppe stammt vom Designer Dirk Zilken („Das war der Dirk. Dirk Zilken heißt der.“, 8:16). Sie erzählt, dass sie zum ersten Mal mit In-Ears gesungen und sich dafür eine Woche lang in einem Berliner Proberaum vorbereitet hat. Am Ende fragt sie uns, wie wir den Vorentscheid gestalten würden.
Teil 3: Show-Faktor und die DSDS-Geschichte
In S2 E11 geht es erst um die Frage, ob Deutschland ohne großen Vorentscheid besser fährt („Ich weiß, die Schweiz macht ja gar keinen Vorentscheid in die Richtung, sondern wählt einfach intern aus.“, 3:11). Dann erzählt Molly Sue von DSDS: Eingeladen per E-Mail, dachte sie an einen Gastauftritt, landete aber im Casting. Nach einer nächtlichen Gruppenprobe stiegen Mitglieder ihrer Gruppe aus, sie bekam den Text zu spät, und im Fernsehen sah es so aus, als hätte die Gruppe den Text vergessen. Über Dieter Bohlen selbst sagt sie nur: „Den fand ich ganz cool vor Ort.“ (12:43).
Unsere Einschätzung
Das ist unsere Meinung, keine Tatsachenbehauptung. Molly Sue war für uns die große Überraschung des Vorentscheids 2026. Das Snippet hat uns nicht abgeholt, der Live-Auftritt schon: Der Song baut sich mit Chor und Violinen auf, die Inszenierung mit Ballerina, Bodennebel und Schleppe erzählt eine Geschichte, und die Stimme trägt. Genau das fordern wir in unseren ESC-Erfolgskriterien: Live-Qualität und eine Show, die im Fernsehen funktioniert. Dass am Ende Sarah Engels mit deutlich größerer Social-Media-Reichweite gewonnen hat, zeigt für uns ein Grundproblem des Televotings im Vorentscheid: Gewählt wird national, beim ESC zählen aber Stimmen aus ganz Europa. Mehr dazu auf unserer Seite zum ESC-Vorentscheid und im Überblick Deutschland beim ESC.


