Beim ESC 2016 ist Deutschland mit Jamie-Lee und „Ghost“ im Finale am 14. Mai 2016 in Stockholm auf Platz 26 von 26 gelandet, mit 11 Punkten. Davon kam 1 Punkt von den Jurys und 10 Punkte aus dem Televoting. Damit war Deutschland zum zweiten Mal in Folge Letzter.
- Interpretin: Jamie-Lee (Jamie-Lee Kriewitz)
- Song: „Ghost“
- Komponist/Autoren: Anna Leyne, Conrad Hensel, Thomas Burchia
- Platz: Platz 26 von 26 (letzter Platz)
- Punkte: 11 (Jury 1, Televoting 10)
- Austragungsort: Stockholm, Schweden (Ericsson Globe), Finale am 14. Mai 2016, Startnummer 10
- Vorentscheid: „Unser Lied für Stockholm“ am 25. Februar 2016 in Köln, Sieg mit 44,5 Prozent
Wie Jamie-Lee ausgewählt wurde: von „The Voice“ zum ESC
Jamie-Lee Kriewitz war Ende 2015 bekannt geworden. Sie gewann die fünfte Staffel von „The Voice of Germany“, das Finale lief am 17. Dezember 2015. Gut zwei Monate später stand sie im deutschen Vorentscheid.
„Unser Lied für Stockholm“ lief am 25. Februar 2016 aus Köln. 10 Acts traten an, jeder mit einem Song. Abgestimmt hat nur das Publikum, in zwei Runden. Jamie-Lee lag schon in der ersten Runde vorn. Im Finale gewann sie mit 44,5 Prozent vor Alex Diehl und Avantasia. Wie die deutschen Vorentscheide aufgebaut sind, erklären wir auf der Seite zum ESC-Vorentscheid.
Geschrieben haben „Ghost“ Anna Leyne, Conrad Hensel und Thomas Burchia.
So lief der ESC 2016 in Stockholm
Das Finale fand am 14. Mai 2016 im Ericsson Globe in Stockholm statt. Als Big-Five-Land war Deutschland direkt im Finale, Jamie-Lee sang mit Startnummer 10.
2016 gab es eine wichtige Regeländerung. Seitdem vergibt jedes Land zwei getrennte Punktesätze, einen von seiner Jury und einen aus dem Televoting. Für Deutschland fiel das Ergebnis in beiden Wertungen schwach aus: 1 Jurypunkt, 10 Punkte vom Publikum. Mit 11 Punkten wurde Jamie-Lee Letzte. Gewonnen hat die Ukraine: Jamala holte mit „1944“ 534 Punkte. Wie die Punktevergabe heute funktioniert, steht auf unserer Seite zu den ESC-Regeln.
Was von 2016 bleibt
2015 und 2016 hintereinander auf dem letzten Platz: Das war der Tiefpunkt einer schwachen Phase. Insgesamt landete Deutschland bis 2026 neunmal auf dem letzten Platz, 2016 ist einer davon. Erst 2018 kam mit Michael Schulte und Platz 4 die Wende.
Auffällig ist die Verteilung der Punkte. Das Publikum gab Jamie-Lee mehr Punkte als die Jurys. Bei späteren deutschen Beiträgen war es oft umgekehrt, zum Beispiel 2019 und 2026 mit 0 Punkten aus dem Televoting. Alle Ergebnisse mit Jury- und Publikumspunkten stehen auf ESC-Platzierungen Deutschlands, unsere Analyse auf Warum verliert Deutschland beim ESC?
ESC 2016 bei uns im Podcast
Dieser Abschnitt ist unsere Einordnung als Podcast „Germany 12 Points!“. Über Jamie-Lee haben wir noch keine Folge gemacht. Unseren Podcast gibt es seit Februar 2025.
Der ESC 2016 kam bei uns trotzdem vor. In Folge 26 haben wir mit einer Sängerin gesprochen, die in Stockholm selbst auf der Bühne stand:
„Ihr ganzer Name ist Gabriela Gončíkova und sie hat 2016 Tschechien zum ersten Mal in das Finale des Eurovision Song Contest geführt.“
Alexander in Folge 26, 06:16
Unsere Einschätzung: Jamie-Lee hatte etwas, das vielen deutschen Beiträgen fehlt, einen eigenen, wiedererkennbaren Look. Der Song selbst blieb aber zu ruhig, um in einem Finale mit 26 Beiträgen hängen zu bleiben. Ein starkes Bild ersetzt keinen Song, der nach dem ersten Hören im Kopf bleibt.
Deutschland beim ESC: davor und danach
Ein Jahr vorher gab es 0 Punkte für Ann Sophie: Deutschland beim ESC 2015. Danach kam Levina mit „Perfect Life“: Deutschland beim ESC 2017. Die ganze Geschichte seit 1956 steht auf Deutschland beim ESC.
