wavvyboi ist ein nichtbinärer Sänger und Songwriter aus Liechtenstein, der beim deutschen ESC-Vorentscheid 2026 mit „Black Glitter“ angetreten ist. Im Superfinale am 28. Februar 2026 wurde wavvyboi mit 34,15 Prozent der Zuschauerstimmen Zweiter hinter Sarah Engels. Wenige Tage vor dem Vorentscheid haben wir wavvyboi für „Germany 12 Points!“ interviewt: über seine Rockshow, warum beim ESC jeder Frame zählt und wie viel „Rampensau“ in ihm steckt.
Steckbrief wavvyboi
- Bürgerlicher Name: Simon Vogt-Grande
- Herkunft: geboren 1998 in Balzers (Liechtenstein), lebt in Köln
- ESC-Song: „Black Glitter“ (Universal Music)
- Vorentscheid 2026: Platz 2 im Superfinale mit 34,15 %; laut Wikipedia Favorit der internationalen Jury in Runde 1
- ESC 2026: verkündete in Wien die Punkte der deutschen Jury
- Charts: Album „all die engel & daemonen sind wir selbst“ (2022) laut Wikipedia auf Platz 9 in Deutschland
- Bei uns im Podcast: S2 E05 (Februar 2026, vor dem Vorentscheid)
Quellen: Wikipedia (de), Wikipedia (en), Germany in the Eurovision Song Contest 2026, Universal Music. Stand: Oktober 2026.
Das Interview: die wichtigsten Aussagen
Alle Zitate stammen wörtlich aus S2 E05, aufgenommen vor dem deutschen Finale am 28. Februar 2026 (Zeitangabe = Stelle in der Folge).
„Es wird eine Rockshow. Es gibt natürlich viele Gitarren. Es gibt eine Band.“
So kündigt er seinen Auftritt mit „Black Glitter“ an. Wer ihn schon live gesehen hat, soll das Gefühl wiedererkennen, nur „plus 1000 Mal stärker“.
„sobald ich irgendwie auf dieser Bühne lande mit einer Gitarre, es verändert sich“
Auf unsere Frage, ob er eine Rampensau ist, antwortet er mit Ja. Als Kind hat er Auftritte wie bei Rock am Ring geschaut und sich die eigene Bühne lange vorgestellt.
„Also für die Fernsehshow, da bereiten wir alles komplett, also wirklich jeder Frame ist vorbereitet.“
Mit dem Stage-Team sei er in fast täglichem Austausch: wann die Gitarre kommt, wie der Einstieg aussieht, welcher Schritt wann passiert.
„weil es ist ein One-Take. Du musst es hitten, es muss alles perfekt sein.“
„Du hast ja nur knapp drei Minuten, um die Leute zu überzeugen und ihnen zu zeigen, was du kannst und jeder Frame zählt da einfach dazu“
Genau diese Haltung vermissen wir seit Jahren bei deutschen ESC-Beiträgen. Gewinnersongs der letzten Jahre hatten durchchoreografierte Auftritte mit programmierten Kameras, eher Musikvideo als Live-Show.
„Es haben einfach immer wieder Leute gesagt, hey, das wird doch passen bei dir, du passt da irgendwie rein.“
So kam er zum ESC: weil er visuell denkt und Stage-Design liebt. Die Idee, eine ganze Botschaft in drei Minuten Show zu packen, findet er „schon sehr cool“.
„die können ja alle viel besser singen als ich“
Bei der Frage nach seinen stärksten Konkurrenten im Vorentscheid nennt er Ragazzki, Sarah Engels oder Molly Sue „wegen der Stimme“ und gibt sich bei sich selbst bescheiden.
Die Folge im Überblick
S2 E05: So tickt ESC-„Rampensau“ wavvyboi
Das Interview in S2 E05 kam spontan zustande: wavvyboi rief selbst an, weil der Termin noch in seinem Kalender stand. Wir sprechen über seinen Look (Katja fühlte sich an Ziferblat aus der Ukraine erinnert, er hatte deren Anzüge tatsächlich auf Pinterest gesehen), über die Vorbereitung auf die TV-Show und über unsere Trennung zwischen privatem Musikgeschmack und ESC-Potenzial. Dazu sagt er: „Kunst und Musik ist ja lustigerweise super subjektiv“ (10:30). Im Schnellfragen-Spiel „wavvyboi Wave“ verrät er, dass er die 70er wegen „Jimi Hendrix, The Doors etc.“ (11:56) mag, lieber Anzug als Schlafanzug trägt und ohne seine „Mähne“ nicht er selbst ist. Zum Schluss geht es um seine Community auf Discord: „Wir haben 5.800 Leute da drauf.“ (16:45).
wavvyboi beim deutschen Finale 2026: so ging es aus
Im deutschen Finale am 28. Februar 2026 traten neun Acts an. In Runde 1 wählte eine 20-köpfige internationale Jury drei davon für das Superfinale aus, laut englischer Wikipedia war „Black Glitter“ dabei ihr Favorit. Im Superfinale entschied dann allein das Publikum: Sarah Engels gewann mit „Fire“ und 38,30 Prozent, wavvyboi wurde mit 34,15 Prozent Zweiter, Molly Sue mit 27,55 Prozent Dritte. Beim ESC in Wien war wavvyboi trotzdem zu sehen: als deutscher Sprecher, der live die Punkte der deutschen Jury verkündete. Sarah Engels landete im Finale auf Platz 23 von 25.
Unsere Einschätzung
Das ist unsere Meinung, keine Tatsachenbehauptung. wavvyboi war vor dem Vorentscheid einer unserer Favoriten, und das Interview hat das bestätigt. Er denkt den ESC so, wie wir ihn analysieren: als Fernsehshow, in der Inszenierung, Kamera und Live-Energie über die Punkte entscheiden. Rock mit Glam-Look und klarer visueller Handschrift hätte Deutschland in Wien ein eigenes Profil gegeben. Dass das Televoting im deutschen Finale anders entschieden hat, ändert an unserer Einschätzung nichts: Für uns hatte er das größte Show-Potenzial im Feld. Mehr zum Ablauf und zur Abstimmung findest du auf unserer Seite zum ESC-Vorentscheid, die Gesamtbilanz unter Deutschland beim ESC.
