Abor und Tynna sind ein Geschwisterduo aus Wien, das Deutschland beim ESC 2025 in Basel mit dem Song „Baller“ vertreten hat. Sängerin Tynna (Tünde Bornemisza) und ihr Bruder Abor (Attila Bornemisza) gewannen den deutschen Vorentscheid „Chefsache ESC 2025“ am 1. März 2025 mit 34,9 Prozent der Publikumsstimmen. Im ESC-Finale am 17. Mai 2025 kamen Abor & Tynna mit 151 Punkten auf Platz 15 von 26.
Wichtig: Wir haben nicht mit Abor & Tynna gesprochen. Unsere sieben Folgen zum Duo sind Analysen und Reactions von uns beiden Hosts. Alle Zitate auf dieser Seite stammen von Katja Feller und Alexander Scharff.
- Act: Abor & Tynna, Geschwister aus Wien
- Song: „Baller“ (auf Deutsch), erschienen am 24. Januar 2025
- Vorentscheid: Chefsache ESC 2025, Sieg im Superfinale am 1. März 2025 mit 34,9 Prozent
- ESC: Finale am 17. Mai 2025 in Basel, als Big-Five-Land direkt qualifiziert
- Ergebnis: Platz 15 von 26 mit 151 Punkten
- Charts: Platz 3 in Deutschland und Österreich, Platz 5 in der Schweiz
Wer sind Abor & Tynna?
Hinter Abor & Tynna stehen Attila und Tünde Bornemisza, zwei Geschwister aus Wien. Für Deutschland traten sie an, weil ihr deutsches Label sie für den Vorentscheid vorgeschlagen hatte. Im Dezember 2024 stellten sie sich in einem nicht öffentlichen Casting vor, damals noch mit einem anderen eigenen Song.
Ein Wiener Duo singt für Deutschland, und im Finale gewinnt ausgerechnet Österreich: JJ holte 2025 mit „Wasted Love“ und 436 Punkten den Sieg für das Heimatland von Abor & Tynna.
Chefsache ESC 2025: So kamen Abor und Tynna zum ESC
Den deutschen Beitrag 2025 suchten NDR und ARD gemeinsam mit RTL und Stefan Raab. Für „Chefsache ESC 2025 – Wer singt für Deutschland?“ gingen 3.281 Bewerbungen ein, 24 Acts kamen in die Shows. Die Vorrunden und das Halbfinale liefen im Februar 2025 bei RTL, das Finale am 1. März 2025 im Ersten. Raab saß als Chefjuror in der Jury.
Auf Raabs Rat hin wählte das Duo „Baller“ als Vorentscheid-Song. Im Finale bestimmte die Jury fünf Acts für das Superfinale, dort entschied allein das Publikum:
| Platz | Act | Song | Stimmen |
|---|---|---|---|
| 1 | Abor & Tynna | Baller | 34,9 % |
| 2 | Lyza | Lovers on Mars | 31,1 % |
| 3 | Moss Kena | Nothing Can Stop Love | 22,6 % |
| 4 | Leonora | This Bliss | 7,0 % |
| 5 | The Great Leslie | These Days | 4,4 % |
Wie der deutsche Vorentscheid seitdem funktioniert und was sich 2026 geändert hat, erklären wir auf unserer Seite zum ESC-Vorentscheid.
Abor und Tynna: „Baller“
„Baller“ erschien am 24. Januar 2025 und ist auf dem Album „Bittersüß“ enthalten. Der Song war deutlich mehr als ein ESC-Beitrag: In Deutschland und Österreich stieg er bis auf Platz 3 der Single-Charts, in der Schweiz bis auf Platz 5.
Genau diese Zweiteilung zieht sich durch unsere Folgen. Als Radio- und Streaming-Song funktioniert „Baller“, als ESC-Auftritt hat er uns nicht überzeugt. Warum wir beides trennen, steht weiter unten.
Abor & Tynna beim ESC 2025: Platz 15 in Basel
Die Vorbereitung lief holprig. Im April 2025 sagte das Duo Auftritte bei ESC-Pre-Partys in London und Madrid ab, weil Tynna an einer Kehlkopfentzündung litt. Ende April war sie wieder fit.
Als Big-Five-Land war Deutschland direkt für das Finale am 17. Mai 2025 qualifiziert. Dort kamen Abor & Tynna mit 151 Punkten auf Platz 15 von 26. Das war schlechter als Platz 12 für Isaak 2024, aber deutlich besser als der letzte Platz 2023. Alle deutschen Ergebnisse seit 1956 findest du in unserer Übersicht ESC-Platzierungen Deutschlands.
Die Debatte um Abors alte Posts
Im Juni 2025, einige Wochen nach dem ESC, wurden alte Social-Media-Beiträge öffentlich, unter anderem auf Reddit, die Abor zugeschrieben wurden. Abor bestritt zunächst, dass der Account ihm gehört, räumte es dann aber ein und entschuldigte sich auf Instagram. Die Beiträge seien „zum Teil einige Jahre alt“, schrieb er, und er bereue sie „wirklich sehr“.
In unserer Spezialfolge „Der Abor-Skandal“ haben wir über den Vorgang und sein Statement gesprochen. Neue Vorwürfe haben wir dabei nicht erhoben. Katja hat sich ausdrücklich gegen Spekulationen ausgesprochen:
„Wir wissen es nicht. Wir wollen da auch nicht länger rum spekulieren.“
Katja in Spezial: Der Abor-Skandal, 04:23
Was wir im Podcast dazu sagen
Dieser Abschnitt ist unsere Meinung als Podcast „Germany 12 Points!“. Die Folgen sind Analysen und Reactions, keine Interviews mit Abor & Tynna.
Starker Song, schwacher ESC-Auftritt
Katja hat „Baller“ schon nach dem Vorentscheid als Hit gesehen und das in Folge 23 noch einmal betont:
„Nämlich, er ist auf Deutsch gesungen und dann noch so ein Banger, der wird richtig durch die Decke gehen.“
Katja in Folge 23, 02:31
Der Auftritt auf der ESC-Bühne war für uns aber eine andere Sache. Alex hat direkt nach dem zweiten Halbfinale, in dem das Duo außer Konkurrenz auftrat, die fehlende Dramaturgie kritisiert:
„Also es ist keine visuelle Erzählung da drin. Also es gibt keinen Aufbau, es steigert sich nicht.“
Alexander in Spezial: zweites Halbfinale, 11:25
„Der ESC ist ja eine TV-Show. Und um dort zu gewinnen, reicht ein Song, ein guter Song, ein starker Song einfach nicht aus.“
Katja in Folge 23, 04:28
Für eine Formulierung in der Halbfinal-Folge haben wir Kritik aus der Community bekommen. Alex hat das in der Spezialfolge aufgegriffen:
„Das ist eine konstruktive Kritik. Die nehmen wir gerne auf.“
Alexander in Spezial: Der Abor-Skandal, 13:56
Live-Gesang und Krankheit
Am Live-Gesang haben wir uns in mehreren Folgen gerieben. Fair bleiben wollten wir trotzdem: Wer krank ist, singt nicht sauber, und das haben wir beim Vorentscheid berücksichtigt.
„Aber wenn die Person deswegen nicht sauber singen kann, dann ist das für mich in Ordnung.“
Katja in Folge 24, 12:22
In Folge 21 haben wir ein Gedankenspiel gemacht: Was wäre, wenn man die Komposition mit einer anderen Stimme kombiniert hätte? Das war ein Urteil über die ESC-Performance, kein Urteil über Tynna als Künstlerin. Den Ausgangspunkt hat Alex so formuliert:
„Weil was nämlich gefehlt hat, die Melodie war ja stark und die ganze Komposition war ja stark […]“
Alexander in Folge 21, 18:05
Charterfolg ist nicht gleich ESC-Erfolg
Viele Kommentare warfen uns vor, wir würden dem Duo den Erfolg nicht gönnen. Unsere Antwort in den Q&A-Folgen:
„Songs, die beim ESC sind, können natürlich durchaus auch Partyhits werden. Aber ein Partyhit ist nicht unbedingt ein Track, der beim ESC gewinnen kann.“
Katja in Folge 24, 08:27
„Wir wollen nicht die Radiocharts stürmen mit dem Podcast. Und nach diesen Kriterien bewerten wir. Das hat nichts mit Gönnen oder Nichts Gönnen zu tun.“
Alexander in Folge 23, 12:08
Die Rolle der Musikindustrie
In Folge 25 ging es um die Frage, wie ernst Labels den ESC nehmen. Unsere These: Für viele ist er eher ein Promotion-Termin als ein Wettbewerb, den man gewinnen will.
„[…] einfach nur eine kleine Maßnahme im Marketingplan und nicht der größte Musikwettbewerb der Welt.“
Alexander in Folge 25, 10:00
Eine Zweitmeinung vom Vocal Coach
In den Dierks Studios bei Köln haben wir den US-Gesangslehrer Ken Tamplin getroffen und ihm den Finalauftritt vorgespielt. Seine Einschätzung auf Englisch, sinngemäß: zu repetitiv, er hätte sich mehr Melodie gewünscht, und für einen Siegersong hielt er „Baller“ nicht. Alex hat das danach so zusammengefasst:
„Also im Prinzip hat er durch die Blume gesagt, es ist langweilig.“
Alexander in Folge 26, 22:15
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Der Abor-Skandal: Was hinter den alten Posts steckt
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