Für den ESC 2027 sucht Deutschland seinen Beitrag wieder über „Eurovision Song Contest – Das Deutsche Finale“, eine Live-Show im Ersten, die für einen Samstagabend im Februar 2027 geplant ist. Verantwortlich ist der SWR, der für die ARD den deutschen ESC-Beitrag betreut. Wer Deutschland in Burgas vertritt, steht noch nicht fest: Rund 400 Bewerbungen sind eingegangen, rund 40 Beiträge sind nach der ersten Runde noch im Rennen. Das ESC-Finale selbst läuft am 15. Mai 2027, Deutschland ist dafür direkt qualifiziert.
Stand: 14. Oktober 2026. Diese Seite aktualisieren wir laufend, sobald SWR und ARD neue Details zum deutschen Vorentscheid veröffentlichen.
Wer entscheidet über den deutschen ESC-Beitrag 2027?
Die Auswahl läuft in mehreren Stufen. Am Anfang stand eine offene Bewerbungsphase vom 15. Juli bis zum 21. September 2026, 12 Uhr. Bewerben konnten sich Acts und Songwriter, die am 1. Januar 2027 mindestens 18 Jahre alt sind, einen engen Bezug zu Deutschland haben und in Deutschland oder einem Nachbarland leben.
Für die Songs galten diese Regeln:
- höchstens drei Minuten lang
- vor dem 1. September 2026 weder veröffentlicht noch öffentlich aufgeführt
- jede Sprache erlaubt
- keine mit KI erzeugten Songs
Die Bewerbungen hat zuerst ein fünfköpfiges „ESC Music Team“ gesichtet: Jules Kalmbacher, Pele Loriano, Florian Müller, Celina Spanier und Lilly Behling. Laut ESC kompakt haben auch Teile des SWR-ESC-Teams mitgehört und bewertet. In einer zweiten Runde schauen Musikprofis und Menschen mit ESC-Erfahrung auf die verbliebenen Beiträge. Wer am Ende im Deutschen Finale steht, entscheidet der SWR.
| Schritt | Zeitraum | Status |
|---|---|---|
| Bewerbungsphase für Acts und Songs | 15. Juli bis 21. September 2026 | abgeschlossen |
| Optionale SWR-Songwriting-Camps | Sommer 2026 | abgeschlossen, 25 Bewerbungen kamen aus den Camps |
| 1. Auswahlrunde (Music Team und SWR) | Herbst 2026 | abgeschlossen: rund 40 von rund 400 Beiträgen weiter |
| 2. Auswahlrunde (Musikprofis, ESC-Fachleute) | Herbst/Winter 2026 | läuft laut Berichten |
| Bekanntgabe der Acts im Deutschen Finale | noch nicht bekannt | offen |
| Das Deutsche Finale 2027 (Das Erste, ARD Mediathek) | Februar 2027, Samstagabend | genaues Datum offen |
| ESC-Finale in Burgas | 15. Mai 2027 | bestätigt |
Das Deutsche Finale 2027: Termin, Format, Abstimmung
Fest steht: Das Deutsche Finale kommt zurück, wieder als Live-Show im Ersten und in der ARD Mediathek, geplant für einen Samstagabend im Februar 2027. Noch offen sind das genaue Datum, der Ort, die Moderation, das Teilnehmerfeld und das Abstimmungsverfahren. Der SWR sagt, der Zeitplan sei „intern noch in der Abstimmung“.
Zum Vergleich das Format von 2026: Am 28. Februar 2026 traten in Berlin neun Acts an, moderiert von Barbara Schöneberger und Hazel Brugger. Eine 20-köpfige internationale Jury wählte drei Acts ins Superfinale, dort entschied allein das Publikum. Ob der SWR dieses Modell 2027 wiederholt, ist nicht bestätigt. Wie du 2027 abstimmen kannst, also über welche Wege und mit welcher Gewichtung von Jury und Publikum, haben SWR und ARD noch nicht veröffentlicht. Wir tragen es hier nach, sobald es feststeht.
Kann man sich noch bewerben? Nein. Die Frist ist am 21. September 2026 abgelaufen. Einen allgemeinen Überblick, wie Vorentscheide funktionieren, findest du auf unserer Seite zum ESC-Vorentscheid.
Was 2026 passiert ist: Platz 23 für Sarah Engels
2026 gewann Sarah Engels mit „Fire“ das Deutsche Finale. Im Superfinale kam sie auf 38,30 Prozent der Publikumsstimmen, vor wavvyboi mit „Black Glitter“ (34,15 Prozent) und Molly Sue mit „Optimist (Ha Ha Ha)“ (27,55 Prozent). Beim ESC-Finale am 16. Mai 2026 in Wien landete „Fire“ dann auf Platz 23, dem drittletzten Rang. Alle zwölf Punkte kamen von den Jurys, aus dem Publikumsvoting bekam Deutschland keinen einzigen Punkt. Gewonnen hat Bulgarien mit Dara und „Bangaranga“.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Act und Song | Sarah Engels, „Fire“ |
| Platz im ESC-Finale | 23 |
| Punkte gesamt | 12 |
| davon Jury | 12 |
| davon Publikum | 0 |
| Siegerland | Bulgarien (Dara, „Bangaranga“) |
Unsere Reaktion auf den Vorentscheid-Abend hörst du in „Sarah Engels siegt beim ESC-Vorentscheid – Reaction“ (S2 E06). Danach haben wir uns zwei Folgen lang mit der Frage beschäftigt, warum es international nicht reicht: „Deutschland kann international nicht mithalten“ (S2 E07) und „Musikexpertise reicht für den ESC nicht aus“ (S2 E08). Die Vorschau vor dem Vorentscheid steht in „Sarah Engels, Ragazzki, Laura Nahr – Wer wird gewinnen?“ (S2 E01).
Unsere Interviews mit den Vorentscheid-Acts 2026
Vier Acts aus dem Deutschen Finale 2026 waren bei uns im Podcast und haben erzählt, wie so ein Vorentscheid von innen aussieht. Wer verstehen will, wie der Weg zum ESC 2027 abläuft, findet hier viel Material aus erster Hand:
- Molly Sue (Platz 3 im Superfinale) in drei Teilen: über den Vorentscheid 2026, Teil 1 (S2 E09), Teil 2: von blutigen Füßen und Outfits (S2 E10) und Teil 3: Molly Sue über DSDS (S2 E11)
- Ragazzki mit Marti Fischer und David Starosciak: über ihren Weg nach Wien (S2 E02) und Teil 2 des Interviews (S2 E03)
- BELA: das „verbotene“ Interview zu „Herz“ (S2 E04)
- wavvyboi (Platz 2 im Superfinale): So tickt ESC-„Rampensau“ wavvyboi (S2 E05)
Molly Sue über den ESC-Vorentscheid 2026 (Teil 1)
Molly Sue: Blutige Füße & Outfits beim Vorentscheid (Teil 2)
Molly Sue über DSDS und den ESC (Interview Teil 3)
Ragazzki im Interview: Marti Fischer & David Starosciak
Marti Fischer (Ragazzki) im Interview – Teil 2
BELA im Interview: Mit „Herz“ zum ESC-Vorentscheid 2026
wavvyboi: So tickt die ESC-„Rampensau“
Was wir für 2027 erwarten und uns wünschen
Dieser Abschnitt ist unsere Meinung als Podcast „Germany 12 Points!“, keine Faktenlage.
Unsere Mission ist klar: Deutschland soll den ESC wieder gewinnen. Platz 23 und null Publikumspunkte zeigen, dass ein Vorentscheid-Sieg in Deutschland noch nichts über die Chancen in Europa sagt. 2026 hat das deutsche Publikum gewählt, Europa hat anders entschieden. Für 2027 wünschen wir uns deshalb ein Verfahren, das stärker auf die internationale Wirkung schaut.
Was wir positiv sehen:
- Der SWR bleibt beim Deutschen Finale. Ein offener Vorentscheid mit Show im Ersten ist besser als eine reine Hinterzimmer-Auswahl, weil Acts sich vor Publikum beweisen müssen.
- Im Music Team sitzt mit Pele Loriano ein Produzent, der an den Siegersongs 2024 und 2025 beteiligt war. Genau diese Erfahrung hat aus unserer Sicht zu oft gefehlt.
- Die Songwriting-Camps sind ein Versuch, gezielt ESC-taugliche Songs zu bauen, statt nur auf Einsendungen zu warten.
Was wir kritisch sehen:
- Rund 400 Bewerbungen sind ungefähr so viele wie im Vorjahr. Eine echte Aufbruchstimmung in der Branche lässt sich daraus nicht ablesen.
- Solange das Abstimmungsverfahren nicht feststeht, wissen wir nicht, ob Jury-Know-how und Publikumsgeschmack 2027 besser zusammenfinden als 2026.
- Der Zeitplan ist Mitte Oktober noch offen. Je später die Acts feststehen, desto weniger Zeit bleibt für Bühnenkonzept und Promotour bis Mai.
Unsere Wunschliste für den deutschen Beitrag 2027 ist kurz: ein Song, der in den ersten 30 Sekunden packt, ein Act, der live stabil singt (ab 2027 schreibt die EBU vor, dass die Hauptmelodie live kommen muss), und ein Bühnenbild, das man nach drei Minuten noch beschreiben kann. Mehr zu unseren Rezepten hörst du in „SO gewinnt Deutschland den ESC“ (Folge 14). Den Gesamtüberblick über Termine, Halle und Teilnehmerländer findest du auf unserer Seite zum ESC 2027 in Burgas, die deutsche ESC-Geschichte auf Deutschland beim ESC.






