Beim ESC 1968 sang die Norwegerin Wencke Myhre für Deutschland „Ein Hoch der Liebe“ und belegte am 6. April 1968 in London Platz 6 von 17 mit 11 Punkten. Musik und Dirigat kamen von Horst Jankowski, den Text schrieb Carl J. Schäuble. Es war der erste ESC, der in Farbe produziert und gesendet wurde.
- Interpretin: Wencke Myhre (Norwegen), auf Deutsch gesungen
- Song: „Ein Hoch der Liebe“
- Komponist/Autoren: Horst Jankowski (Musik), Carl J. Schäuble (Text)
- Platz: Platz 6 von 17
- Punkte: 11
- Austragungsort: London, Vereinigtes Königreich (Royal Albert Hall), 6. April 1968
- Vorentscheid: kein öffentlicher Vorentscheid belegt; zuständig war der Hessische Rundfunk für die ARD
Wie Wencke Myhre zum ESC kam
Wencke Myhre, in Norwegen Wenche Myhre geschrieben, ist Norwegerin. Für Deutschland sang sie trotzdem auf Deutsch. Federführend für den deutschen Beitrag war 1968 der Hessische Rundfunk im Auftrag der ARD.
Wie genau die Wahl auf sie und „Ein Hoch der Liebe“ fiel, ist schlecht dokumentiert. Die deutschsprachige Wikipedia zählt 1968 zu den Jahren, in denen die ARD ihren Beitrag ohne Publikumsabstimmung auswählte. Eine zweite unabhängige Quelle dafür haben wir nicht gefunden, die englischsprachige Wikipedia und eurovisionworld nennen für 1968 keinen Vorentscheid. Diese Angabe ist deshalb nicht gesichert.
Gesichert ist das Team hinter dem Song: Horst Jankowski schrieb die Musik und dirigierte beim ESC auch das Orchester, Carl J. Schäuble lieferte den Text.
So lief der ESC 1968 in London
Der Wettbewerb fand am 6. April 1968 in der Royal Albert Hall in London statt. 17 Länder traten an. Zum ersten Mal wurde der ESC in Farbe produziert und ausgestrahlt. Durch den Abend führte Katie Boyle.
Wencke Myhre sang mit Startnummer 16, also als vorletzte. Sie holte 11 Punkte und landete auf Platz 6. Mit heutigen Punktzahlen lässt sich das nicht vergleichen, weil sich das Wertungssystem seitdem mehrfach geändert hat. Vorne wurde es extrem knapp: Spanien gewann mit Massiel und „La, la, la“ und 29 Punkten, nur 1 Punkt vor Cliff Richard, der für das Vereinigte Königreich „Congratulations“ sang und 28 Punkte bekam.
Wie Platz 6 einzuordnen ist
Für Deutschland war 1968 ein ordentliches Jahr im vorderen Mittelfeld. Platz 6 hatte auch schon Conny Froboess 1962 erreicht. Die 1960er brachten Deutschland 7 Top-10-Platzierungen in 10 Wettbewerben, aber keinen Platz unter den ersten 3. Im Jahr darauf, 1969, kam Deutschland mit Siw Malmkvist und „Primaballerina“ auf Platz 9. Das änderte sich erst 1970 mit Katja Ebstein und Platz 3.
Interessant ist 1968 vor allem, weil Deutschland eine ausländische Künstlerin ins Rennen schickte, die auf Deutsch sang. Alle deutschen Ergebnisse im Überblick findest du in der Tabelle ESC-Platzierungen Deutschlands.
ESC 1968 bei uns im Podcast
Zu Wencke Myhre und dem ESC 1968 gibt es bei uns noch keine Folge. Über deutschsprachige Songs beim ESC und darüber, warum eine klare eigene Handschrift hilft, sprechen wir in Folge 14: So gewinnt Deutschland den ESC.
Unsere Einordnung: Eine Künstlerin aus einem anderen Land für Deutschland singen zu lassen, war 1968 kein Problem und ist es heute auch nicht. Entscheidend ist der Song. Was Deutschland aus unserer Sicht heute anders machen müsste, sammeln wir auf Warum verliert Deutschland beim ESC?
Deutschland beim ESC: davor und danach
Davor: Conny Froboess und „Zwei kleine Italiener“ auf Deutschland beim ESC 1962. Danach: Katja Ebstein und „Wunder gibt es immer wieder“ auf Deutschland beim ESC 1970. Die ganze Geschichte seit 1956 steht auf Deutschland beim ESC.
