Beim ESC 2005 landete Deutschland mit Gracia und „Run & Hide“ am 21. Mai 2005 in Kiew auf Platz 24 von 24 mit 4 Punkten, dem letzten Platz. Gracia hatte den Vorentscheid „Germany 12 Points!“ im Finale mit 52,8 Prozent gewonnen. Überschattet wurde ihr ESC-Jahr von einer Affäre um gekaufte Chartplatzierungen.
- Interpretin: Gracia
- Song: „Run & Hide“
- Komponist/Autoren: David Brandes und Jane Tempest (Musik), John O’Flynn alias Bernd Meinunger (Text)
- Platz: Platz 24 von 24 (letzter Platz)
- Punkte: 4
- Austragungsort: Kiew, Ukraine, 21. Mai 2005
- Vorentscheid: „Germany 12 Points!“ am 12. März 2005 in Berlin
Wie Gracia ausgewählt wurde: „Germany 12 Points!“ 2005
Wie im Jahr davor hieß der deutsche Vorentscheid „Germany 12 Points!“. Er lief am 12. März 2005 aus der Arena Berlin in Treptow, moderiert von Reinhold Beckmann. 10 Acts traten an, das Publikum stimmte in zwei Runden per Telefon und SMS ab.
Anders als 2004 arbeitete der NDR dabei nicht mehr mit dem Musiksender VIVA zusammen. Das Teilnehmerfeld stellte ein NDR-Gremium aus Vorschlägen der Plattenfirmen zusammen.
Gracia kam per Wildcard ins Teilnehmerfeld. Grundlage dafür war, dass „Run & Hide“ in den deutschen Singlecharts platziert war. In Runde 1 lag sie mit 16,70 Prozent nur auf Platz 2, hinter Nicole Süßmilch & Marco Matias mit 22,69 Prozent. Im Finale drehte sie das Ergebnis und gewann mit 52,8 zu 47,2 Prozent.
Geschrieben haben den Song David Brandes und Jane Tempest (Musik) sowie John O’Flynn, ein Pseudonym von Bernd Meinunger (Text). Meinunger hatte 1982 schon den Text zu Nicoles „Ein bißchen Frieden“ geschrieben.
Die Chart-Affäre um „Run & Hide“
Ausgerechnet die Chartplatzierung, die Gracia die Wildcard gebracht hatte, wurde zum Problem. Produzent David Brandes räumte ein, dass CDs seiner Künstler gezielt gekauft worden waren, um sie in die Charts zu bringen. „Run & Hide“ wurde daraufhin vorübergehend aus den deutschen Charts genommen.
An Gracias Teilnahme änderte das nichts: Sie blieb die deutsche Vertreterin für Kiew.
So lief der ESC 2005 in Kiew
Das Finale fand am 21. Mai 2005 in Kiew statt. Deutschland war als „Big Four“-Land direkt qualifiziert und sang mit Startnummer 17. Am Ende standen 4 Punkte, Platz 24 von 24.
Gewonnen hat Griechenland: Helena Paparizou holte mit „My Number One“ 230 Punkte.
Einordnung: der erste letzte Platz seit 1995
Für Deutschland war es der erste letzte Platz seit 1995, als Stone & Stone mit „Verliebt in Dich“ 1 Punkt holten. Insgesamt ist Deutschland bis 2026 neunmal Letzter geworden, darunter 2015, 2016, 2022 und 2023. Alle Jahrgänge findest du in der Übersicht ESC-Platzierungen Deutschlands.
ESC 2005 bei uns im Podcast
Dieser Abschnitt ist unsere Einordnung als Podcast „Germany 12 Points!“. Über Gracia und den ESC 2005 haben wir bisher keine Folge gemacht.
Unsere Einschätzung: 2005 zeigt, wie wenig ein Platz in den heimischen Charts über die Chancen beim ESC sagt. Beim ESC stimmt nicht das deutsche Radiopublikum ab, sondern Zuschauerinnen und Zuschauer in ganz Europa. Welche Kriterien aus unserer Sicht zählen, haben wir in Folge 14 besprochen. Die wichtigsten Gründe für Deutschlands schwache Platzierungen sammeln wir auf Warum verliert Deutschland beim ESC?
Deutschland beim ESC: davor und danach
Davor: Max Mutzke mit „Can’t Wait Until Tonight“ auf Deutschland beim ESC 2004. Danach: Texas Lightning mit „No No Never“ auf Deutschland beim ESC 2006. Die ganze Geschichte seit 1956 steht auf Deutschland beim ESC.
