Den ESC 2015 gewann Måns Zelmerlöw für Schweden: Mit „Heroes“ holte er am 23. Mai 2015 in Wien 365 Punkte. Russland wurde mit 303 Punkten Zweiter, Italien mit 292 Dritter. Deutschland und Gastgeber Österreich blieben beide ohne Punkt, Ann Sophie landete mit „Black Smoke“ auf dem letzten Platz.
ESC 2015 auf einen Blick
- Sieger: Måns Zelmerlöw (Schweden)
- Song: „Heroes“, geschrieben von Anton Hård af Segerstad, Joy Deb und Linnea Deb
- Punkte: 365
- Austragungsort: Wiener Stadthalle, Wien, Österreich
- Datum: Finale am 23. Mai 2015, Halbfinals am 19. und 21. Mai
- Moderation: Mirjam Weichselbraun, Alice Tumler und Arabella Kiesbauer, im Green Room Conchita Wurst
- Teilnehmer: 40 Länder, 27 Beiträge im Finale
- Deutschland: Ann Sophie mit „Black Smoke“, Platz 27 mit 0 Punkten (Deutschland beim ESC 2015)
Die komplette Rangliste des ESC 2015
Alle 27 Finalbeiträge mit Platz und Punkten, dazu die im Halbfinale ausgeschiedenen Länder. Deutschland ist fett markiert.
| Platz | Land | Interpret | Song | Punkte |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Schweden | Måns Zelmerlöw | „Heroes“ | 365 |
| 2 | Russland | Polina Gagarina | „A Million Voices“ | 303 |
| 3 | Italien | Il Volo | „Grande amore“ | 292 |
| 4 | Belgien | Loïc Nottet | „Rhythm Inside“ | 217 |
| 5 | Australien | Guy Sebastian | „Tonight Again“ | 196 |
| 6 | Lettland | Aminata | „Love Injected“ | 186 |
| 7 | Estland | Elina Born and Stig Rästa | „Goodbye to Yesterday“ | 106 |
| 8 | Norwegen | Mørland and Debrah Scarlett | „A Monster Like Me“ | 102 |
| 9 | Israel | Nadav Guedj | „Golden Boy“ | 97 |
| 10 | Serbien | Bojana Stamenov | „Beauty Never Lies“ | 53 |
| 11 | Georgien | Nina Sublatti | „Warrior“ | 51 |
| 12 | Aserbaidschan | Elnur Hüseynov | „Hour of the Wolf“ | 49 |
| 13 | Montenegro | Knez | „Adio“ | 44 |
| 14 | Slowenien | Maraaya | „Here for You“ | 39 |
| 15 | Rumänien | Voltaj | „De la capăt“ | 35 |
| 16 | Armenien | Genealogy | „Face the Shadow“ | 34 |
| 17 | Albanien | Elhaida Dani | „I'm Alive“ | 34 |
| 18 | Litauen | Monika Linkytė and Vaidas Baumila | „This Time“ | 30 |
| 19 | Griechenland | Maria Elena Kyriakou | „One Last Breath“ | 23 |
| 20 | Ungarn | Boggie | „Wars for Nothing“ | 19 |
| 21 | Spanien | Edurne | „Amanecer“ | 15 |
| 22 | Zypern | John Karayiannis | „One Thing I Should Have Done“ | 11 |
| 23 | Polen | Monika Kuszyńska | „In the Name of Love“ | 10 |
| 24 | Vereinigtes Königreich | Electro Velvet | „Still in Love with You“ | 5 |
| 25 | Frankreich | Lisa Angell | „N'oubliez pas“ | 4 |
| 26 | Österreich | The Makemakes | „I Am Yours“ | 0 |
| 27 | Deutschland | Ann Sophie | „Black Smoke“ | 0 |
Im Halbfinale ausgeschieden (13 Beiträge)
| Halbfinale | Platz | Land | Interpret | Song | Punkte |
|---|---|---|---|---|---|
| Halbfinale 1 | 11 | Moldau | Eduard Romanyuta | „I Want Your Love“ | 41 |
| Halbfinale 1 | 12 | Belarus | Uzari and Maimuna | „Time“ | 39 |
| Halbfinale 1 | 13 | Dänemark | Anti Social Media | „The Way You Are“ | 33 |
| Halbfinale 1 | 14 | Niederlande | Trijntje Oosterhuis | „Walk Along“ | 33 |
| Halbfinale 1 | 15 | Mazedonien | Daniel Kajmakoski | „Autumn Leaves“ | 28 |
| Halbfinale 1 | 16 | Finnland | Pertti Kurikan Nimipäivät | „Aina mun pitää“ | 13 |
| Halbfinale 2 | 11 | Malta | Amber | „Warrior“ | 43 |
| Halbfinale 2 | 12 | Irland | Molly Sterling | „Playing with Numbers“ | 35 |
| Halbfinale 2 | 13 | Tschechien | Marta Jandová and Václav Noid Bárta | „Hope Never Dies“ | 33 |
| Halbfinale 2 | 14 | Portugal | Leonor Andrade | „Há um mar que nos separa“ | 19 |
| Halbfinale 2 | 15 | Island | Maria Olafs | „Unbroken“ | 14 |
| Halbfinale 2 | 16 | San Marino | Anita Simoncini and Michele Perniola | „Chain of Lights“ | 11 |
| Halbfinale 2 | 17 | Schweiz | Mélanie René | „Time to Shine“ | 4 |
So lief der ESC 2015
Der ESC 2015 war die 60. Ausgabe, ein Jubiläum. Nach Conchita Wursts Sieg war Wien zum zweiten Mal nach 1967 Gastgeber, gespielt wurde in der Wiener Stadthalle unter dem Motto „Building Bridges“. Zum ersten Mal moderierten drei Frauen: Mirjam Weichselbraun, Alice Tumler und Arabella Kiesbauer. Conchita Wurst übernahm den Green Room.
Zum Jubiläum lud die EBU Australien ein, wo der ESC eine große Fangemeinde hat. Australien durfte direkt im Finale antreten, dadurch standen 27 Beiträge im Finale, so viele wie nie zuvor. Insgesamt waren 40 Länder dabei. Zypern und Serbien kehrten zurück, Tschechien nach fünf Jahren Pause. Die Ukraine setzte aus.
Das Voting brachte eine Premiere: Schweden gewann die Jurywertung, beim Publikum lag aber Italien mit Il Volo vorn. Zum ersten Mal seit 2009 gewann damit nicht der Favorit der Zuschauer. Russland schaffte mit Polina Gagarina 303 Punkte, so viele wie nie ein Land, das nicht gewonnen hat. Weil der russische Act im Vorjahr ausgebuht worden war, setzten die Veranstalter erstmals Technik ein, die Buhrufe im Fernsehton überdecken konnte.
Schweden übernahm die Führung erst mit der 27. Wertung, den Punkten aus dem Vereinigten Königreich, und gab sie nicht mehr ab. Nach der 36. Wertung aus Zypern stand der Sieg fest. Am anderen Ende der Tabelle gab es ein Novum: Österreich und Deutschland blieben ohne einen einzigen Punkt. Null Punkte im Finale hatte es seit 2003 nicht gegeben, und noch nie war ein Gastgeber punktlos geblieben. 2015 war zugleich das letzte Jahr des Punktesystems, das seit 1975 galt.
Der Siegersong: „Heroes“
„Heroes“ schrieben Anton Hård af Segerstad, Joy Deb und Linnea Deb. Auf der Bühne interagierte Måns Zelmerlöw mit einem projizierten, animierten Strichmännchen, das Bild dieses Jahrgangs. Für Schweden war es der sechste Sieg und der zweite in drei Jahren. Nur Irland hatte damals mit sieben Siegen mehr.
Unsere Einschätzung: „Heroes“ zeigt, wie viel die Show beim ESC ausmacht. Der Song ist eingängig, aber erst die Inszenierung mit den Animationen macht daraus einen Auftritt, an den man sich erinnert. Dass die Jurys ihn vorn sahen und das Publikum Il Volo, passt dazu: Das Gesamtpaket hat gewonnen. Mehr dazu auf Wie gewinnt man den ESC?.

Deutschland beim ESC 2015
Den Vorentscheid „Unser Song für Österreich“ gewann eigentlich Andreas Kümmert, doch er verzichtete noch in der Sendung. So fuhr Ann Sophie nach Wien, die über das Clubkonzert als Wildcard dazugekommen war. Mit „Black Smoke“ blieb sie ohne Punkt. Weil bei Punktgleichstand die Startreihenfolge entschied und Österreich früher gesungen hatte, wurde Deutschland Letzter, auf Platz 27. Mehr dazu auf Deutschland beim ESC 2015.
ESC 2015 bei uns im Podcast
Dieser Abschnitt ist unsere Meinung als Podcast „Germany 12 Points!“. In Folge 27 haben wir unsere ESC-Lieblinge aller Zeiten gesammelt, und Måns Zelmerlöw durfte nicht fehlen:
„Und weißt du, wer auch eine schwedische ESC-Legende ist? […] Den fand ich auch richtig toll.“
Alexander in Folge 27, 14:05
„Ja, das haben wir ja alle auch noch im Kopf.“
Katja in Folge 27, 14:21
Vorher und nachher
Davor: Conchita Wurst gewinnt für Österreich beim ESC 2014 in Kopenhagen. Danach: Stockholm richtet aus, beim ESC 2016 gewinnt Jamala mit neuem Wertungssystem. Alle Siegerinnen und Sieger seit 1956 stehen in unserer ESC-Gewinnerliste.
