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Folge 17: DIE GROßE ESC-VERSCHWÖRUNG

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ESC-Podcast: Germany 12 Points!
Folge 17: DIE GROßE ESC-VERSCHWÖRUNG
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Folge 17 heißt „Die große ESC-Verschwörung“, und der Titel ist natürlich zugespitzt. Katja und Alex gehen der Frage nach, welche Rolle die Musikindustrie beim deutschen ESC-Vorentscheid und beim Eurovision Song Contest spielt. Ihre These: Für Plattenfirmen ist der ESC vor allem eine günstige Promo-Bühne, ein Sieg ist dabei gar nicht das Ziel. Als aktuelles Beispiel nehmen sie die ungarische Akustik-Version von „Baller“ unter die Lupe, die Abor & Tynna auf dem offiziellen Eurovision-Kanal veröffentlicht haben. Was folgt, ist unsere Meinung und Einschätzung, gestützt auf Katjas Erfahrung aus Radio und Musikbranche, keine bewiesene Absprache.

Die wichtigsten Aussagen

Der ESC als Gratis-Promotion

Katja und Alex blicken auf den Vorentscheid 2024 zurück: Acht Acts waren direkt gesetzt, ein Platz wurde über eine Wildcard-Show vergeben. Nach Katjas eigener Auszählung hatten drei Viertel der direkt gesetzten Acts schon einen Plattenvertrag. Für die Labels sei das attraktiv:

„Denn das ist natürlich für die Musikindustrie eine riesengroße Promotion.“

Katja, 3:44

Warum Labels nicht ihre stärksten Acts schicken

Alex argumentiert mit dem Produktlebenszyklus aus der BWL: Geschickt werden eher Newcomer, die Bekanntheit brauchen, oder Acts, die noch einen letzten Schub gebrauchen können.

„Und deswegen schickt man auch nicht seine stärksten Künstler. Weil die Fallhöhe ist dort einfach viel größer, wenn dieser Künstler beim ESC einfach nicht performt.“

Alexander, 4:45

Katja ergänzt, dass ein Flop jahrelange Investitionen in einen etablierten Act auf einen Schlag gefährden kann:

„Also der ESC ist tatsächlich für etablierte Künstler ein sehr, sehr großes Risiko.“

Katja, 5:19

Kein Interesse am Sieg?

Die Kernthese der Folge: Radio-Airplay, Tourneen und Merchandising im eigenen Land zählen für die Labels mehr als ein ESC-Sieg.

„Also der ESC wird eher als Bühne genutzt, damit die Künstler dann auf Tour gehen können, Konzerttickets verkaufen und damit Einkommen generieren.“

Katja, 9:52

Warum Radio-Songs beim ESC oft nicht funktionieren, erklären wir in Folge 14: So gewinnt Deutschland den ESC. Zum Vergleich verweist Katja auf Länder, die mit aufwendigen Shows antreten, und auf Diaspora-Stimmen, etwa von Menschen, die nach den Jugoslawienkriegen in ganz Europa leben.

Wichtig: Die Leidenschaft der Acts stellen wir nicht in Frage

„Also genau, wir wollen jetzt niemandem unterstellen, dass er das nicht macht. Das ist natürlich immer die Hauptmotivation.“

Katja, 11:40

Gemeint ist die Musik aus Liebe zur Sache. Künstlerinnen und Künstler stecken enorm viel Zeit hinein und müssen davon leben, dahinter stehen aber Labels und Management mit eigenen Interessen. Das hatte uns zuvor auch Damae im Interview bestätigt.

„Baller“ auf Ungarisch

Ungarn hat 2025 wie schon seit 2020 nicht am ESC teilgenommen. Die ungarische Version hilft im Wettbewerb also nicht. Katja sieht darin eine Markterweiterung, etwa mit Blick auf die großen Sommerfestivals in Budapest:

„Und man nutzt jetzt ganz einfach den Hype und die Aufmerksamkeit des ESC, um einfach andere Märkte zu erschließen.“

Katja, 13:17

Die Reaktionen sind trotzdem herzlich, wie Alex beobachtet:

„Aber die Ungarn in den Kommentaren, die drehen durch tatsächlich, dass, obwohl sie ja gar nicht am ESC teilnehmen, trotzdem ein Lied quasi für sie auf Ungarisch gemacht worden ist.“

Alexander, 15:14

Unsere Einordnung

Zur Fairness gehört: Abor & Tynna haben ungarische Wurzeln. Ihr Vater ist Ungar, und laut Tynna sind die beiden zweisprachig aufgewachsen, Ungarisch ist ihre Muttersprache. Die ungarische Version kann also genauso gut eine echte Verbeugung vor der eigenen Herkunft sein. Unsere These zu den Motiven der Labels ist eine Einschätzung, keine nachgewiesene Tatsache.

Unbestritten ist, dass Deutschland mit Radio-tauglichen Beiträgen beim ESC lange wenig Erfolg hatte, 2022 und 2023 landete Deutschland jeweils auf dem letzten Platz. 2025 holten Abor & Tynna mit „Baller“ Platz 15. Die ganze Bilanz zeigen unsere ESC-Platzierungen Deutschlands. Wie sich der Vorentscheid seit 2024 verändert hat, von gesetzten Acts zu Raabs offenem Casting, erklären wir unter ESC-Vorentscheid. Mehr zum Duo gibt es auf der Seite zu Abor & Tynna, und unsere ausführliche Analyse unter Warum verliert Deutschland beim ESC?

Häufige Fragen zur Folge

Warum gibt es „Baller“ von Abor & Tynna auf Ungarisch?
Abor & Tynna haben ungarische Wurzeln, Ungarisch ist laut Tynna ihre Muttersprache. Wir vermuten zusätzlich, dass die Version neue Märkte und Festivals erschließen soll. Das ist unsere Einschätzung.
Hat Ungarn beim ESC 2025 teilgenommen?
Nein. Ungarn ist seit 2020 nicht mehr beim Eurovision Song Contest angetreten.

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Transkript der Folge

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Alexander: Ja Katja, die letzte Folge war doch der Hammer, oder? Mit Damei.

Katja: Ja, die letzten beiden Folgen.

Alexander: Ja, die letzten beiden Folgen mit Damei. Wie fandest du Damei?

Katja: Super, eine ganz, ganz tolle Frau. Super interessant, auch total lustig, was sie alles erzählt hat über ihre Erlebnisse. Wir müssen das nochmal kurz sagen, Damei, die Ex-Sängerin von Fragma. Talkers Miracle sage ich da nur als Stichwort zu. Und sie hat auch ganz viel über ihre Erlebnisse erzählt.

Einspieler: Obwohl die überall rumgekommen ist.

Katja: Ich sage nur, Stichwort Madonna. Ja. Stichwort Madonna. Wenn ihr wissen wollt, was Damei mit Madonna zu tun hat, dann hört in unsere letzten beiden Folgen rein. Es ist eine ziemlich krasse Geschichte, sage ich dazu nur. Und apropos auch krasse Geschichte, wir hatten doch Michael Dierks davor.

Alexander: Ja, und der hatte auch einige Geschichten. Harry Styles. Und Harry Styles.

Katja: Und Michael Dierks ist auch sowas von lustig. Ihr packt euch weg, hört euch wirklich die Folgen mit Michael Dierks an. Es ist wirklich sowas von lustig. Ja. Wir freuen uns auf jeden Fall, dass wir die für unseren Podcast gewinnen konnten. Und da sind wir eigentlich auch schon direkt bei unserem Thema heute, nämlich was der ESC und die Musikindustrie alles gemeinsam haben. Wir sind da in der Folge mit Damei auch drauf eingegangen schon.

Alexander: Ja, total. Das war echt spannend, muss man echt sagen. Was wir da für Einblicke bekommen haben.

Katja: Aber das wussten wir ja eigentlich schon vorher, Alex, komm. Ja, natürlich. Wir wussten schon vorher, wie sehr die Musikindustrie den Eurovision Song Contest auch beeinflusst und auch unter ihrer Fuchtel hat und den ESC auch für sich benutzt.

Einspieler: Komm, das wussten wir schon vorher.

Alexander: Absolut. Das haben wir auch schon 2024 analysiert für den Vorentscheid. Ja. Weil ich finde, und du findest das ja auch, Katja, dass gerade dieser Vorentscheid eigentlich so prototypisch ist. Typisch dafür steht, wie das miteinander verwandelt ist, wie das miteinander verklüngelt ist. Das kann man ja an dem Verfahren, wie das im letzten Jahr gewesen ist, einfach total einfach ablesen. Das muss man ja auch einfach mal so sagen.

Katja: Lass uns da nochmal zurückgucken. Im letzten Jahr war das so, es gab von vornherein Direktkandidaten, die für den ESC-Vorentscheid gesetzt waren. Es gab dann noch eine Möglichkeit über ein, ich sag mal, formloses Casting. Um in den deutschen ESC-Vorentscheid hereinzukommen.

Alexander: Aber es gab nur einen Platz. Nur einen Platz, genau.

Katja: Das war wirklich. Das, was dieses Jahr durch Herrn Raab im groß, breit angelegten Casting durchgeführt wurde. Dafür gab es dann letztes Jahr nur einen einzigen Platz. Und die Direktkandidaten, ich hatte mir das letztes Jahr mal angeschaut, 75 Prozent der Direktkandidaten, also die direkt gesetzt waren für den deutschen ESC-Vorentscheid, hatten bereits einen Plattenvertrag. 75 Prozent. Also drei Viertel.

Alexander: Und es gab acht Teilnehmer, die quasi schon gesetzt waren, die quasi das First Class Ticket bekommen haben. Und ein einziges halt für die Holz-Klasse. Das war schon wirklich sehr, sehr merkwürdig.

Katja: Naja, nicht nur merkwürdig, sondern die Frage ist ja, wie kann das denn sein, dass rein zufällig drei Viertel der Kandidaten beim ESC sind. Ja, genau. Ich glaube, dass die Direktkandidaten, die im ESC-Vorentscheid im letzten Jahr schon einen Plattenvertrag hatten. Die Antwort ist relativ einfach, dass die Plattenfirmen da natürlich sehr eng mit den Verantwortlichen des deutschen ESC-Vorentscheids auch zusammenarbeiten. Und da schon gewisserweise Vorschläge einreichen.

Denn das ist natürlich für die Musikindustrie eine riesengroße Promotion. Kostenlos im Übrigen. Fast. Also die Marketingkosten sind dafür nicht so groß, die sie sonst dafür aufbringen müssten. Und da wird natürlich schon eng mit den Redakteuren zusammengearbeitet. Man kennt sich über Jahre hinweg und kann so ganz einfach unbekannte Künstler platzieren. Weil, Alex?

Alexander: Weil diese Künstler eben auch ein gewisses Risiko bergen. Oder eben im Produktlebenszyklus. Den kennt man aus der BWL. Eben entweder ganz am Anfang stehen. Das heißt, es sind hohe Investitionen im Marketing notwendig, um den Künstler überhaupt bekannt zu machen. Oder sie stehen am Ende ihres Lebenszyklus. Das heißt, sie sind eigentlich schon ausgebrannt und man kann eigentlich nicht mehr so viel machen. Aber da hilft der ESC für einen gewissen Push, um nochmal so ein bisschen rauszuholen mit dem aktuellen Song.

Nochmal Bekanntheit mitzunehmen. Presseklicks. Streams auf Spotify. Die ja immer wichtiger werden. Bzw. dass ja eigentlich die wichtigste Kenngröße inzwischen geworden ist. Auch bei der Chartplatzierung. Und ja, es gibt halt viel zu gewinnen. Und im schlimmsten Fall, wenn es halt nicht klappt mit dem ESC, hat man aber auch nichts zu verlieren. Und deswegen schickt man auch nicht seine stärksten Künstler. Weil die Fallhöhe ist dort einfach viel größer, wenn dieser Künstler beim ESC einfach nicht performt.

Weil der Song zu mittelmäßig ist oder sonst irgendwas.

Katja: Ja, dann ist der sofort verbrannt. Und da werden die ganzen Investitionskosten, die vorher ins Marketing gesteckt wurden, um diesen Künstler über Jahre hinweg aufzubauen, die werden dann mit einem Schlag kaputt gemacht. Also der ESC ist tatsächlich für etablierte Künstler ein sehr, sehr großes Risiko.

Alexander: Das wird quasi wie eine Resterampe behandelt.

Einspieler: Ja, so ein bisschen schon.

Katja: Und was wir hiermit eigentlich sagen wollen. Ich glaube, die meisten Leute verstehen das gar nicht. Ich habe ja direkt auch Einblicke gehabt ins Musikbusiness. Durch meine berufliche Vergangenheit. Das Wort Musikbusiness drückt es schon aus. Also die Musikindustrie ist ein knallhartes Business. Das ist nicht nur so ein bisschen. Ach, wir singen da mal und haben da ein bisschen Spaß.

Alexander: Der Künstler ist halt das Produkt.

Katja: Der Künstler ist das Produkt mit seinen Songs. Und da geht es knallhart um Moneten. Knallhart. Das wird nur nach außen hin. Merkt ihr das nicht? Dass das eigentlich das Ziel ist. Weil es eben so charmant und charismatisch verkauft wird. Weil hier geht es ja um Entertainment. Das Produkt ist Entertainment.

Alexander: Ja, da erzählt dann der Künstler im Interview, dass das kein ganz persönliches Album ist. Und das kann für den Künstler ja auch so sein. Aber für die Musikindustrie ist das auf keinen Fall so. Nee, das ist PR. Das ist klassische PR.

Katja: Und tatsächlich ist der ESC auch ein sehr, sehr großer PR-Punkt. Auf der Liste der Musikindustrie. Das heißt, um unbekannte Künstler zu pushen, werden die da reingeworfen. Und wir merken ja auch in Deutschland in der Vergangenheit hat die Musikindustrie da auch nicht viel investiert. Also keine große Show herumgebaut. Im Gegensatz zu den anderen Ländern. Und es wird dann auch immer so viel rumgenörgelt. Ach, die südosteuropäischen oder die osteuropäischen Länder

schieben sich die Punkte hin und her. Aber Alex, die haben ja da auch richtig einen reingeballert. Erstmal haben die da super Acts auf die Bühne gestellt. Die haben immer tolle Shows gemacht. Und dann kommt das ja auch mit hinzu, dass, ich sag mal, Deutsche in den anderen europäischen Ländern ja nicht so viel vorhanden sind. Also die wenigsten Deutschen wandern ja vielleicht aus nach Bosnien. Vielleicht noch nach Spanien, wenn du dann irgendwie deinen Ruhestand dort genießt.

Umgedreht ist das ja aber so gewesen. Die Bilder auf Mallorca. Ja, genau. Umgedreht ist das ja so gewesen, dass zum Beispiel durch den Jugoslawienkrieg die Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien ja in ganz Europa auch geflüchtet sind und deswegen auch in diesen Ländern dann wohnen. Und deswegen eben auch aus Deutschland, aus Polen, aus, weiß ich nicht, Frankreich, wo auch immer sie dann hingegangen sind, für ihre ehemaligen Gebiete sozusagen voten können.

Und das deswegen auch, die so viele Punkte bekommen haben aus so vielen Ländern. Das muss man ja auch mal so im Hinterkopf behalten. Aber die haben natürlich auch immer Top-Acts auf die Bühne gestellt. Sehr fantasiv.

Einspieler: Die haben das nicht dem Zufall überlassen.

Katja: Nein, nein, nein, auf gar keinen Fall. Während hier bei uns in Deutschland der ESC wirklich nur als Promotion-Produkt verwendet wird, damit ihr die Musikindustrie sehr, sehr viel Geld sparen kann.

Alexander: Ja, und das ist etwas, was absolut nicht zum Sieg führt, weil das ist ja eigentlich auch faul. Also es ist ja wirklich. Absolut. Der Low-Effort-Ansatz schlechthin.

Katja: Ja, weil der ESC automatisch. Genau, der ESC sorgt ja automatisch für kostenlose Klicks und Presse. Einfach durch das Event an sich. Und jetzt kommt es, Alex. Wir haben das ja schon letztes Jahr für uns analysiert. Die Plattenfirmen haben eigentlich gar kein Interesse am Sieg beim ESC.

Alexander: Ja, eben wegen des hohen Risikos. Und weil es ist ja auch ausreichend, wenn du auf nationalem Level ein bisschen einen Push hast. Wenn du einen Push bekommst. So, übrigens Prost. Ich habe mir einen Kaffee gemacht.

Katja: So, und jetzt klären wir auf. Warum haben Plattenfirmen kein Interesse am Sieg beim ESC? Leute, das ist relativ einfach. Wir haben ja schon in anderen Podcast-Folgen gesagt, dass die ESC-Songs in der Vergangenheit, die liefen im Radio ganz gut, aber halt meistens beim ESC eher nicht so. Da sind sie weit hinten gelandet. Genau, weil das Ziel nämlich ist, dass sie viele Radioplays erwischen und damit Geld verdienen. Über die Radioplays, Verkäufe, Konzerte.

Also der ESC wird eher als Bühne genutzt, damit die Künstler dann auf Tour gehen können, Konzerttickets verkaufen und damit Einkommen generieren. Und da geht natürlich ein großer Teil auch an die Plattenfirmen, auch für das Merchandising und so weiter. Und wir haben ja auch schon in den letzten Folgen analysiert, dass es Unterschiede gibt bei Songs fürs Radio und für den ESC. Hört gerne mal in die vergangenen Folgen rein, dann erfahrt ihr das. Warte mal, in welcher Folge war das dann, Alex?

Dass wir direkt auf den …

Alexander: Die Folge hieß … Ja, genau, die Folge hieß Folge 14. So gewinnt Deutschland den ESC. Dort haben wir über die Erfolgsfaktoren gesprochen, Katja.

Einspieler: Die Folge hieß Folge 14? Das klingt auch lustig, wie du das gesagt hast.

Katja: Hört da gerne mal in Folge 14 rein tatsächlich. Da erklären wir das ein bisschen genauer. Müssen wir jetzt nicht nochmal alles auf den Tisch bringen, wenn wir es da schon erzählt haben. Genau. Also das ist halt tatsächlich der wichtigste Grund. Das ist der nationale Markt, gerade bei unbekannten Künstlern. Und wenn es dann rein zufällig noch über die Landesgrenzen so ein bisschen hinausschwappen sollte, ja perfekt, dann können wir die Künstler da auch noch auf Tour schicken,

generieren noch zusätzliche Klicks und Promotion. Perfekt, aber … Das ist eine gute Kosten-Nutzung. Ja, ja, genau. Das ist eine gute Kosten-Nutzung. Da sind wir wieder direkt in der BWL drin. Ja, die meisten werden denken, oh, langweilig. Ja, langweilig erzählt. Aber die BWL ist tatsächlich ein ganz, ganz wichtiger Faktor in der Musikindustrie bei den Musikmanagern. Ja. Ich flüstere das jetzt mal rein.

Einspieler: Es gibt noch niemand zu. Es gibt niemand zu. Aber ich weiß das.

Alexander: Ja, weil wir alle total authentisch und ehrlich sind. Ja, natürlich.

Katja: Und die sind ja alle nur aus Hobby. Da reicht ja, wenn sie sich da abends nach ihrer 40-Stunden-Woche dann nochmal pro Abend nochmal vier Stunden hinsetzen, Social Media machen, Songs produzieren. Ja, ja, nur aus Spaß. Also genau, wir wollen jetzt niemandem unterstellen, dass er das nicht macht. Das ist natürlich immer die Hauptmotivation. Hat der May auch übrigens gesagt. Der Künstler selber, ja. Genau, der Künstler selber. Aber am Ende, dieser zeitliche Aufwand, der da reinfließt,

der ist wirklich für Künstler enorm. Und die müssen da natürlich auch Geld mit verdienen. Das ist ja ganz klar. Und im Hintergrund stehen natürlich immer Labels und Plattenfirmen. Und Manager, das haben wir auch im Podcast bestätigt bekommen, nochmal direkt von der May, die natürlich erst recht Geld mit den Künstlern verdienen wollen. So. Und übrigens, das ist jetzt auch eigentlich eine gute Überleitung mit ABBA und Tünner. Da gibt es doch eine News, Alex.

Alexander: Ja, und zwar haben wir und ihr da draußen vielleicht auch auf dem offiziellen ESC-Channel, also nicht dem deutschen ESC-Channel, es gibt ja zwei, sondern auf dem englischsprachigen Eurovision-Channel haben wir eine neue Version von Balla entdeckt. Und zwar auf ungarisch, die auch anders interpretiert worden ist. Also das ganze Lied klingt auch total ungarisch-traditionell. Also nicht so wie der deutsche Song, der mehr auf Disco ausgelegt ist, sondern den haben sie komplett umgestellt und auf ungarisch gesungen.

Und wenn man in die Kommentare schaut, dann weiß man auch direkt, welche Wirkung nämlich damit erzielt werden sollte, Katja.

Katja: Ja, die erste Frage ist ja, warum macht man das auf ungarisch? Hat das jetzt irgendeinen Bezug zum ESC? Nein. Nein. Ungarn ist gar nicht mit dabei beim ESC. Das heißt, das jetzt zu machen, hilft ihnen bei der Teilnahme beim Eurovision Song Contest null. Aber die Strategie dahinter ist eine ganz andere. Denn die Eltern bzw. der Papa von ABBA und Tünner ist nämlich Ungar. Und man nutzt jetzt ganz einfach den Hype und die Aufmerksamkeit des ESC, um einfach andere Märkte zu erschließen.

Mhm. Und da es diese persönliche Verbindung zu Ungarn gibt, jetzt Ungarn aber auch kein großes Land ist, auch nicht großartig finanzkräftig ist, macht das eigentlich von der Warte her auch gar keinen Sinn, um da jetzt vielleicht großartig Plattenverkäufe zu generieren. Nein, es geht da rein um die Aufmerksamkeit. Aber weißt du, was in Ungarn häufig stattfindet, Alex? Was denn? Riesengroße Festivals im Sommer. Ach, echt? Ja, riesengroße Festivals in Budapest.

Das sind Wahnsinns-Dinger. Da pilgern die Leute aus der ganzen Welt nach Budapest. Dafür ist Ungarn wirklich sehr, sehr bekannt. Und da wollen sie ihren Fokus drauf legen.

Alexander: Ja, natürlich, wenn man ja mit Festivals auch mehr Geld verdient mit Live-Auftritten.

Einspieler: Ja, natürlich, natürlich.

Katja: Das heißt, diese ganze PR-Sache jetzt mit Ungarn ist überhaupt nicht das Ziel dahinter, dass ihnen das weiterhilft für den ESC, sondern einfach nur ausgelegt, dass sie auch danach Bestand haben. Und das bestätigt ja auch gerade das, was wir vorher gesagt haben. Man nutzt den ESC für maximale Aufmerksamkeit. Und am Beispiel von ABBA und Tünner sehen wir, selbst wenn es gar nicht für den ESC hilfreich ist. Und die nächste These, die wir aufgestellt haben,

dass die Platten- und Musikindustrie gar kein Interesse am ESC haben, wird hier direkt bestätigt. Ja, total. Mit dieser Vorgehensweise.

Alexander: Aber die Ungarn in den Kommentaren, die drehen durch tatsächlich, dass, obwohl sie ja gar nicht am ESC teilnehmen, trotzdem ein Lied quasi für sie auf Ungarisch gemacht worden ist.

Katja: Ich weiß es von einer Freundin, die tatsächlich Ungarisch lernt, weil sie auch total gerne dahin fährt. Und Ungarisch ist eine extrem schwere Sprache, ist ja auch nur ein winziges Land mit nur ganz wenigen Einwohnern. Die Ungarn sind total begeistert, wenn du einfach nur schon drei Worte zu denen auf Ungarisch sagst, weil sie eben so klein sind. Und das ist natürlich für die was ganz Besonderes und eine ganz tolle Ehre. Und da freue ich mich auch ganz ehrlich für die Ungarn.

Aber ich möchte auch einfach hier den Hintergrund aufdecken, warum das wirklich gemacht wird. Das ist jetzt, nach außen hin wird gesagt, so nach dem Motto als, wie nennt man das, als Ehre für die ungarische Herkunft oder so. Tatsächlich steckt aber ein ganz anderes Motiv dahinter. Und das tut mir jetzt ein wenig leid, aber es ist leider so. Aber trotzdem ist es ja schön, wenn ABBA und Tynna ihre Zielgruppe einfach erweitern können, dann jetzt auch um die Ungarn.

Und dann hoffentlich sehen wir die dann auch bald auf den Festivals dort. Am Ende ist der ESC nur ein Mittel zum Zweck, um unbekannte Künstler zu pushen. Und die Rechnung geht natürlich dann meistens auch nur für eine Seite auf. Und das ist halt die Musikindustrie. Die Plattenfirmen. Und nicht unbedingt für den ESC, ja, die Plattenfirmen oder die Labels. Vielleicht noch für den Künstler, der damit einen kurzfristigen Push bekommt. Aber halt leider nicht für den ESC.

Und das ist leider die Wahrheit, Leute.

Alexander: Ja, Katja, du hast ja auch den fachlichen Hintergrund dafür. Du kennst ja die Zusammenhänge im Hintergrund eben auch durch deine Radiotätigkeit selbst. Du warst ja auch bei Bertelsmann, hast da deine Ausbildung gemacht. Und soweit ich weiß, hast du ja auch für eine Plattenfirma gearbeitet, oder?

Katja: Ja, tatsächlich war das so. Das war zwar nur kurz, ganz kurz. Ich habe für die Bertelsmann AG gearbeitet. Du hast meine Ausbildung gemacht. Bertelsmann ist einer der größten Medienkonzerne der Welt, sitzt in Gütersloh, viele Grüße nach Gütersloh. Und während der Ausbildung als Industriekauffrau war ich tatsächlich auch damals drei Monate bei BMG Areola. Damals gab es noch BMG Areola. Gibt es heute nicht mehr. Heute ist Sony relativ groß in Deutschland

und beherrscht eigentlich den Musikmarkt. Und da war ich auch in der DJ Promotion und in der Sales Promotion. Und aber durch diese Ausbildung, die ich gemacht habe, die ja vollkommen fokussiert war auf den Medienmarkt und natürlich auch durch meine Tätigkeit beim Radio, wo du ja auch immer mit Plattenfirmen zu tun hast und mit Künstlern, musst du ja auch nur, wenn du halbwegs nur ein kleines bisschen Grips hast, musst du einfach nur eins und fünf zusammenzählen.

Und dann weißt du ja natürlich auch sofort, wie der Hase läuft, weil ich habe es ja selbst auch miterlebt.

Alexander: Ja, das beweist auch nochmal unsere fachliche Expertise hier im Podcast und dass wir euch da draußen kein Bullshit erzählen, sondern dass ihr hier echt knallharte Insights über die Musikindustrie und über die großen Zusammenhänge generiert. Aber leider müssen wir auch schon wieder aufhören, denn die 20 Minuten sind schon wieder vorbei.

Katja: Ja, bei uns ist natürlich keine Folge länger als 20 Minuten und das machen wir mit Absicht, damit ihr jederzeit die Möglichkeit habt, unseren Podcast zu hören. Egal, ob ihr gerade im Auto sitzt oder euch morgens im Bad die Zähne schrubbelt und das Gesicht sauber macht, um die letzten Lidschattenreste da rauszukriegen. Vor allem bei den Männern.

Alexander: Ja, mein Lidschatten ist immer schwierig morgens.

Katja: Ja, wir danken euch fürs Zuhören und wir wünschen euch einen wundervollen Tag. Und wir freuen uns natürlich über ganz viele Likes und Kommentare bei YouTube. Da findet ihr unseren Podcast nämlich auch natürlich als Podcast, also nicht als Videocast. Kommentiert gerne, liked unseren Podcast. Das hilft uns, um bekannter zu werden.

Alexander: Oder bei Spotify und anderen Podcast-Plattformen. Hinterlasst uns gerne ein Abo und verfolgt die neuesten Folgen, wenn sie erscheinen.

Einspieler: Tschüss, macht's gut, bis zum nächsten Mal.

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