
Abor ohne Tynna: Wäre der deutsche ESC-Beitrag 2025 mit einer anderen Sängerin weiter vorne gelandet? In Folge 21 blicken wir auf das Finale des Eurovision Song Contest 2025 in Basel zurück. Katja ist nach ihrer Krankheit wieder dabei, und wir sprechen über die Highlights des Abends, über Songs, die auf TikTok viral gehen, über die harte Punktevergabe des Publikums und über den Auftritt von Abor & Tynna mit „Baller“. Am Ende spielen wir ein Gedankenspiel durch: Was wäre gewesen, wenn wir im Vorentscheid in der Jury gesessen hätten?
Die wichtigsten Aussagen
Das Highlight war kein Wettbewerbsbeitrag
Für Katja war der stärkste Moment des Finales der Pausen-Act vor der Punktevergabe: der „Eurodab“ von Käärijä und Baby Lasagna, den beiden Zweitplatzierten der Vorjahre.
„Tatsächlich leider keiner der Teilnehmer, sondern mein Highlight des ESC 2025 war vor der Punktevergabe das Mixup zwischen Baby Lasagna und Kerja.“
Alex fiel dabei auf, dass es die einzige Show des Jahres war, die Laser eingesetzt hat. Unser Fazit: Wer schlechte Laune hat, schaut sich diesen Auftritt an.
TikTok entscheidet mit
Nach dem Finale tanzt das Netz vor allem zwei Songs nach: „Espresso Macchiato“ von Tommy Cash aus Estland und „Bara Bada Bastu“ von KAJ aus Schweden. Katja fand den schwedischen Saunasong vor dem ESC schwach, nach Dutzenden TikToks gefällt er ihr inzwischen. Alex sieht hinter Tommy Cashs Kaffeesong ein klares Geschäftsmodell, denn mit Streaming allein verdient kaum jemand Geld:
„Also du musst jetzt wirklich auch gucken, dass dein Song in alle Richtungen anschlussfähig ist.“
Bekannte Harmonien schaffen Akzeptanz
„Espresso Macchiato“ bedient sich nach unserem Eindruck bei einer Rossini-Ouvertüre, der isländische Beitrag „Róa“ von VÆB erinnert uns an Iggy Pops „The Passenger“. Alex erklärt, warum das funktioniert:
„Aber das ist ja auch ein guter Trick, an so bekannte Harmonien anzudocken, um halt mehr Akzeptanz bei den Massen. […] Irgendwie kommt das den Leuten bekannt vor, aber man kommt auch nicht drauf und hat einfach ein gutes Gefühl bei der ganzen Sache.“
Bei Remember Monday aus Großbritannien, die uns an ABBA erinnert haben, hat der Effekt allerdings nicht geholfen.
Das Publikum hat hart gestraft
Mehrere starke Beiträge bekamen von den Zuschauern kaum Punkte, darunter Malta mit Miriana Conte, Dänemark mit Sissal und Frankreich mit Louane. Alex hat dafür eine Erklärung, die er mit Michael Dierks erarbeitet hat:
„Ja, Michael und ich haben das analysiert, weil alle Songs, die außer der Ich-Komme-Song die Sexualisierung drin hatten, wurden wirklich massiv abgestraft.“
Bei Louane, die in Frankreich ein Star ist, vermutet Alex, dass ihr das schwache Televoting eher schadet. Er erinnert an Yvonne Catterfeld, die eine ESC-Teilnahme als zu riskant bezeichnet hatte.
Abor & Tynna: viele Punkte, schwacher Live-Auftritt
Mit dem Auftritt von „Baller“ gehen wir hart ins Gericht. Dass es trotzdem 77 Jury- und 74 Publikumspunkte gab, verdankt das Duo aus unserer Sicht vor allem Stefan Raab und seiner Promotion. Katja stört außerdem, dass die Live-Version anders klang als die Radioversion:
„Die haben den ja nochmal völlig umgeändert. Vor allem diese elektronischen Cello-Töne.“
Dazu kamen aus unserer Sicht Bilder, in denen Tynna lange im hinteren Teil der Bühne stand, und Gesang, der uns nicht überzeugt hat.
Das Gedankenspiel: Abor ohne Tynna
Hätten wir in der Vorentscheid-Jury gesessen, hätten wir Abor mit einer anderen Stimme kombiniert, zum Beispiel mit Lyza. Alex begründet das so:
„Weil was nämlich gefehlt hat, die Melodie war ja stark und die ganze Komposition war ja stark, aber Töna eben keine starke Sängerin. Und wenn man dann stark mit stark kombiniert, dann kann ja eigentlich auch nur eine viel bessere Platzierung rauskommen.“
Als weiteren starken Sänger aus dem Vorentscheid nennt Alex Moss Kena.
Unsere Einordnung
Die Zahlen: Abor & Tynna landeten 2025 mit „Baller“ auf Platz 15 von 26 Finalisten, mit 151 Punkten (77 Jury, 74 Publikum). Gewonnen hat JJ für Österreich mit „Wasted Love“ und 436 Punkten. Alle deutschen Ergebnisse findest du in unserer Übersicht Deutschland beim ESC: alle Platzierungen, alle Sieger in der ESC-Gewinner-Liste.
„Abor ohne Tynna“ ist ein Gedankenspiel und unsere Meinung, kein Urteil über Tynna als Person. Lyza und Moss Kena standen beide mit Abor & Tynna im Finale von „Chefsache ESC 2025“. Der Punkt dahinter ist uns wichtig: Ein starker Song reicht beim ESC nicht, Gesang und Inszenierung müssen mithalten. Mehr dazu im Artikel Warum verliert Deutschland beim ESC? und auf unserer Seite zu Abor & Tynna. Wie wir den Siegersong von JJ analysiert haben, hörst du in Folge 20 mit Michael Dierks.
Die Folge auf YouTube
Clips zur Folge auf TikTok
Transkript der Folge
Automatisch erstellt und redaktionell geprüft; kleine Abweichungen zum gesprochenen Wort sind möglich. · Transkript herunterladen (.vtt)
Ganzes Transkript lesen
Katja: Da sind wir wieder, Alex und Katja hier beim ESC-Podcast Germany 12 Points.
Alexander: Der Podcast für Lover und auch Hater. Und du bist ja wieder da, Katja.
Katja: Ja, hallo, ich bin zurück. Ich war ein bisschen krank und bin vielleicht auch noch ein bisschen angeschlagen.
Alexander: Das hört sich auch ein bisschen so an, du.
Katja: Jaja, aber den ESC hatte ich tatsächlich trotzdem geschaut.
Alexander: Soll ich einen Krankenwagen schicken vielleicht?
Katja: Das nächste Mal kannst du dann. Dann lass uns doch mal direkt zum Thema kommen. Alex, was war eigentlich dein Knaller der Show? Von der gesamten ESC-Show, die ging ja über ein paar Stunden.
Alexander: Boah, jetzt da überstülpst du mich ja jetzt hier total. Also mein Knaller der Show war auf jeden Fall nicht Hazel Broga, die eine der Moderatorinnen.
Katja: Sie wird aber gefeiert bei TikTok und so weiter überall, ne? Und bei YouTube.
Alexander: Ja, das kann ich nicht verstehen. Ich fand es nicht so mega lustig, muss ich sagen. Also es war bemüht, manche Sachen waren ganz witzig, aber so mega knallig war es nicht.
Katja: Ich fand ihr Kleid super bei der zweiten Vorentscheids-Show. Ja, das war gut. Das, was so aussah wie so Fischschuppen oder diese Muschel, dieses Inlet, was dann so reflektiert hatte, das sah total klasse aus. Das hätte sie sich eigentlich für die Endshow aufheben sollen. Auf jeden Fall. Aber ich glaube, da brauchte sie ja mehr Bewegungsfreiheit und diese hatte sie in diesem Kleid nicht.
Alexander: Katja, was war denn dein Highlight der Show?
Katja: Tatsächlich leider keiner der Teilnehmer, sondern mein Highlight des ESC 2025 war vor der Punktevergabe das Mixup zwischen Baby Lasagna und Kerja. Und das wird auch online bei TikTok und so weiter total gefeiert. Das war wirklich das absolute Highlight. Das müssten wir uns eigentlich auch nochmal direkt anhören. Das Mixup von Baby Lasagna und Kerja und dann sind wir gleich wieder für euch da. Und natürlich verlinken wir euch das auch. Hallo? Dab, dab, dab!
Juhu!
Einspieler: Alex, ich bin so richtig drauf. Das kannst du dir nicht vorstellen.
Katja: Nach diesem Track, du brauchst keinen Energydrink mehr. Du hörst dieses Mixup von Baby Lasagna und Kerja und bist hinterher so.
Alexander: Aber total krass.
Katja: Ist das eine geile Show gewesen?
Einspieler: Ist das eine tolle Show gewesen?
Katja: So richtig aktivieren. Du hörst dir das an. Du schaust dir das an. Du brauchst keinen Energydrink mehr.
Alexander: Das machst du dir morgens an, um richtig hochzukommen.
Einspieler: Du brauchst keinen Energydrink mehr.
Alexander: Aber das musst du dir wirklich groß am Fernseher anmachen, damit du auch wirklich diese Lichteffekte auf dem Ding hast. Damit diese Energy dann da reinfliegt. Dab, dab, dab! Und davor machst du dann noch so ein paar Freiübungen. So richtig hoch klatschen. Ich bin richtig mitgegangen. So machst du dann. Das ist der Wahnsinn. Ich bin super gut drauf.
Katja: Die schönen Farben, wie die die Bühne dann auch beleuchtet haben. Die Tänzer, also Wahnsinn.
Alexander: Es ist auch die einzige Show, die auf die Idee gekommen ist, Laser einzusetzen. Dieses Jahr gab es überhaupt keine Laser in den Shows.
Katja: Das ist inszeniert definitiv für TikTok und für Shorts und so weiter. Aber weißt du, welche Tracks jetzt auch extrem gut performen online? Espresso Macchiato, Macchiato, Macchiato, Macchiato. Dieser Tanz dazu.
Alexander: Aber das ist auch ein guter Laune Song einfach. Und das Thema ist halt auch ein breites Thema. Mit dem Espresso Macchiato mit Kaffee.
Katja: Ja, es trinkt ja fast jeder Kaffee, ne? Ja, absolut. Die meisten Menschen können sich ja mit diesem Thema auch identifizieren. Und deswegen ist das natürlich so erfolgreich. Und weil das natürlich auch diesen witzigen Tanz hat. Und der Tommy Cash aus Estland, der hat auch einige Kooperationen mit anderen TikTokern gemacht. Und ist da auch in deren Videos zu sehen. Und weißt du, welcher Song extrem viel nachgetanzt wird? Also noch mehr eigentlich als...
Einspieler: Wahrscheinlich die Schweden hier. Die Schweden.
Katja: Mit ihrer Sauna, genau. Da nehmen sich jetzt auch viele junge TikToker und tanzen den Track einfach nach, weil das halt richtig gut kommt. Und ich glaube, ich habe es in der letzten Woche 50-mal oder 100-mal eingespielt gekriegt. Und erinnerst du dich noch, vor dem ESC, der hat uns ja gar nicht gefallen, der Track. Gar nicht.
Alexander: Hat mir auch immer noch nicht gefallen, ehrlich gesagt. Das war für mich kein Siegersong. War es auch nicht. Hat ja auch nicht gewonnen.
Katja: Aber dadurch, dass ich den jetzt letzte Woche bei TikTok so häufig gesehen habe und diesen Tanz dazu, mittlerweile finde ich den auch gut.
Einspieler: Ja, der Gewöhnungseffekt tritt langsam ein.
Alexander: Aber das kann natürlich sein, dass das auch schon vorher stark auf TikTok sich verbreitet hat, die Inszenierung. Und deswegen auch erstaunlich viele Publikumspunkte bekommen haben. Kann ich mir zumindest vorstellen.
Katja: Die Schweden haben ganz viel tatsächlich gemacht für TikTok. Die hatten auch mit den anderen ESC-Künstlern Exzellenz. Die haben extrem viele Videos gedreht, die immer wieder in ihren Videos vorkamen. Also die sind auch bei den TikToks aufgetreten. Aber die haben vor allem die Leute in ihr Video gezogen. Weil die Schweden wurden ja von Anfang an als Favoriten betitelt. Du erinnerst dich, der Favoriteneffekt. Wir hatten das ja auch in unserer Analyse gegeben, wie wichtig das ist.
Alexander: Bei den Wettquoten waren die auch die ganze Zeit Favoriten. Bei dem Model waren die Favoriten überall.
Katja: Aber wie wichtig das ja auch ist, einen Künstler von vornherein als Favoriten auch ins Rennen zu stellen. Obwohl sie es noch gar nicht sind. Obwohl es vielleicht noch vier, fünf, sechs Wochen Zeit ist. Das hatte ja damals mit Stefan Raab und Lena auch ganz gut geklappt.
Alexander: Aber nochmal zu Tommy Cash. Der hat total viele Anfragen jetzt natürlich von Kaffeeherstellern bekommen. Hat sie aber noch für keinen entschieden, hat er gesagt in einem Interview tatsächlich.
Katja: Ja, das ist ja natürlich auch clever.
Alexander: Das ist eigentlich ein Song, der darauf abzielt, eigentlich so eine dicke Kooperation an Land zu ziehen, um halt Cash zu machen. Und halt gleichzeitig auf TikTok zu funktionieren.
Einspieler: Er heißt doch Tommy Cash. Er heißt doch Tommy Cash.
Alexander: Genau, das ist halt wirklich, weil heutzutage musst du ja auch gucken, wo die Kohle herkommt. Von Spotify kommt es ja nicht. Richtig. Da kommt ja nichts. Also du musst jetzt wirklich auch gucken, dass dein Song in alle Richtungen anschlussfähig ist. Also jetzt mal ganz im Ernst. Man muss gucken, wo man seine Brötchen herkriegt. Und deswegen finde ich das wirklich total clever, die Idee einfach so. Ob das jetzt so intendiert war, also mit Absicht geplant war oder nicht.
Katja: Weißt du, was ich bei dem Auftritt von ihm gut fand? Das war das Flugzeug, was da so gehüpft ist mit den Flügeln, was da die Flügel so geschwungen hatte. Im Hintergrund, riesengroß. Und das sah so witzig aus, weil das hat man ja auch noch nicht gesehen.
Alexander: Da hatte ich sofort einen 30-Sekunden-TikTok-Ausschnitt im Kopf gehabt. Ja. Nur dieser Ausschnitt.
Katja: Falls wir die Laune verlieren sollten über den Podcast, du weißt, welchen Track wir uns einfach noch mal angucken.
Alexander: Ich werde den auch als erstes verlinken in der Beschreibung, damit auch jeder merkt, wenn er schlechte Laune hat, dann klickt mal erstmal da drauf. Und dann geht's weiter im Podcast.
Einspieler: Ich stell mir das gerade vor.
Katja: Wir hatten ja auch herausgefunden, dass der Track auch so ein bisschen geklaut wurde. Also nicht, der wurde nicht geklaut, Blödsinn. Der hat Teile von einer Overtüre von Rossini geklaut. Von Rossini, ja.
Alexander: Aureliano in Palmira heißt die Overtüre.
Einspieler: Sehr, sehr, sehr bekannt.
Katja: Ich wette, ihr habt das auch schon mal gehört. Ja, die kennt jeder.
Alexander: Wirklich jeder kennt diese Overtüre.
Katja: Die gibt's, glaube ich, auch. Die wird auch ganz häufig in Werbung und so verwendet. Da gibt's keine Rechte mehr drauf. Deswegen ist der Song frei verwendbar. Genau, genau. Kann jeder benutzen.
Alexander: Bei vielen Sachen aus der Klassik. Ja, genau, genau.
Katja: Und wir haben da noch einen Song, wo ein bisschen geklaut wurde. Oder wir können es auch sagen. Ein bisschen sehr, ja. Es wurde der istländische Song. Die beiden blonden Zwillinge. Die sind ja relativ am Anfang. V.A.E.B. Keine Ahnung, wie das ausgesprochen wird. Ja, Feb oder V.A.E.B. Die beiden blonden Zwillinge. Die hatten so eine Gaming-Inszenierung.
Alexander: So mit 3D und so weiter. Das fand ich eigentlich ziemlich geil. Aber das 3D gab's nur im Halbfinale. Roar. Roar heißt der Track.
Katja: Und der wurde, oder man hat sich bei dem Track so ein bisschen inspiriert. Oder auch ein bisschen mehr inspiriert. Bei Iggy Pop's Passenger.
Einspieler: Den ja auch jeder kennt. Wirklich.
Katja: Deswegen sag ich, man hat sich da inspirieren lassen.
Einspieler: An der Grundmelodie.
Katja: In Anführungsstrichen inspirieren lassen. Ja. Ja.
Alexander: Aber das ist ja auch ein guter Trick, an so bekannte Harmonien anzudocken, um halt mehr Akzeptanz bei den Massen. Da haben wir schon mal drüber gesprochen im Zusammenhang mit Kerja und Cha-Cha-Cha. Das ist auch ein Weg, um mehr Akzeptanz zu schaffen für den Song. Irgendwie kommt das den Leuten bekannt vor, aber man kommt auch nicht drauf und hat einfach ein gutes Gefühl bei der ganzen Sache. Und erst hinterher, wenn man vielleicht den Song noch mal gehört hat, den Originalsong,
dann ah, so dann.
Katja: Dieses Gefühl kam da auch beim ESC letzte Woche auf. Am Sonnabend bei den Engländerinnen. Bei den drei Mädels, die ja auch durch TikTok groß geworden sind. Ja, ja. Das hatte totale ABBA-Vibes.
Einspieler: Das hatte ABBA-Vibes.
Katja: Und dann hatte ich auch das Gefühl aus der Vergangenheit und zwar mit Loreen. Als die 23 den ESC gewonnen hatte, da waren in diesem Song ja auch so viele Elemente, dass man das Gefühl hatte, man kannte diesen Song bereits. Also wir merken, es hilft. Außer jetzt bei den Mädels aus Großbritannien.
Einspieler: Da hat es überhaupt nicht geholfen. Da hat es überhaupt nicht geholfen.
Alexander: Aber die laufen auf TikTok.
Katja: Ja, die laufen total gut auf TikTok. Aber die waren da schon vorher bekannt. Und da werden die total gefeiert. Das Coole ist, ich habe mir ein paar TikToks jetzt noch im Nachgang von denen angeschaut. Die haben da so einen Humor, den die auf die schlechte Punktevergabe. Sie haben ja, ich glaube, gar keine Punkte bekommen. Ich muss mal schnell suchen. Die sind ja relativ weit unten. Ich habe die Tabelle nämlich offen. UK 0 Punkte vom Publikum. 88 von der Jury.
Und 0 vom Publikum. Deswegen, die haben das ja mit, ich sage mal, ganz gutem Humor aufgenommen. Und jetzt machen sie halt da auch so lustige Videos. Total sympathisch, die Mädels. Und das hat man, glaube ich, auch schon gemerkt bei ihrem Auftritt.
Alexander: Also ihrer Karriere wird es auf jeden Fall nicht schaden.
Katja: Nein, weil sie damit ja super gut umgehen. Aber die spanische Sängerin, die hatte doch auch fast gar keine Publikumspunkte gekriegt. Jetzt muss ich die gerade mal in der Tabelle suchen. Warte, warte. Wo ist sie denn? Hier. Die Melody. Sie wurde ja auch als spanische Beyoncé betitelt. Und die hat 10 Publikumspunkte bekommen und 27 aus der Jury. Und warum, Alex? Du hattest das ja schon letztes Mal herausgefunden.
Alexander: Ja, Michael und ich haben das analysiert, weil alle Songs, die außer der Ich-Komme-Song die Sexualisierung drin hatten, wurden wirklich massiv abgestraft. Auch welche, die gut waren. Ein Malta zum Beispiel. Das war ja auch eine deiner Song-Inszenierungen. Die du toll fandest. Und übrigens, ich habe das gesehen, das Bild von Malta, also dieser Hintergrund, dieser total schöne Visualisierung hatte. Ich kann das gar nicht mehr so richtig beschreiben, weil da so viel zu sehen war.
Katja: Ja, da waren doch diese Leoparden, die da auch auf den Bällen gehüpft sind. Das sah so cool aus im Takt.
Alexander: Das haben die in den Nachrichten als Standbild genommen, um den ESC zu symbolisieren quasi. Cool. Mega. Das habe ich gesehen. Das ist aber auch stark. Das war in der Weltpresse, bei BBC war das und bei der ARD war das auch als Hintergrundbild.
Katja: Ja, weil es einfach so ein schönes Bild und so aufmerksam war. Aber ich liebe den Track von Malta, Serving. Da war, vorher hieß er ja Kant. Wir haben das Kant rausgenommen von Miriana Conti. Acht Publikumspunkte hat die nur bekommen und 83 von der Jury. Aber das war für Malta so eine kleine Insel und so eine Wahnsinns-Bomben-Inszenierung. Der Megaknaller, also was die da abgeliefert haben. Ja und Dänemark, die fandest du ja auch so gut. Die Sisal, die hat tatsächlich aus dem Publikum auch nur zwei Punkte bekommen.
Das war die in dem blauen Dress. Wo dann auch die ganze Bühne, die ist relativ spät aufgetreten. Mit diesen Wellen. Ja, wo auch die ganze Bühne blau beleuchtet war. Das war auch toll.
Alexander: Ja, das war für die, das war toll, aber das war für die auch nicht gut. Aber weißt du, wem die schlechte Punktezahl aus dem Publikum wahrscheinlich in der Karriere schaden wird? Na? Und zwar Luane mit Mama für Frankreich. Weil die ist in Frankreich nämlich ein richtiger Superstar und hat auch Nummer 1 Alben ohne Ende. Und die war richtig enttäuscht auch, als die Punktevergabe kam. Das hat man der richtig im Gesicht angesehen. Und ich glaube, dass sie so geguckt hat, weil das ein Ausdruck war, also dass sie für ihre eigene Karriere da negative Aussichten gesehen hat.
Also ihr wird es eher schaden tatsächlich, dass sie da schlecht bepunktet worden ist. Das, davon gehe ich aus.
Katja: Frankreich ist ja meistens auch immer in der Top 5. Dieses Mal sind sie nur, nur in Anführungsstrichen auf Platz 7 gelandet mit 230 Punkten. Und von der Jury hat sie schon 180 Punkte bekommen. Also tatsächlich dann aus dem Publikum nur 50. Und ich glaube, bei dieser Punktzahl. Ist sie dann die Kinnlade runtergeknallt. Ja, ja, ja.
Alexander: Und wir haben ja schon mal darüber gesprochen, dass es für viele Künstler, die schon so erfolgreich sind, normal ein hohes Risiko ist, beim ESC teilzunehmen, wenn sie dann halt keine Punkte machen. Und dazu passt auch die Aussage von Yvonne Catterfield. Ja, das hat sie in einem Interview gesagt. Am ESC teilzunehmen ist ihr viel zu riskant. Und da sieht man jetzt halt mal eben an ihrer Reaktion, was das eben bedeutet tatsächlich, wenn man dann halt die Punkte nicht macht als Megastar.
Katja: Aber dass sie es dann trotzdem noch auf Platz 7 geschafft hat, mit nur 50 Publikumspunkten, das ist ja trotzdem relativ gut. Also eigentlich kann sie da relativ stolz auf sich sein. So, besser als unser Song mit ABBA und Tünner. Also Alex, wirklich. Oh. Alex, wirklich, ich fasse es nicht. Als ich das gesehen hatte mit ABBA und Tünner. Ganz ehrlich, Alex, für den Mist, der uns da serviert wurde. Dafür haben sie wirklich extrem viele Punkte bekommen.
77 Jurypunkte und 74 aus dem Publikum. Und weißt du, wem sie das alles zu verdanken haben, Alex?
Alexander: Ja, Stefan Raab mit seiner ganzen Promotion drumherum. Absolut. Der hat ja wirklich viel Welle gemacht, das muss man ja echt sagen.
Katja: Sie haben das wirklich nur dem Stefan Raab zu verdanken. Und du weißt, wir sind im Vorfeld sehr kritisch mit Stefan umgegangen. Ja. Aber am Ende.
Alexander: Ehrgeizig ist er und promoten kann er einfach. Das ist halt einfach so ein Hau drauf. Das ist halt seins.
Katja: Und er hatte vor allem bei den deutschen ESC-Vorentscheidungen, als Sendung, schon richtig gute Einschaltquoten auch geschaffen. Und die Sendungen werden ja nicht nur in Deutschland geguckt, sondern auch in Österreich und der Schweiz. Auch wenn wir jetzt aus Österreich keine Punkte bekommen haben. Weißt du, warum wir aus Österreich keine Punkte bekommen haben? Warum? Weil Österreich hat ja JJ an den Start geschickt. Ein Ausnahmetalent. Ein Kontertenor.
Für Österreich war das die Fallhöhe und nicht ABBA und Tünner.
Alexander: Ja, aber nur für die Jury. Das österreichische Publikum im Televoting hat tatsächlich Punkte gegeben. Das habe ich tatsächlich gerade noch gelesen nebenbei. Also nur die Jury hat keine Punkte gegeben. Aber da ist das dann wahrscheinlich mit der Fallhöhe der Fall gewesen. Ja, immerhin. Wie du schon sagtest, für den Mist gab es wenigstens Punkte. Trotzdem haben sie es ja wieder in die Charts geschafft. Aber das liegt auch daran, dass der Radiosong,
der für das Radio produziert worden ist, ganz anders klingt als der Live-Song. Da waren ja extrem starke Unterschiede zu hören.
Katja: Die haben den ja nochmal völlig umgeändert. Vor allem diese elektronischen Cello-Töne. Ich finde, die haben den Track nochmal richtig verhunzt, weil das klang sehr schräg, sehr schief. Verschlimmbessert. Das hat richtig wehgetan auf den Ohren. Und dann noch dieser schlechte Gesang. Und die Hook ist eigentlich auch untergegangen. Ich habe das Gefühl gehabt, die war viel präsenter am Anfang. Also als wir noch im ESC-Vorentscheid waren, beziehungsweise in dieser Finalshow.
Also mir hat das gar nicht gefallen. Was mich auch genervt hat, als ich dann die Zeitungsberichte gesehen habe, beziehungsweise Onlineberichte gelesen habe, die den Auftritt und auch die Show, Show mache ich gerade so in Anführungszeichen, als richtig gut bewertet haben. Wo ich mich frage, okay, habt ihr keine anderen Shows bisher gesehen gehabt? Oder gab es da keine anderen Shows bei diesen ganzen Teilnehmern, dass man das wirklich als gut oder sehr gut bewertet?
Ich fand das total schlecht. Zumal sie bestimmt zwei Drittel des Songs im hinteren Teil der Bühne gestanden hat, sodass sie das Publikum auch gar nicht sehen konnte. Man hatte gar keine guten Fernsehbilder. Sie war hinter diesen Rekorde versteckt. Das heißt, du hast keine guten Bilder gehabt. Dann dieser schlechte Gesang. Das war keine Show. Und dann diese Tänzer, die da auch irgendwie nur rumgehampelt sind. Ich meine, wir haben ja uns gerade hier
Kerja und Baby Lasagna angeschaut.
Einspieler: Das war eine Show. Das war eine Show.
Katja: Aber nicht dieses Rumgehampel da. Das war ja wohl...
Alexander: Aber die Journalisten, die Deutschen, sagen das zu jeder Show. Die sagen zu jeder Show, das war doch ganz gut. Das war doch ganz nett. Das war ja auch bei Isaac oder wie das ausgesprochen wird. Über jede Show haben die gesagt, dass das ja eigentlich gar nicht schlecht war. Und warum das so schlecht bepunktet worden wäre. Man hätte ja wenigstens im Mittelfeld landen können. Ja, das sind wir jetzt. Wir sind im Mittelfeld gelandet.
Katja: Ganz ehrlich, die können so froh sein, so viele Punkte bekommen zu haben. Und aus der Ukraine dann sogar 12 Punkte bekommen zu haben. Also da hat wirklich Stefan Raab gute Arbeit geleistet, weil ich habe mir einige TikToks von Abba und Töna selber angeschaut. Die beiden, ich tue mich da so ein bisschen schwer, sind nicht ganz so die Schambolzen. Da kommt dann doch das Wiener Gemüt gut durch. Das drückt es vielleicht am besten aus. Tut mir leid, aber das kriegen die Schweden
oder auch unser Espresso Macchiato Typ. Die kommen da einfach ein bisschen besser rüber.
Alexander: Aber weißt du, mit welchen zwei Leuten in der Jury wir gewonnen hätten? Na, sag. Kennst du ihren Namen? Katja Feller und Alexander Scharff. Denn was wir gemacht hätten, das haben wir ja auch außerhalb besprochen.
Katja: Ach, du meinst beim deutschen Vorentscheid.
Alexander: Beim falschen Vorentscheid, genau. Was wir gemacht hätten, ist, wir hätten Töna gar nicht mitgeschickt, sondern wir hätten Töna ausgetauscht, richtig?
Katja: Genau, wir hätten nur Abba genommen und hätten ein neues Duo kreiert. Zum Beispiel mit Leisa oder so. Genau.
Alexander: Weil was nämlich gefehlt hat, die Melodie war ja stark und die ganze Komposition war ja stark, aber Töna eben keine starke Sängerin. Und wenn man dann stark mit stark kombiniert, dann kann ja eigentlich auch nur eine viel bessere Platzierung rauskommen. Das ist jetzt die Logik dahinter. Deswegen, wir haben aber starke Sänger im Wettbewerb gehabt, aber diese starken Sänger hießen nicht Töna, sondern die hießen Leisa und Faceman. Der hieß anders. Also für mich heißt er Faceman.
Katja: Moschina meinst du, Alex? Ja, genau. The man.
Alexander: The one and only.
Katja: So, jetzt ist aber Schluss für diesen Podcast. Ich muss jetzt mal brutal dazwischen gehen, denn du weißt ja, keine Folge ist länger bei uns als 20 Minuten. Und wenn euch diese Folge gefallen hat, dann freuen wir uns, wenn ihr uns abonniert und auch beim nächsten Mal wieder dabei seid bei Alex und Katja. Und Germany 12 Points, der ESC-Podcast.
Jetzt reinhören
Der ESC-Podcast, der will, dass Deutschland wieder gewinnt.



