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Folge 2: Das Gesicht

Cover: Folge 2: Das Gesicht
ESC-Podcast: Germany 12 Points!
Folge 2: Das Gesicht
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Folge 2 schließt direkt an Folge 1 an und dreht sich um den Act, der Alex in der zweiten Vorstellungsrunde von Chefsache ESC 2025 am meisten beeindruckt hat: Moss Kena. Der britische Sänger lebt in Berlin und ist vielen als Stimme von „Fireworks“ bekannt, einem Song von Purple Disco Machine. Außerdem erklären Katja und Alex, wie der neue deutsche Vorentscheid funktioniert, warum Coversongs in den Vorrunden ein Problem sein können und weshalb sie das Aus von Chase aus Hamburg geärgert hat.

Die wichtigsten Aussagen

„Das Gesicht“ und der Wiedererkennungswert

Der Titel der Folge geht auf Alex zurück. Er schwärmt von Moss Kenas Ausstrahlung und davon, wie er mit Mimik und Kamera spielt:

„Der Typ hatte so ein Charisma gehabt.“

Alexander, 1:37

Dahinter steckt für ihn ein handfestes Argument. Im ESC-Finale treten mehr als 20 Länder an, und am Ende muss man sich an einen Auftritt erinnern, auch im Schnelldurchlauf:

„Der Erinnerungswert, der Recall, so nennt man das ja auch im Marketing, wenn man die Metriken misst, der ist extrem wichtig, um im ESC zu bestehen.“

Alexander, 6:39

Auch Stefan Raab war von Moss Kena hörbar begeistert. Katja lobt vor allem die hohe, feine Stimme, die jeden Ton getroffen habe.

So läuft der Vorentscheid, und hier hakt es

Katja erklärt das Format: In den zwei Vorstellungsrunden am 14. und 15. Februar traten je zwölf Acts an, wahlweise mit Cover oder eigenem Song. Die Jury aus Stefan Raab, Elton, Yvonne Catterfeld und einem Gastjuror wählte pro Abend sieben fürs Halbfinale. Dort singen alle ihren ESC-Song, am 1. März folgt das Finale. Genau diese Reihenfolge sehen die beiden kritisch:

„Das heißt, es kommt vielleicht jemand weiter, der eigentlich gar nicht so gut ist, wenn es um einen Original-Song geht oder einen selbstgeschriebenen Song.“

Alexander, 9:59

Ein bekannter Coversong bringt die Gefühle mit, die das Publikum mit dem Original verbindet. Wer dagegen schon in der Vorrunde mit einem eigenen Song antritt, hat diesen Bonus nicht.

Inszeniert für die Kamera?

Als Vergleich nennen Katja und Alex die Vorentscheide 2024 in Spanien (Nebulossa mit „Zorra“) und Finnland (Windows95man mit „No Rules!“):

„Beide Auftritte für die Kamera komplett durchinszeniert, schon bereits im Vorentscheid. Und das hat man tatsächlich jetzt bei Stefan Raabs Show nicht gesehen.“

Alexander, 11:29

Bei Chefsache ESC sahen sie einen normalen Live-Schnitt, der auf die Bühne reagiert, statt sie für die Kamera zu planen. Schlecht reden wollen sie die Show trotzdem nicht. Zentrale Bühne, Tänzer und Licht sind ein Fortschritt, allerdings gemessen an früheren deutschen Vorentscheiden und nicht am internationalen Niveau:

„Also es gibt schon Ansätze, das ein bisschen stärker zu machen.“

Alexander, 13:15

Gänsehaut bei Chase

Chase trat in der ersten Vorstellungsrunde mit Adeles „Million Years Ago“ auf. Katja bekam schon beim Zuhören Gänsehaut, obwohl seine Stimmfarbe eigentlich nicht ihr Geschmack ist:

„Ich habe eine Gänsehaut gekriegt, trotzdem, mir kamen fast die Tränen und der ist nicht weitergekommen.“

Katja, 15:36

Alex sieht den Grund in der Besetzung der Jury. Wer selbst nicht auf internationalem Hit-Niveau arbeitet, erkenne einen solchen Song schwer:

„Ich glaube tatsächlich, das liegt tatsächlich wieder an unserer Fachjurykrankheit.“

Alexander, 16:07

Weitergekommen ist an dem Abend unter anderem Julika aus Düsseldorf. Katja bescheinigt ihr sauberen Gesang, vermisst aber das Besondere.

Unsere Einordnung

Mit Moss Kena lag Alex nicht falsch: Er erreichte mit „Nothing Can Stop Love“ das Finale und wurde im Superfinale mit knapp 23 Prozent der Stimmen Dritter. Nach Basel fuhren am Ende Abor & Tynna. Der Recall-Gedanke zieht sich durch unsere ganze Analyse: Ein Act muss nach drei Minuten und im Schnelldurchlauf hängen bleiben. Das ist einer der Punkte, die wir unter Warum verliert Deutschland beim ESC? ausführlich beschreiben.

Die Kritik an der Jury richtet sich nicht gegen einzelne Personen, sondern gegen das Prinzip. Bei einem ESC-Vorentscheid zählt nicht, wer an diesem Abend gut gesungen hat, sondern wer im Mai gegen die internationale Konkurrenz bestehen kann. Wie Stefan Raab seine Rolle als Juror ausfüllt, beschäftigt uns auch in den nächsten Folgen.

Häufige Fragen zur Folge

Wie lief der Vorentscheid Chefsache ESC 2025 ab?
Zuerst gab es zwei Vorstellungsrunden am 14. und 15. Februar 2025 mit je zwölf Acts, aus denen die Jury jeweils sieben ins Halbfinale schickte. Im Halbfinale am 22. Februar sangen die 14 Acts ihren ESC-Song, neun kamen ins Finale am 1. März. Dort wählte die Jury fünf Acts für das Superfinale, das allein das Publikum per Abstimmung entschied.
Wer saß in der Jury von Chefsache ESC 2025?
Stefan Raab, Yvonne Catterfeld und Elton, dazu jeweils ein Gastjuror: Max Mutzke in der ersten und Johannes Oerding in der zweiten Vorrunde, Max Giesinger im Halbfinale. Im Finale bildeten Stefan Raab und Yvonne Catterfeld die Jury zusammen mit Conchita Wurst und Nico Santos.

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Alexander: Bist du auch drauf? Voll drauf bin ich. Da sind wir wieder zurück. Lachend steigen wir ein in die nächste Folge.

Katja: Von Germany 12 Points, der ESC-Podcast für Fans und Hater. Ja, mit Alex und Katja. Und wir hatten ja den ersten Teil gerade aufgehört und gesagt, wir machen jetzt mit unserer heimlichen Überraschung weiter, obwohl wir das eigentlich auch zu Lisa schon gesagt haben. Aber Alex, eigentlich meinten wir jemand anderen.

Alexander: Das Gesicht. Das Gesicht. Wir können einfach nur von dem Gesicht sprechen, weil einen anderen Namen braucht der Mann eigentlich gar nicht.

Katja: Aber lass uns nochmal kurz unsere Hörer abholen, worum es eigentlich geht. Wir haben gerade Chefsache ESC 2025 auf RTL geguckt. Zweite Folge lief heute am Samstag und gestern die erste Folge haben wir auch geschaut. Und heute in der zweiten Folge ist aufgetreten Moschina. Ich kenne einige von euch vielleicht auch schon aus dem Song Fireworks. Da war er die Stimme und zwar von Purple Disco Machine. Also der hat ja den Song rausgebracht. Echt? Ja, ja, er war die Stimme von Fireworks.

Oh, der ist gut, der Song. Ja, ja, da war er die Stimme.

Alexander: Oh, der hat auch wirklich eine gute Stimme. Der hat eine wirkliche Weltklasse Stimme.

Katja: Aber ganz ehrlich, ich fand heute seine Stimme noch viel, viel besser als in Fireworks. Ja. Der ist auch 2023 am Brandenburger Tor mit dem Song aufgetreten zu Silvester, bei dieser Silvester-Show. Die du geguckt hast und ich nicht. Den Live-Auftritt, ich habe mir das bei YouTube angeschaut. Aber heute Abend, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll.

Alexander: Der Typ hatte so ein Charisma gehabt. Wahnsinn. Der hat so mit seiner Mimik mit der Kamera gespielt und der sieht so gut aus. Also das ist genau, also wenn ich mir ein Gesicht, wenn ich nach Südkorea fliege, um eine Schönheits-OP zu machen, dann halte ich dieses Gesicht. Dann halte ich dieses Gesicht hoch und sage, das möchte ich haben. Genau dieses Gesicht, kein anderes. Es ist wirklich das, also es gibt kein besseres Gesicht auf dieser Welt, als das, was dieser Mann hat.

Und das ist nicht nur meine Meinung, sondern auch die von Stefan Raab, aber dazu kommen wir noch.

Katja: Ja, er hat tatsächlich gesagt, also Stefan, pass auf, erst mal müssen wir sagen, was Stefan Raab gesagt hat, der ist gar nicht, der hat sich gar nicht mehr eingefunden.

Alexander: Ja, aber ich auch nicht.

Katja: Es war so krass mit Stefan Raab, er hat gesagt, ja über den Gesang müssen wir gar nicht sprechen, der Gesang von ihm. Ja, müssen wir auch nicht. War wirklich, also wirklich Weltklasse, das muss man sagen, er hat eine sehr hohe Stimme, aber das war so fein, so exzellent, der hat wirklich jeden Ton getroffen und das Besondere…

Alexander: Der hatte auch viele Zwischentöne, ganz feine Zwischentöne gehabt, was viele Sänger, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen und noch nicht so eine starke Kontrolle über ihre Stimme haben, eben einfach noch nicht können und ich habe ja den großen Lautsprecher hier an, wirklich stark bemerkt. Und dann hat er so mit der Kamera gespielt mit der Mimik, ich glaube, der hat das selber gar nicht gemerkt, wie stark seine Gesichtsausdrücke gewesen sind, weil er einfach so tief im Song war, der hat das, glaube ich, automatisch gemacht, also…

Katja: Klickt auf YouTube, wenn ihr da Chefsache ESC 2025 eingebt, aber jetzt mal Chefsache, ne, wegen Stefan Raab, aber wir finden ja, unser Podcast ist viel besser, Germany 12 Points, weil wir…

Alexander: Absolut richtig, denn die eigentlichen Chefs, die den ESC gewinnen können… Heißen Katja Feller und Alexander Scharff, das sind wir.

Katja: Wir geizen nicht mit echter Kritik, während die Jury heute Abend und auch gestern zur Jury gehören, warte, jetzt muss ich wieder gucken, Stefan Raab, Elton, Elton war ja da nur als Besucher eingetragen, Yvonne Katterfeld, gestern war Mats Mutzke dabei, Johannes Oerding, heute, die haben den eigentlich nur…

Alexander: Wie heißt der Gastjura nochmal? Johannes Oerding?

Katja: Johannes Oerding, ja, ist ein ganz bekannter deutscher Sänger, Alex.

Alexander: Den fand ich sehr langweilig.

Katja: Die haben den Kandidaten heute alle nur die Köpfe gestreichelt, aber damit gewinnt man kein ESC, Leute. Ja, wir werden das in einer anderen Folge nochmal genau die Erfolgskriterien unter die Lupe nehmen. Der ESC ist der knallharteste Musikbettwettbewerb, es ist der größte, der bekannteste und da kommt es, wir fassen das mal kurz zusammen, auf Show an, auf Attitude, auf die Stimme und auf die Ausstrahlung. Du brauchst manchmal gar nicht eine Show, 2,17.

Also da hat Portugal gewonnen, da stand einfach der Sänger auf der Bühne, ganz allein, einfach nur ein Spot auf ihn gerichtet und er hat so ein schönes Lied gesungen und hat damit den ESC gewonnen, aber das war halt auch die Ausstrahlung, der Song, es hat alles gewirkt, er hat das so verkörpert und Moskina, also Kena, M-O-S-S, Kena, so wird er geschrieben.

Alexander: Aber es wird Kina ausgesprochen, also das ist schon richtig.

Katja: Kina, genau. Guckt euch den Auftritt von heute Abend ein, es war der wirklich der Hammer.

Alexander: Es war der Wahnsinn. Ich hab mir aufgeschrieben.

Katja: Star-Star-Appeal, der fällt wirklich auf, eine Bühnenpräsenz.

Alexander: Wenn der abgedruckt wird in den Zeitungen der jeweiligen Länder, der fällt sofort ins Gesicht und das ist tatsächlich auch aus Marketing-Sicht sehr wichtig, dass jemand visuell auch in Erinnerung bleibt. Das ist tatsächlich beim ESC gar nicht so einfach, weil im Grand Final, im großen Wettbewerb, treten ja sehr viele Sänger gegeneinander an und man erinnert sich tatsächlich gar nicht mehr daran, wer die einzelnen Sänger sind. Aber der, an den wird man sich erinnern, wenn man den gesehen hat, selbst wenn man den nur am Ende im Schnelldurchlauf sieht, diesen Mann erkennt man wirklich von tausend Metern gegen den Wind, bei Nebel und weiteren schlechten Sichtverhältnissen.

Dieses Gesicht würde ich wirklich überall in Wiener erkennen.

Katja: Alex, du bist verliebt, genau wie Stefan Raab heute. Ja, ja. Ich hab jetzt gerade den Chat offen, was du mir vorhin geschrieben hattest. Lies es vor. Aber das Gesicht von dem.

Einspieler: Wie kann man nur so? Wie kann ein Mann nur so gut aussehen?

Alexander: Ja, es ist wirklich so. Wie kann ein Mann nur so gut aussehen? Also ich habe noch nie einen Mann gesehen und ich habe schon einige Männer in meinem Leben gesehen tatsächlich. Und ich habe noch nie so ein Gesicht gesehen. Aber weißt du was? Außer im Film Her, weil der Hauptdarsteller aus Her hat tatsächlich ein ähnliches Gesicht von den Zügen, aber er sieht tatsächlich noch besser aus.

Katja: Aber ich finde Moschina ist jetzt nicht so eine Modelschönheit oder so. Weißt du, was das bei dem ist? Das ist die Ausstrahlung. Und wie der diesen Song gelebt hat, wie der den performt hat auf der Bühne. Das war einfach wirklich, holy shit, der absolute Wahnsinn.

Alexander: Der ist wirklich durch die Kamera zu uns ins Wohnzimmer gesprungen.

Katja: Und der Gag war wirklich, ich muss so lachen, weil Stefan Raab hat sich gar nicht mehr eingekriegt über den.

Alexander: Alleine der Erinnerungswert von seinem Gesicht. Und da hatte Stefan Raab ausnahmsweise mal recht. Bei vielen anderen Dingen über den ESC hat er ja nicht recht. Aber da hat er tatsächlich recht. Der Erinnerungswert, der Recall, so nennt man das ja auch im Marketing, wenn man die Metriken misst, der ist extrem wichtig, um im ESC zu bestehen. Weil es gibt wirklich viele Kandidaten, die gut singen können und die vielleicht auch einen netten Song gemacht haben.

Katja: Aber lass uns das jetzt mal ein bisschen abkürzen, weil viele fragen sich jetzt wahrscheinlich auch, wir labern jetzt die ganze Zeit, wie läuft das jetzt überhaupt mit diesem deutschen Vorentscheid? Weil das ist ja dieses Jahr komplett anders. Das stimmt.

Alexander: Stimmt. Es ist wirklich ganz anders. Warum gibt es zum Beispiel plötzlich eine Halbfinale? Warum sind jetzt so viele Shows dabei? Das wurde ja auch bisher nicht so gemacht. Ist das denn überhaupt notwendig, Katja?

Katja: Wir fassen das, wir erklären das nochmal ganz einfach. Also am Freitag, dem 14. Februar und am Samstag, also heute, dem 15. Februar, gibt es zwei Vorstellungsrunden. Da sind jeweils zwölf Leute oder zwölf Acts an den Start gegangen. Die konnten einen Coversong singen. Oder einen Song von sich selber. Und daraus wurden dann gestern und heute jeweils sieben ausgewählt von der Jury, bestehend aus Stefan Raab, Elton, Yvonne Katterfeld und zwei Gastjuroren, die ins Halbfinale kommen.

Und im Halbfinale, was nächste Woche stattfindet, was ihr übrigens auch bei uns auf der, also die ganzen Sendetermine zum ESC im Fernsehen, findet ihr auch bei uns auf der Webseite esc-podcast.de.

Alexander: Unbedingt reinschauen und abonnieren. Genau.

Katja: Und unser Podcast heißt, nur zur Erinnerung, Germany 12 Points, der ESC-Podcast für Fans und Hater.

Alexander: Und warum? Weil wir endlich verdammt nochmal gewinnen wollen. Genau. Um das auch nochmal in Erinnerung zu rufen.

Katja: Wir wollen Germany 12 Points, nicht nur 12 Points. Wir wollen aber wirklich gewinnen. So, pass auf. Und nächstes Wochenende, da werden die, die weitergekommen sind, ihren ESC-Song singen. Und am 1. März, am Samstag, da gibt es dann unter dem Motto Chefsache ESC. Die 2.25, das Finale. Da wird dann entschieden, wer denn jetzt gewinnt.

Alexander: Aber jetzt sag doch mal, Katja, so viele Shows. Ja, genau, so viele Shows.

Katja: Ich glaube, die wollen das einfach nur nutzen. Du weißt ja, wie es im Marketing ist, um die Leute, wir haben es ja beide studiert, um die Leute darauf vorzubereiten und einzustimmen. Aber was ich nicht ganz verstehe, was ich auch ehrlich gesagt ein bisschen Blödsinn finde, ist dieser Vorentscheid mit den eigenen Songs. Weil, wenn sie jetzt mit ihren eigenen Songs vielleicht nicht performt haben, wir wissen ja gar nicht. Vielleicht hätten die ja einen viel besseren ESC-Song gehabt und sind jetzt rausgeflogen.

Dann sind jetzt Leute weitergekommen mit ihren eigenen Songs. Aber vielleicht haben die einfach einen schrottigen ESC-Song, den die dann im Halbfinale singen.

Alexander: Ja, und ein guter Cover-Song kann einen ja auch ziemlich stark in die nächste Runde bringen. Das meine ich ja damit. Die Auswahl ist, wenn man halt einen starken Song covert, der hat ja auch schon seine Vibes und seine Ausstrahlungen, die es rüberbringt. Man erinnert sich. Man erinnert sich daran, wie dieser Song gewesen ist. Man hat Gefühle, die man eigentlich mit dem Original verbindet. Und das überträgt man dann auf die Person, die diesen Song performt.

Und das ist natürlich eigentlich fast ein Bonus, den man dann eben quasi hat, um weiterzukommen. Das heißt, es kommt vielleicht jemand weiter, der eigentlich gar nicht so gut ist, wenn es um einen Original-Song geht oder einen selbstgeschriebenen Song.

Katja: Und das ist ehrlich gesagt, was ich überhaupt nicht verstehe. Also warum? Ich finde es ja gut, dass man so viele Shows macht. Also wir sind ja selber beide ESC-Fans. Das haben wir, glaube ich, noch gar nicht so gesagt. Wir sind absolute ESC-Fans. Aber wir nehmen das Ganze wirklich knallhart unter die Lupe, weil wir wollen ja, dass Deutschland gewinnt. Wir wollen Platz 1. Und da kann man irgendwie nicht nicey-nicey den Leuten über die Hüfte streichen.

Alexander: Nee, ich habe auch ehrlich gesagt gedacht, das wird jetzt, wie das auch andere Länder machen, eine knallharte Castingshow, wo wirklich knallhart aussortiert wird mit mehrstufigem Verfahren. Weil das ist ja das, was wir tatsächlich uns letztes Jahr auch gewünscht haben. Und tatsächlich zu Beginn, als ich diese Sendetermine gesehen habe, habe ich auch gedacht, ja, das scheint ja im Ansatz das zu sein, wie man es richtig macht. Nämlich wie wir das nämlich auch schon letztes Jahr im Blog skizziert haben.

Katja: Wir haben uns doch letztes Jahr die Vorentscheide angeguckt aus Spanien. Erinnerst du dich noch? Ja. Nebulosa mit Zorra. Was die da schon im Vorentscheid in der spanischen Vorrunde hatten, das war der... Der Auftritt war besser.

Alexander: Besser als der ESC-Auftritt, fand ich zumindest. Das war der Knaller.

Katja: Oder auch Finnland mit Windum 95 Men No Rules, was die da im finnischen Vorentscheid rausgeballert haben an Show.

Alexander: Beide Auftritte für die Kamera komplett durchinszeniert, schon bereits im Vorentscheid. Und das hat man tatsächlich jetzt bei Stefan Raabs Show nicht gesehen. Das war ein Standardschnitt, den wir gesehen haben. Wir haben uns ja im letzten Jahr auch, du erinnerst dich Katja, intensiv mit der Technik auseinandergesetzt. Und wie die einzelnen Shows... Und wie die einzelnen Shows... ...für die Kameras inszeniert sind. Während wir hier jetzt, sag ich mal, den Standardschnitt gesehen haben.

Den Standard-Liveschnitt, den halt alle Liveshows, wir auch zum Beispiel wetten das, haben. Der eben mehr reagiert, als dass tatsächlich eine Inszenierung für die Kamera stattfindet.

Katja: Genau, das ist übrigens einer der Erfolgsfaktoren beim ESC. Das hat man auch letztes Jahr beim Franzosen gesehen. Der, ich weiß gar nicht mehr, zweiten Platz hat der gemacht, der Franzose. Mit der in den weißen Klamotten. Ich müsste gerade noch mal nachdenken.

Alexander: Der durch die Kamera gestiegen ist, um mich zu umarmen.

Katja: Ja, Slimane, genau. Der hat Mon Amour gesungen, Platz 4 beim ESC 2024. Und das war wirklich auch perfekt auf die Kamera inszeniert. Guckt euch das gerne mal bei YouTube an.

Alexander: Slimane, Mon Amour. Und der ESC bietet auch die Möglichkeit, dass man seinen Auftritt exakt auf die Kamera abstimmt. Man kann auch die Kameraperspektiven, die eingenommen werden sollen, vorgeben. Also all das ist möglich. Und all diese Möglichkeiten hat Deutschland leider bisher nicht genutzt. Und das ist auch immer noch nicht der Fall.

Katja: Nee, aber ein Kompliment muss ich trotzdem mal machen. Stefan Raab hat das ja jetzt in Anführungsstrichen übernommen. Deswegen wird es natürlich auch bei RTL ausgestrahlt. Es gibt eine zentrale Bühne. Das Publikum sitzt links herum.

Alexander: Und es wird auch tatsächlich mal ein bisschen Show gemacht. Ja, genau.

Katja: Die Acts sind inszeniert. Es gibt unterschiedliche Tänzer. Die versuchen schon so ein bisschen mit der Beleuchtung, mit der Bühne da was zu machen.

Alexander: Wir haben auch gute Bühnenbilder gesehen. Die Potenzial hatten. Da erinnere ich mich wieder auch an den Auftritt von Leiser, den wir in der letzten Podcast-Folge schon so hoch gelobt haben. Also es gibt schon Ansätze, das ein bisschen stärker zu machen. Und manche Sachen sahen auch wirklich ganz gut aus. Das muss man schon anerkennen. Das ist richtig. Aber nur im Vergleich zu den anderen Vorentscheid-Shows, nicht im internationalen Vergleich. Und das ist das Level, auf dem wir uns bewegen.

Ja, genau. Das ist wirklich das.

Katja: Das ist das Level, auf dem wir uns bewegen. Die meisten verstehen das halt nicht, dass wir eben nicht danach gehen können, wie war das vorher so niedlich in Deutschland und jetzt machen wir einfach mal ein bisschen mehr und das ist ja trotzdem noch so niedlich. Es ist ein knallharter internationaler Wettbewerb und es wird nur danach gegangen, was kommt dabei raus? Also was hat das Land jeweils zu bieten? Und kurz zusammengefasst ist das einfach, was steckt an Show-Expertise dahinter?

Was steckt an Strategie, an Szenerie und natürlich auch an Technik dahinter? Also man kann sich da als Land und darum geht es ja auch beim ESC, sich da als Land technisch versiert und kreativ zu präsentieren und wirklich alles aus der Schublade zu holen, was geht. Wirklich auch technisch auf höchstem Stand.

Alexander: Ja, man muss beides beherrschen. Kreativ, man muss kreativ sein, man muss einen guten Performer haben und man muss die Technik beherrschen. Das sind drei Säulen. Ja. Und eigentlich muss man auch vor dem Vorentscheid auch die PR-Schiene fahren und in den Ländern in den entsprechenden Medien auftreten und bekannt sein, um den Recall eben zu erhöhen, über den wir ja bereits gesprochen haben.

Katja: Ich möchte mit dir gerne noch über Chase von gestern sprechen. Da war das ja so, tatsächlich hatten wir da gerade telefoniert, als Chase aufgetreten ist und ich habe dann auf einmal gesagt, Alex, ich muss Schluss machen, mitten in der Sendung. Also erstmal wollten wir uns ja auch das angucken, was wir gemacht haben, aber dann habe ich auf einmal eine Gänsehaut verspürt, obwohl ich irgendwie nur so einem halben Ohr zugehört hatte. Chase aus Hamburg, der hat seine Show so ein bisschen auch aufgebaut, wie Frankreich

letztes Jahr Slimane, der hat einen Song von Adele gesungen und ich…

Alexander: Und der hatte Vibes, der hatte Vibes.

Katja: Ich kann euch nur eins sagen, Leute, es war wirklich Hammer. Also er hat eigentlich eine Stimme, die ich gar nicht gerne mag. Das ist gar nicht mein Stil und das ist noch das Besondere. Ich habe eine Gänsehaut gekriegt, trotzdem, mir kamen fast die Tränen und der ist nicht weitergekommen. Also das beweist auch die Jury…

Alexander: Wirklich eine schlechte Entscheidung.

Katja: Eine schlechte Juryentscheidung, da wurden Leute durchgelassen. Sie hatte zwar gut gesungen, warte wo ist sie denn? Ich komme hier mit meinen ganzen Zettelleien durcheinander.

Alexander: Ich glaube tatsächlich, das liegt tatsächlich wieder an unserer Fachjurykrankheit. Ja. Dass durchschnittliche Musiker halt in der Jury sitzen, die gar nicht beurteilen können, was tatsächlich ein Song ist, der international durch die Decke geht, weil sie sich selber gar nicht auf diesem Niveau bewegen. Da muss ich jetzt auch mal ein bisschen gegen die Juryauswahl austeilen.

Katja: Julika aus Düsseldorf, sie hat gut gesungen, die war tatsächlich deutlich schwächer im Vergleich. Aber sie, es war halt nichts Besonderes und das ist das Problem. Sie hat gut gesungen.

Einspieler: Aber Chase ist aufgefallen. Ich glaube, dass Steffan Raab für sie gevotet hat.

Alexander: Katja, ich glaube, dass Steffan Raab für sie, weil er, sie erinnert ihn an Lena, weil sie hat genau diese Vibes, wie Lena sie am Anfang ausgestrahlt hat, dieses süße Mädelsohne.

Katja: Aber was bringt uns das, Lena, das Thema ist durch. Ne, bringt gar nichts. Pass auf, die Kommentare bei YouTube zu Chase. Wir waren gestern live in der Halle, das gesamte Publikum war begeistert, er hat Standing Ovation bekommen. Wahrscheinlich eine Fehlentscheidung, der echteste und purste Kandidat mit den meisten internationalen Chancen. Und dann hat die Susi geschrieben. Ja. Und dann hat er gesagt, 71, 24, ich mag diese Interpretation viel lieber als das Original,

das kam von Adele. Ich hatte ständig Gänsehaut, ich habe diesen Song noch nie so gefühlt und das ging mir tatsächlich genauso. Sorry, Adele. Aber.

Alexander: Der Song war extrem stark. Aber Chase. Extrem stark interpretiert.

Katja: Guckt euch das bitte bei YouTube an, dann wisst ihr, wovon wir reden.

Alexander: Vor allem ist auch bei Adele die Fallhöhe extrem hoch, ne, wenn man dann so. Ja, Adele, überlege mal. Weil man ja im Vergleich mit Adele steht, ne. Genau. Die Stimme schlechthin. Schlechthin. Die Stimme schlechthin.

Katja: Wie gesagt, seine Stimme ist eigentlich auch nicht mal Cup of Tea, aber, jetzt kommt das große Aber. Wir haben ja telefoniert, ich konnte gar nichts machen. Ich habe gesagt, Alex, ich habe dich fast angebrüllt am Telefon. Ja.

Einspieler: Ich muss ja den Schluss machen.

Katja: Ich will diesen Song hören. Und dann stand mir schon die Gänsehaut und wir bedanken uns, dass ihr wieder zugehört habt bei Germany.

Alexander: Jetzt haben wir wieder nicht über Feuerschwanz gesprochen, aber wir müssen jetzt Schluss machen.

Katja: Weil wir machen ja nicht länger als 20 Minuten. Danke, dass ihr dabei wart bei Germany 12 Points, der ESC-Podcast für Fans und auch für Hater. Und warum für Hater? Das noch ganz kurz, Alex?

Alexander: Weil wir auch ein Angebot für die Hater machen wollen und weil wir eben wirklich gewinnen wollen.

Katja: Ja, und weil wir einfach auch kritisch ins Gericht gehen und nicht sagen, oh, das war ja süß. So. Richtig, genau. Aber du warst süß, Alex.

Alexander: Ach, Katja, und du warst bezaubernd. Oh, dankeschön. Tschüss. Bis zum nächsten Mal. Tschüss. Bis zum nächsten Mal.

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