Den ESC 1984 gewannen die Herreys für Schweden mit „Diggi-Loo Diggi-Ley“ und 145 Punkten. Das Finale lief am 5. Mai 1984 im Théâtre Municipal in Luxemburg. Die Brüder Herrey lagen 8 Punkte vor Linda Martin aus Irland und holten den zweiten schwedischen Sieg, zehn Jahre nach ABBA.
ESC 1984 auf einen Blick
- Sieger: Herreys (Schweden)
- Song: „Diggi-Loo Diggi-Ley“
- Punkte: 145
- Austragungsort: Théâtre Municipal, Luxemburg, Luxemburg
- Datum: 5. Mai 1984
- Moderation: Désirée Nosbusch
- Teilnehmer: 19 Länder, alle 19 Beiträge im Finale
- Deutschland: Platz 13 mit 34 Punkten (Mary Roos, „Aufrecht geh’n“), punktgleich mit den Niederlanden
Die komplette Rangliste des ESC 1984
Die Herreys ganz vorn, Österreich mit 5 Punkten ganz hinten: alle 19 Beiträge aus Luxemburg im Überblick.
| Platz | Land | Interpret | Song | Punkte |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Schweden | Herreys | „Diggi-Loo Diggi-Ley“ | 145 |
| 2 | Irland | Linda Martin | „Terminal 3“ | 137 |
| 3 | Spanien | Bravo | „Lady, Lady“ | 106 |
| 4 | Dänemark | Hot Eyes | „Det' lige det“ | 101 |
| 5 | Belgien | Jacques Zegers | „Avanti la vie“ | 70 |
| 5 | Italien | Alice and Franco Battiato | „I treni di Tozeur“ | 70 |
| 7 | Vereinigtes Königreich | Belle and the Devotions | „Love Games“ | 63 |
| 8 | Frankreich | Annick Thoumazeau | „Autant d'amoureux que d'étoiles“ | 61 |
| 9 | Finnland | Kirka | „Hengaillaan“ | 46 |
| 10 | Luxemburg | Sophie Carle | „100% d'amour“ | 39 |
| 11 | Portugal | Maria Guinot | „Silêncio e tanta gente“ | 38 |
| 12 | Türkei | Beş Yıl Önce, On Yıl Sonra | „Halay“ | 37 |
| 13 | Niederlande | Maribelle | „Ik hou van jou“ | 34 |
| 13 | Deutschland | Mary Roos | „Aufrecht geh’n“ | 34 |
| 15 | Zypern | Andy Paul | „Anna Maria-Lena“ | 31 |
| 16 | Schweiz | Rainy Day | „Welche Farbe hat der Sonnenschein“ | 30 |
| 17 | Norwegen | Dollie de Luxe | „Lenge leve livet“ | 29 |
| 18 | Jugoslawien | Ida and Vlado | „Ciao, amore“ | 26 |
| 19 | Österreich | Anita | „Einfach weg“ | 5 |
So lief der ESC 1984
Corinne Hermès hatte 1983 gewonnen, also holte der Sender RTL den 29. Eurovision Song Contest ins Théâtre Municipal nach Luxemburg. Für das Großherzogtum war es nach 1962, 1966 und 1973 schon die vierte Ausrichtung. Moderiert hat Désirée Nosbusch, damals 19 Jahre alt. Sie ist bis heute die jüngste Moderatorin der ESC-Geschichte und wechselte an dem Abend zwischen Französisch, Englisch, Deutsch und Luxemburgisch.
Am Start waren 19 Länder. Irland kehrte nach einem Jahr Pause zurück, Israel und Griechenland verzichteten. Gewertet wurde nach dem bekannten System: Jede Jury vergab 12, 10 und 8 bis 1 Punkt an ihre zehn Favoriten.
Die Herreys eröffneten den Abend mit Startnummer 1 und lagen am Ende trotzdem vorn. Auf Platz 2 kam Irland mit Linda Martin und „Terminal 3“, geschrieben von Johnny Logan. Spanien wurde mit Bravo Dritter, Belgien und Italien teilten sich Platz 5. Linda Martin und Johnny Logan sollten noch eine große Rolle spielen: 1992 gewannen sie gemeinsam, Linda Martin als Sängerin und Logan als Songwriter.
Der Siegersong: „Diggi-Loo Diggi-Ley“
Die Musik schrieb Torgny Söderberg, den Text Britt Lindeborg. Gesungen haben ihn die Brüder Herrey auf Schwedisch, mit einem lautmalerischen Gute-Laune-Refrain. Für Schweden war es nach „Waterloo“ von ABBA 1974 der zweite Sieg.
Unsere Einschätzung: Ein Refrain aus Silben, die in jeder Sprache funktionieren, Sänger in Bewegung und gute Laune von der ersten Sekunde an. Wer sich die Siegersongs der Achtziger anschaut, sieht dieses Muster öfter: Wiedererkennung schlägt Tiefgang. Wie das zu unseren Erfolgsfaktoren passt, steht in Wie gewinnt man den ESC?

Deutschland beim ESC 1984
Für Deutschland sang Mary Roos „Aufrecht geh’n“ von Michael Reinecke (Musik) und Michael Kunze (Text). Es war ihre zweite Teilnahme: 1972 war sie Dritte geworden. Diesmal reichte es nur für 34 Punkte und Platz 13, punktgleich mit den Niederlanden. Für die deutschsprachigen Beiträge war 1984 insgesamt kein gutes Jahr: Die Schweiz wurde mit Rainy Day 16., Österreich mit Anita Letzter. Alle deutschen Ergebnisse: ESC-Platzierungen Deutschlands.
Vorher und nachher
Ein Jahr zuvor gewann Corinne Hermès in München für Luxemburg: ESC 1983. Ein Jahr später war Schweden Gastgeber, und Norwegen feierte seinen ersten Sieg: ESC 1985. Alle Siegerinnen und Sieger stehen in der ESC-Gewinnerliste.
