Den ESC 1985 gewannen Bobbysocks! für Norwegen mit „La det swinge“ und 123 Punkten. Das Finale lief am 4. Mai 1985 im Scandinavium in Göteborg. Hanne Krogh und Elisabeth Andreassen holten den ersten norwegischen ESC-Sieg, 18 Punkte vor der Gruppe Wind aus Deutschland.
ESC 1985 auf einen Blick
- Sieger: Bobbysocks! (Norwegen)
- Song: „La det swinge“
- Punkte: 123
- Austragungsort: Scandinavium, Göteborg, Schweden
- Datum: 4. Mai 1985
- Moderation: Lill Lindfors
- Teilnehmer: 19 Länder, alle 19 Beiträge im Finale
- Deutschland: Platz 2 mit 105 Punkten (Wind, „Für alle“)
Die komplette Rangliste des ESC 1985
Norwegen vorn, Deutschland auf Platz 2, Gastgeber Schweden direkt dahinter: Das ist die komplette Wertung aus Göteborg.
| Platz | Land | Interpret | Song | Punkte |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Norwegen | Bobbysocks! | „La det swinge“ | 123 |
| 2 | Deutschland | Wind | „Für alle“ | 105 |
| 3 | Schweden | Kikki Danielsson | „Bra vibrationer“ | 103 |
| 4 | Vereinigtes Königreich | Vikki | „Love Is“ | 100 |
| 5 | Israel | Izhar Cohen | „Olé, Olé“ | 93 |
| 6 | Irland | Maria Christian | „Wait Until the Weekend Comes“ | 91 |
| 7 | Italien | Al Bano and Romina Power | „Magic, Oh Magic“ | 78 |
| 8 | Österreich | Gary Lux | „Kinder dieser Welt“ | 60 |
| 9 | Finnland | Sonja Lumme | „Eläköön elämä“ | 58 |
| 10 | Frankreich | Roger Bens | „Femme dans ses rêves aussi“ | 56 |
| 11 | Dänemark | Hot Eyes | „Sku' du spørg' fra no'en“ | 41 |
| 12 | Schweiz | Mariella Farré and Pino Gasparini | „Piano, piano“ | 39 |
| 13 | Luxemburg | Margo, Franck Olivier, Chris Roberts, Malcolm Roberts, Ireen Sheer and Diane Solomon | „Children, Kinder, Enfants“ | 37 |
| 14 | Spanien | Paloma San Basilio | „La fiesta terminó“ | 36 |
| 14 | Türkei | MFÖ | „Didai didai dai“ | 36 |
| 16 | Zypern | Lia Vissi | „To katalava arga“ | 15 |
| 16 | Griechenland | Takis Biniaris | „Miazoume“ | 15 |
| 18 | Portugal | Adelaide | „Penso em ti, eu sei“ | 9 |
| 19 | Belgien | Linda Lepomme | „Laat me nu gaan“ | 7 |
So lief der ESC 1985
Nach dem Sieg der Herreys war Schweden Gastgeber des 30. Eurovision Song Contest. Der Sender SVT wählte das Scandinavium in Göteborg, moderiert hat Lill Lindfors. Griechenland und Israel kehrten zurück. Zwei Länder sagten ab, weil der Termin auf einen Gedenktag fiel: die Niederlande wegen des Gedenkens an die Kriegstoten, Jugoslawien wegen des Jahrestags von Titos Tod. Für die Niederlande war es die erste Absage überhaupt. So blieb es bei 19 Ländern.
Der Moment, über den bis heute gesprochen wird, gehörte der Moderatorin. Als Lill Lindfors nach dem Pausenprogramm zurück auf die Bühne kam, riss ihr Rock scheinbar ab. Sie löste ein paar Bänder an den Schultern, stand wieder im Abendkleid da und meinte trocken, sie wolle das Publikum vor der Punktevergabe nur ein bisschen aufwecken.
Ein Kuriosum aus deutscher Sicht: Luxemburg trat mit gleich sechs Interpreten an, darunter Ireen Sheer und Chris Roberts. Ihr Song „Children, Kinder, Enfants“ stammte unter anderem von Ralph Siegel und Bernd Meinunger und landete auf Platz 13.
Der Siegersong: „La det swinge“
Musik und Text schrieb Rolf Løvland. Hanne Krogh und Elisabeth Andreassen waren beide keine ESC-Neulinge: Krogh hatte Norwegen schon allein vertreten, Andreassen war mit der Gruppe Chips für Schweden angetreten. Für Norwegen, das bis dahin vor allem mit letzten Plätzen und null Punkten aufgefallen war, kam der Sieg einer Erlösung gleich. Mit 123 Punkten ist „La det swinge“ zugleich der Sieger mit den wenigsten Punkten im Wertungssystem von 1975 bis 2015.
Unsere Einschätzung: Zwei Sängerinnen mit sichtbarem Spaß, ein Retro-Swing-Sound und ein Titel, den man nach dem ersten Refrain kennt. Das ist ESC-Handwerk, das bis heute funktioniert. Mehr zu den Faktoren hinter solchen Siegen: Wie gewinnt man den ESC?

Deutschland beim ESC 1985
Für Deutschland trat die Gruppe Wind mit „Für alle“ an, Musik und Text von Hanne Haller. Mit 105 Punkten wurde Wind Zweiter, Deutschlands dritter zweiter Platz innerhalb von sechs Jahren nach 1980 und 1981. Wind kam später noch zweimal zurück, 1987 und 1992. Alle deutschen Ergebnisse: ESC-Platzierungen Deutschlands.
Vorher und nachher
Ein Jahr zuvor gewannen die Herreys in Luxemburg für Schweden: ESC 1984. Ein Jahr später war Norwegen erstmals Gastgeber, und Sandra Kim gewann für Belgien: ESC 1986. Alle Siegerinnen und Sieger stehen in der ESC-Gewinnerliste.
