Den ESC 1983 gewann Corinne Hermès für Luxemburg mit „Si la vie est cadeau“ und 142 Punkten. Das Finale lief am 23. April 1983 in der Rudi-Sedlmayer-Halle in München, weil Nicole im Jahr zuvor für Deutschland gewonnen hatte. Zweite wurde Ofra Haza aus Israel, 6 Punkte dahinter.
ESC 1983 auf einen Blick
- Sieger: Corinne Hermès (Luxemburg)
- Song: „Si la vie est cadeau“
- Punkte: 142
- Austragungsort: Rudi-Sedlmayer-Halle, München, Deutschland
- Datum: 23. April 1983
- Moderation: Marlene Charell
- Teilnehmer: 20 Länder, alle 20 Beiträge im Finale
- Deutschland: Platz 5 mit 94 Punkten (Hoffmann & Hoffmann, „Rücksicht“), Gastgeberland
Die komplette Rangliste des ESC 1983
20 Beiträge in München, zwei davon ohne einen einzigen Punkt. Hier ist die vollständige Wertung aus München.
| Platz | Land | Interpret | Song | Punkte |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Luxemburg | Corinne Hermès | „Si la vie est cadeau“ | 142 |
| 2 | Israel | Ofra Haza | „Chai“ | 136 |
| 3 | Schweden | Carola Häggkvist | „Främling“ | 126 |
| 4 | Jugoslawien | Daniel | „Džuli“ | 125 |
| 5 | Deutschland | Hoffmann & Hoffmann | „Rücksicht“ | 94 |
| 6 | Vereinigtes Königreich | Sweet Dreams | „I'm Never Giving Up“ | 79 |
| 7 | Niederlande | Bernadette | „Sing Me a Song“ | 66 |
| 8 | Frankreich | Guy Bonnet | „Vivre“ | 56 |
| 9 | Norwegen | Jahn Teigen | „Do Re Mi“ | 53 |
| 9 | Österreich | Westend | „Hurricane“ | 53 |
| 11 | Italien | Riccardo Fogli | „Per Lucia“ | 41 |
| 11 | Finnland | Ami Aspelund | „Fantasiaa“ | 41 |
| 13 | Portugal | Armando Gama | „Esta balada que te dou“ | 33 |
| 14 | Griechenland | Christie | „Mou les“ | 32 |
| 15 | Schweiz | Mariella Farré | „Io così non ci sto“ | 28 |
| 16 | Zypern | Stavros and Constantina | „I agapi akoma zi“ | 26 |
| 17 | Dänemark | Gry Johansen | „Kloden drejer“ | 16 |
| 18 | Belgien | Pas de Deux | „Rendez-vous“ | 13 |
| 19 | Türkei | Çetin Alp and the Short Wave | „Opera“ | 0 |
| 19 | Spanien | Remedios Amaya | „Quién maneja mi barca“ | 0 |
So lief der ESC 1983
Der 28. Eurovision Song Contest war erst der zweite in Deutschland, nach Frankfurt am Main 1957. Ausgerichtet hat ihn der Bayerische Rundfunk für die ARD. Organisation und Übertragung kosteten 1,5 Millionen DM, die Fernsehproduktion weitere 1,2 Millionen DM. Ein Hingucker war die Bühne: In ihr steckten 63.000 Glühbirnen.
Moderiert hat Marlene Charell, und zwar konsequent in drei Sprachen: Deutsch, Englisch und Französisch. Das kostete Zeit, die Sendung überzog deutlich. Dazu kamen zahlreiche Versprecher bei den Ansagen und bei der Punktevergabe.
Am Start waren 20 Länder. Frankreich, Italien und Griechenland kehrten zurück. Irland fehlte dagegen zum ersten Mal seit seinem Debüt. Gewertet wurde wie seit 1975 mit 12, 10 und 8 bis 1 Punkt je Jury. Die Türkei und Spanien gingen mit 0 Punkten nach Hause. Vierter wurde Jugoslawien mit Daniel und „Džuli“.
Der Siegersong: „Si la vie est cadeau“
Die Musik schrieb Jean-Pierre Millers, den Text Alain Garcia. Corinne Hermès sang das französische Chanson mit Startnummer 20 als Letzte des Abends. Für Luxemburg war es der fünfte Sieg nach 1961, 1965, 1972 und 1973. Damit zog das kleine Land mit Frankreichs Rekord gleich.
Platz 3 ging übrigens an eine Sängerin, die acht Jahre später selbst gewinnen sollte: Carola Häggkvist aus Schweden.
Unsere Einschätzung: Ein klassisches Chanson mit großer Stimme, ohne Schnickschnack. Die Jurys belohnten 1983 eine Stimme, die den ganzen Saal trägt. Spannend finden wir, wie knapp Ofra Haza mit einem ganz anderen Sound dahinter lag. Wie sich solche Duelle heute entscheiden würden, erklären wir in Wie gewinnt man den ESC?
Deutschland beim ESC 1983
Als Gastgeberland schickte Deutschland das Duo Hoffmann & Hoffmann mit „Rücksicht“. Michael Reinecke schrieb die Musik, Volker Lechtenbrink den Text. Vor heimischem Publikum gab es 94 Punkte und Platz 5. Im Vergleich der deutschsprachigen Länder lag Deutschland damit vorn: Österreich wurde mit Westend und „Hurricane“ geteilter Neunter, die Schweiz mit Mariella Farré Fünfzehnte. Unsere Einschätzung: Ein Heimspiel ist beim ESC kein Vorteil, auf den man sich verlassen kann, das zeigt auch dieses Jahr. Alle deutschen Ergebnisse stehen in der Übersicht ESC-Platzierungen Deutschlands.
Vorher und nachher
Ein Jahr zuvor holte Nicole in Harrogate den Sieg nach Deutschland: ESC 1982. Ein Jahr später war Luxemburg Gastgeber, und die Brüder Herrey gewannen für Schweden: ESC 1984. Alle Siegerinnen und Sieger stehen in der ESC-Gewinnerliste.
