Den ESC 1973 gewann Luxemburg: Anne-Marie David siegte am 7. April 1973 in Luxemburg mit „Tu te reconnaîtras“ und 129 Punkten. Mocedades aus Spanien (125 Punkte) und Cliff Richard für das Vereinigte Königreich (123 Punkte) lagen nur knapp dahinter. Luxemburg gewann damit zum zweiten Mal in Folge.
ESC 1973 auf einen Blick
- Sieger: Anne-Marie David (Luxemburg)
- Song: „Tu te reconnaîtras“, Musik Claude Morgan, Text Vline Buggy
- Punkte: 129 von 160 möglichen
- Austragungsort: Nouveau Théâtre, Luxemburg, Luxemburg
- Datum: 7. April 1973
- Moderation: Helga Guitton
- Teilnehmer: 17 Länder, alle 17 Beiträge im Finale
- Deutschland: Gitte mit „Junger Tag“, Platz 8 mit 85 Punkten (alle deutschen Platzierungen)
Die komplette Rangliste des ESC 1973
Alle 17 Beiträge des ESC 1973 mit Platz und Punkten. Die ersten drei trennten nur sechs Punkte.
| Platz | Land | Interpret | Song | Punkte |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Luxemburg | Anne-Marie David | „Tu te reconnaîtras“ | 129 |
| 2 | Spanien | Mocedades | „Eres tú“ | 125 |
| 3 | Vereinigtes Königreich | Cliff Richard | „Power to All Our Friends“ | 123 |
| 4 | Israel | Ilanit | „Ey Sham“ | 97 |
| 5 | Schweden | The Nova | „You're Summer“ | 94 |
| 6 | Finnland | Marion Rung | „Tom Tom Tom“ | 93 |
| 7 | Norwegen | Bendik Singers | „It's Just a Game“ | 89 |
| 8 | Deutschland | Gitte | „Junger Tag“ | 85 |
| 8 | Monaco | Marie | „Un train qui part“ | 85 |
| 10 | Portugal | Fernando Tordo | „Tourada“ | 80 |
| 10 | Irland | Maxi | „Do I Dream“ | 80 |
| 12 | Schweiz | Patrick Juvet | „Je vais me marier, Marie“ | 79 |
| 13 | Italien | Massimo Ranieri | „Chi sarà con te“ | 74 |
| 14 | Niederlande | Ben Cramer | „De oude muzikant“ | 69 |
| 15 | Jugoslawien | Zdravko Čolić | „Gori vatra“ | 65 |
| 15 | Frankreich | Martine Clémenceau | „Sans toi“ | 65 |
| 17 | Belgien | Nicole and Hugo | „Baby Baby“ | 58 |
So lief der ESC 1973
Nach dem Sieg von Vicky Leandros richtete Luxemburg aus, im Nouveau Théâtre in der Hauptstadt. Moderiert hat Helga Guitton, bekannt aus dem deutschsprachigen Programm von Radio Luxemburg.
Zum ersten Mal war Israel dabei. Weil der Anschlag auf die israelische Mannschaft bei den Olympischen Spielen 1972 in München erst wenige Monate zurücklag, waren die Sicherheitsvorkehrungen enorm. Das Publikum wurde sogar gebeten, beim Applaus sitzen zu bleiben. Malta und Österreich fehlten, so blieb es bei 17 Ländern.
Zwei Regeln fielen 1973: Erstmals durfte in jeder Sprache gesungen werden. Davon machten aber nur Finnland, Schweden und Norwegen Gebrauch. Außerdem waren erstmals vorab aufgenommene Instrumentalspuren erlaubt, das Vereinigte Königreich nutzte das als erstes Land. Gewertet wurde wie seit 1971 von zwei Juroren pro Land mit 1 bis 5 Punkten. Und zum ersten Mal standen Frauen am Dirigentenpult: Monica Dominique für Schweden und Nurit Hirsh für Israel.
Israel feierte ein starkes Debüt: Ilanit wurde mit „Ey Sham“ gleich Vierte, Schweden mit The Nova Fünfter. Für das Vereinigte Königreich stand ein alter Bekannter auf der Bühne. Cliff Richard, 1968 nur einen Punkt hinter Massiel, holte diesmal Platz 3.
Der Siegersong: „Tu te reconnaîtras“
Die Musik schrieb Claude Morgan, den Text Vline Buggy. Anne-Marie Davids 129 von 160 möglichen Punkten entsprechen 80,6 Prozent, gemessen an der Höchstpunktzahl ist das bis heute das stärkste Ergebnis eines Siegertitels. Luxemburg gewann nach 1972 zum zweiten Mal hintereinander.
Unsere Einschätzung: Ein Chanson, das sich steigert und am Ende groß aufmacht, gegen die starke Konkurrenz von „Eres tú“ und Cliff Richard. Wer so viele Jurys gleichzeitig überzeugt, hat ein Lied, das niemanden kalt lässt. Mehr dazu in unseren Erfolgsfaktoren für den ESC.

Deutschland beim ESC 1973
Für Deutschland sang Gitte „Junger Tag“. Mit 85 Punkten teilte sie sich Platz 8 mit Monaco. Nach drei dritten Plätzen in Folge war das ein Schritt zurück ins Mittelfeld. Alle deutschen Ergebnisse findest du in der Übersicht der ESC-Platzierungen Deutschlands.
Vorher und nachher
Davor: Vicky Leandros gewinnt für Luxemburg beim ESC 1972 in Edinburgh. Danach: ABBA gewinnt mit „Waterloo“ beim ESC 1974 in Brighton. Alle Siegerinnen und Sieger seit 1956 stehen in unserer ESC-Gewinnerliste.
