ESC 1974 in Brighton: ABBA gewinnt mit „Waterloo“

ESC 1974 in Brighton: ABBA gewinnt für Schweden mit „Waterloo“ und 24 Punkten. Alle Platzierungen, Hintergründe und Deutschlands Ergebnis.

Aktualisiert am 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: ESC-Bühne im Stil der 1970er-Jahre
KI

Den ESC 1974 gewann Schweden: ABBA siegte am 6. April 1974 in Brighton mit „Waterloo“ und 24 Punkten. Zweite wurde Gigliola Cinquetti für Italien mit 18 Punkten. Für Schweden war es der erste ESC-Sieg, für ABBA der Start in eine Weltkarriere.

ESC 1974 auf einen Blick

  • Sieger: ABBA (Schweden)
  • Song: „Waterloo“, Musik Benny Andersson und Björn Ulvaeus, Text Stig Anderson
  • Punkte: 24
  • Austragungsort: Brighton Dome, Brighton, Vereinigtes Königreich
  • Datum: 6. April 1974
  • Moderation: Katie Boyle
  • Teilnehmer: 17 Länder, alle 17 Beiträge im Finale
  • Deutschland: Cindy & Bert mit „Die Sommermelodie“, Platz 14 mit 3 Punkten, geteilter letzter Platz (alle deutschen Platzierungen)

Die komplette Rangliste des ESC 1974

Alle 17 Beiträge des ESC 1974 mit Platz und Punkten. Am Ende teilten sich vier Länder mit je 3 Punkten den letzten Platz, darunter Deutschland.

Endergebnis des ESC 1974 in Brighton, Finale am 6. April 1974 – Quellen: en- und de-Wikipedia, abgeglichen; Stand 14. Oktober 2026
PlatzLandInterpretSongPunkte
1SchwedenABBA„Waterloo“24
2ItalienGigliola Cinquetti„Sì“18
3NiederlandeMouth and MacNeal„I See a Star“15
4Vereinigtes KönigreichOlivia Newton-John„Long Live Love“14
4LuxemburgIreen Sheer„Bye Bye I Love You“14
4MonacoRomuald„Celui qui reste et celui qui s'en va“14
7IsraelPoogy„Natati La Khaiai“11
7IrlandTina Reynolds„Cross Your Heart“11
9SpanienPeret„Canta y sé feliz“10
9BelgienJacques Hustin„Fleur de liberté“10
11GriechenlandMarinella„Krassi, thalassa ke t' agori mou“7
12JugoslawienKorni Grupa„Generacija '42“6
13FinnlandCarita„Keep Me Warm“4
14NorwegenAnne-Karine and the Bendik Singers„The First Day of Love“3
14DeutschlandCindy & Bert„Die Sommermelodie“3
14SchweizPiera Martell„Mein Ruf nach dir“3
14PortugalPaulo de Carvalho„E depois do adeus“3

So lief der ESC 1974

Luxemburg hatte 1973 gewonnen, wollte den ESC aber nicht noch einmal ausrichten. Die BBC sprang ein und holte den Wettbewerb nach Brighton in den Brighton Dome. Katie Boyle moderierte zum vierten Mal.

Griechenland war zum ersten Mal dabei. Frankreich dagegen zog kurzfristig zurück: Staatspräsident Georges Pompidou war wenige Tage vor dem ESC gestorben. So traten 17 Länder an. Auch die Wertung wurde kurz vor der Show noch einmal geändert. Statt eines geplanten neuen Systems galt wieder das alte: zehn Juroren pro Land, jeder mit einer Stimme.

Zwei Beiträge des Abends schrieben Geschichte jenseits der Bühne. Portugals „E depois do adeus“ wurde wenige Wochen später zum Signal der Nelkenrevolution. Und in Italien zeigte der Sender RAI den ESC erst verspätet, weil man fürchtete, Gigliola Cinquettis Titel „Sì“ („Ja“) könnte das anstehende Referendum über die Scheidung beeinflussen.

ABBA beim ESC 1974: der Siegersong „Waterloo“

Die Musik von „Waterloo“ schrieben Benny Andersson und Björn Ulvaeus, den Text Stig Anderson. ABBA sang mit Startnummer 8 und auf Englisch. Der Sieg war für ABBA der Start in eine internationale Karriere. 2005 wurde „Waterloo“ in der Jubiläumsshow „Congratulations“ zum beliebtesten ESC-Song der ersten 50 Jahre gewählt.

Unsere Einschätzung: „Waterloo“ ist das Lehrbuchbeispiel für fast alles, was wir in unseren Erfolgsfaktoren für den ESC beschreiben. Der Song steigt sofort mit der Hook ein, die Show ist laut, bunt und unverwechselbar, und die vier wirken auf der Bühne wie eine Band, nicht wie Interpreten eines Wettbewerbsbeitrags. Dass ein Glam-Pop-Song 1974 eine Jury-Wertung gewann, war alles andere als selbstverständlich.

ABBA in der niederländischen TV-Sendung TopPop, April 1974
ABBA in der niederländischen TV-Sendung TopPop, April 1974 – wenige Wochen nach dem ESC-SiegFoto: AVRO, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons
YouTube · Eurovision Song ContestABBA – „Waterloo“ (ESC 1974)

Beim Laden werden Daten an YouTube übertragen. Direkt auf YouTube ansehen

Der Siegerauftritt beim ESC 1974, offizielles Video der EBU.

Noch mehr bekannte Namen beim ESC 1974

Für das Vereinigte Königreich sang Olivia Newton-John „Long Live Love“ und wurde geteilte Vierte. Ebenfalls auf Platz 4 landete Ireen Sheer für Luxemburg mit „Bye Bye I Love You“, komponiert von Ralph Siegel. Und Gigliola Cinquetti, die Siegerin von 1964, wurde Zweite.

Deutschland beim ESC 1974

Für Deutschland traten Cindy & Bert mit „Die Sommermelodie“ an. Mit 3 Punkten teilten sie sich den letzten Platz 14 mit Norwegen, der Schweiz und Portugal. Eine eigene Seite zu diesem Jahr haben wir noch nicht, alle deutschen Ergebnisse findest du in der Übersicht der ESC-Platzierungen Deutschlands.

Vorher und nachher

Davor: Luxemburg gewinnt zum zweiten Mal in Folge beim ESC 1973. Danach: Schweden richtet aus, beim ESC 1975 in Stockholm gibt es zum ersten Mal die berühmten 12 Punkte. Alle Siegerinnen und Sieger seit 1956 stehen in unserer ESC-Gewinnerliste.

Häufige Fragen

Wer hat den ESC 1974 gewonnen?
Schweden mit ABBA und „Waterloo“. Die Band holte 24 Punkte, Italien mit Gigliola Cinquetti wurde mit 18 Punkten Zweiter.
Wo fand der ESC 1974 statt?
Im Brighton Dome in Brighton, Vereinigtes Königreich, am 6. April 1974. Moderiert hat Katie Boyle.
Welchen Platz belegte Deutschland beim ESC 1974?
Den geteilten letzten Platz 14 mit 3 Punkten. Cindy & Bert sangen „Die Sommermelodie“.

Quellen

  1. en.wikipedia.org/wiki/Eurovision_Song_Contest_1974
  2. de.wikipedia.org/wiki/Eurovision_Song_Contest_1974
  3. en.wikipedia.org/wiki/List_of_Eurovision_Song_Contest_winners
  4. de.wikipedia.org/wiki/Deutschland_beim_Eurovision_Song_Contest

Jetzt reinhören

Der ESC-Podcast, der will, dass Deutschland wieder gewinnt.

Alle Folgen mit Artikel & Transkript