Den ESC 1972 gewann Luxemburg: Vicky Leandros siegte am 25. März 1972 in Edinburgh mit „Après toi“ und 128 Punkten. Dahinter landeten The New Seekers für das Vereinigte Königreich mit 114 Punkten und Mary Roos für Deutschland mit 107 Punkten. Für Deutschland war es der dritte dritte Platz in Folge.
ESC 1972 auf einen Blick
- Sieger: Vicky Leandros (Luxemburg)
- Song: „Après toi“, Musik Leo Leandros (als Mario Panas) und Klaus Munro, Text unter anderem Yves Dessca
- Punkte: 128
- Austragungsort: Usher Hall, Edinburgh, Vereinigtes Königreich
- Datum: 25. März 1972
- Moderation: Moira Shearer
- Teilnehmer: 18 Länder, alle 18 Beiträge im Finale
- Deutschland: Mary Roos mit „Nur die Liebe läßt uns leben“, Platz 3 mit 107 Punkten (Deutschland beim ESC 1972)
Die komplette Rangliste des ESC 1972
Alle 18 Beiträge des ESC 1972 mit Platz und Punkten.
| Platz | Land | Interpret | Song | Punkte |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Luxemburg | Vicky Leandros | „Après toi“ | 128 |
| 2 | Vereinigtes Königreich | The New Seekers | „Beg, Steal or Borrow“ | 114 |
| 3 | Deutschland | Mary Roos | „Nur die Liebe läßt uns leben“ | 107 |
| 4 | Niederlande | Sandra and Andres | „Als het om de liefde gaat“ | 106 |
| 5 | Österreich | The Milestones | „Falter im Wind“ | 100 |
| 6 | Italien | Nicola Di Bari | „I giorni dell'arcobaleno“ | 92 |
| 7 | Portugal | Carlos Mendes | „A festa da vida“ | 90 |
| 8 | Schweiz | Véronique Müller | „C'est la chanson de mon amour“ | 88 |
| 9 | Jugoslawien | Tereza | „Muzika i ti“ | 87 |
| 10 | Spanien | Jaime Morey | „Amanece“ | 83 |
| 11 | Frankreich | Betty Mars | „Comé-comédie“ | 81 |
| 12 | Finnland | Päivi Paunu and Kim Floor | „Muistathan“ | 78 |
| 13 | Schweden | The Family Four | „Härliga sommardag“ | 75 |
| 14 | Norwegen | Grethe Kausland and Benny Borg | „Småting“ | 73 |
| 15 | Irland | Sandie Jones | „Ceol an Ghrá“ | 72 |
| 16 | Monaco | Anne-Marie Godart and Peter MacLane | „Comme on s'aime“ | 65 |
| 17 | Belgien | Serge and Christine Ghisoland | „À la folie ou pas du tout“ | 55 |
| 18 | Malta | Helen and Joseph | „L-imħabba“ | 48 |
So lief der ESC 1972
Eigentlich wäre Monaco als Vorjahressieger dran gewesen. Doch in Monte Carlo sah man sich außerstande, eine so große Show zu stemmen. Also sprang die BBC ein, diesmal nicht in London, sondern in der Usher Hall in Edinburgh. Moderiert hat Moira Shearer. Es traten dieselben 18 Länder an wie 1971.
Gewertet wurde wieder mit zwei Juroren pro Land, die jedem Lied 1 bis 5 Punkte gaben. Eine Premiere hatte Irland: Sandie Jones sang „Ceol an Ghrá“ auf Irisch. Es ist bis heute der einzige ESC-Beitrag in dieser Sprache.
Hinter Luxemburg wurden The New Seekers mit „Beg, Steal or Borrow“ Zweite für das Vereinigte Königreich. Die Niederlande (Sandra and Andres) kamen auf Platz 4, Österreich (The Milestones) auf Platz 5. Malta landete wie schon 1971 auf dem letzten Platz.
Der Siegersong: „Après toi“
Komponiert haben „Après toi“ Vickys Vater Leo Leandros, der unter dem Namen Mario Panas auftrat, und Klaus Munro. Am Text war Yves Dessca beteiligt, der schon den Siegertitel von 1971 für Monaco getextet hatte. Er gewann damit zweimal hintereinander, für zwei verschiedene Länder.
Für Vicky Leandros war es der zweite Anlauf. Schon 1967 hatte sie, damals einfach als „Vicky“, Luxemburg vertreten und war mit „L'amour est bleu“ Vierte geworden. Für Luxemburg war es der dritte Sieg nach 1961 und 1965.
Unsere Einschätzung: eine große Ballade und eine Sängerin, die die ESC-Bühne schon kannte. Vicky Leandros zeigt, dass ein zweiter Versuch beim ESC kein Rückschritt ist, sondern oft der Weg zum Sieg. Das passt zu dem, was wir in unseren Erfolgsfaktoren für den ESC über Erfahrung und Netzwerk schreiben.

Deutschland beim ESC 1972
Für Deutschland eröffnete Mary Roos mit Startnummer 1 den Abend. „Nur die Liebe läßt uns leben“ brachte ihr 107 Punkte und Platz 3. Damit war Deutschland zum dritten Mal in Folge Dritter, nach Katja Ebstein 1970 und 1971. Alles zum Vorentscheid „Ein Lied für Edinburgh“ steht auf unserer Seite Deutschland beim ESC 1972.
Vorher und nachher
Davor: Séverine holt den einzigen Sieg für Monaco beim ESC 1971 in Dublin. Danach: Luxemburg richtet aus und gewinnt beim ESC 1973 gleich noch einmal. Alle Siegerinnen und Sieger seit 1956 stehen in unserer ESC-Gewinnerliste.
