
JJ aus Österreich hat den ESC 2025 gewonnen. Folge 20 ist unsere Analyse des Siegersongs „Wasted Love“, aufgenommen mitten in der Nacht direkt nach dem Finale in Basel. Weil Katja krank ist, holt sich Alex einen alten Bekannten dazu: Michael Dierks, Schauspieler und Sänger aus London, den Stefan Raab beim Vorentscheid nicht wollte. Die beiden sprechen darüber, warum JJs Stimme und Inszenierung überzeugt haben, warum die Schweiz beim Publikum leer ausging und warum sexualisierte Auftritte 2025 nicht mehr zogen. Und Alex löst seine Wette zu Abor & Tynna ein.
Die wichtigsten Aussagen
Eine Stimme, die es beim ESC so noch nicht gab
Für Michael ist klar, was den Unterschied gemacht hat: JJs Countertenor, der vor allem zum Ende des Songs in Höhen geht, die man so beim ESC nicht kannte.
„Und ich finde, wir haben schon so viel gehört und gesehen, aber das war mal echt einmalig, eine Premiere.“
Dabei geht es nicht nur um Höhe. Michael erklärt, worauf es beim hohen Singen ankommt:
„Und es muss Druck dahinter sein. Auf jeden Fall. Das sollte sich ja nicht anhören wie eine ausgeblasene Kerze.“
Drei Minuten wie eine Weltreise
Alex sieht in „Wasted Love“ einen der Erfolgsfaktoren umgesetzt, die wir im Podcast herausgearbeitet haben: von Operetten-Elementen bis zum Disco-Beat, dazu eine Inszenierung in Schwarz-Weiß mit Boot und Gewitter, die sich mit dem Song steigert.
„Man muss eine Show von weltweiter Größe in drei Minuten abbilden. Und das hat er eben einfach mit Bravour vorgemacht.“
Inszeniert hat den Auftritt Sergio Jaén, der 2024 schon Bambie Thugs „Doomsday Blue“ für Irland auf die Bühne gebracht hatte.
Die Schweiz: viel Jury, null Publikum
Zoë Më bekam mit „Voyage“ im Finale viele Jurypunkte, vom Publikum aber keinen einzigen. Michael hatte bei dem Song jedes Mal Gänsehaut, akzeptiert das Ergebnis aber:
„Aber das Publikum ist das Publikum. Und wenn das so ist, ist das so.“
Immerhin klappte diesmal der One-Shot mit der Steadicam, der im Halbfinale aus Alex‘ Sicht nicht funktioniert hatte.
Sex sells? 2025 nicht mehr
Malta, in Alex‘ Halbfinal-Analyse noch ganz vorn, bekam im Finale laut Alex nur wenige Punkte, auch vom Publikum. Beide vermuten einen Trend:
„Und wir beide, Michael, glauben ja, dass sexualisierte Themen im Moment nicht so, nicht so, ne, im Trend sind.“
Michael sieht das Publikum eher bei Märchenwelten und Fantasie. Das passt für ihn zu JJs Sieg:
„Da ging es nur um die Hammerstimme, die man so noch nie in dem Sinne von so einer Person erwartet gehört hätte.“
Wette gewonnen: Platz 15
Nach dem zweiten Halbfinale hatte Alex für Abor & Tynna Platz 15 vorhergesagt. Genau so kam es:
„Ich habe meine Wette gewonnen. Ich habe ja gesagt, sie werden nicht höher als Platz 15 kommen.“
Auch Katjas Favoritin Yuval Raphael landete weit vorn, auf Platz 2. Die Ukraine mit Ziferblat und „Bird of Prey“ begeistert beide ebenfalls.
Unsere Einordnung
JJ gewann den ESC 2025 in Basel mit „Wasted Love“ und 436 Punkten, es war Österreichs dritter Sieg nach Udo Jürgens 1966 und Conchita Wurst 2014. Damit findet der ESC 2026 in Wien statt. Israel wurde mit 357 Punkten Zweiter und gewann die Publikumswertung. Abor & Tynna holten für Deutschland 151 Punkte und Platz 15, fast gleichmäßig verteilt auf Jury (77) und Publikum (74). Alle Sieger findest du in der ESC-Gewinner-Liste, die deutsche Bilanz in den ESC-Platzierungen Deutschlands und mehr zum Duo auf der Seite zu Abor & Tynna.
JJ zeigt, was Deutschland fehlt: ein unverwechselbares Element, eine Inszenierung, die sich mit dem Song steigert, und einen Song, der für die Bühne und nicht fürs Radio gebaut ist. Mehr dazu unter Warum verliert Deutschland beim ESC?
Zum Gast
Michael Dierks lebt in London, ist Schauspieler, Comedian und Sänger und hatte sich für „Chefsache ESC 2025“ beworben. Bekannt ist er aus „TV Kaiser“ und „Hausmeister Krause“. Seine Bewerbungsgeschichte und seine Begegnung mit Harry Styles hörst du in Folge 11 und 12, alle Folgen mit ihm auf der Seite Michael Dierks im Interview. Mehr zu Raab und seinem Vorentscheid im Porträt Stefan Raab und der ESC.
Häufige Fragen zur Folge
Wer hat den ESC 2025 gewonnen?
Wie oft hat Österreich den ESC gewonnen?
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Alexander: Hallo und herzlich willkommen zurück nach dem Finale vom ESC beim Podcast Germany 12 Points, der ESC-Podcast für Lover und auch Hater. Und sowohl ESC-Lover und auch Hater werden nach diesem Finale sicherlich ihren Spaß gehabt haben. Einige Platzierungen sind in Erfüllung gegangen, einige Platzierungen sind so nicht wie erwartet passiert. Auch ich saß gerade hier und habe gedacht, was? Bei einigen Platzierungen, wie kann das sein? Wie kann das sein?
Und um diese Frage zu beantworten, habe ich, wie ich schon in der letzten Folge versprochen habe, jemanden hier, den ihr bereits kennt, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer. Und zwar kein geringerer als Michael Dierks. Schönen guten Abend. Guten Abend. Aus London.
Michael Dierks: Ja, London.
Alexander: Genau. Michael ist mir gerade aus London zugeschaltet, genau. Um nochmal kurz einzuführen, wer Michael Dierks ist. Michael, du hast ja auch beim diesjährigen ESC-Vorentscheid mitgemacht, beziehungsweise du hast dich dazu beworben. Und unverschämterweise wollte Stefan Rappig einfach nicht, was überhaupt nicht nachzuvollziehen ist.
Michael Dierks: Ich habe nicht verstanden. Nein, ich habe so verstanden, aber ich habe nicht verstanden, warum er mich nicht wollte.
Alexander: Ja, also das verstehe ich auch nicht.
Michael Dierks: Genau. Hör doch mal. Hallo. Die Stimme ist auch da. Zu unserem österreichischen Gewinner.
Alexander: Ja, das spielst du ja schon an, wer gewonnen hat. Du hast es ja jetzt quasi schon gespoilert. Vom Weg genommen. Die meisten wissen wahrscheinlich schon, wer gewonnen hat, weil der Podcast wird ja wahrscheinlich erst so am Sonntag erscheinen. Also wir nehmen auf jeden Fall am Sonntag direkt nach dem ESC auf. Wir sind mitten in der Nacht und sind gerade nach der Punktevergabe rausgekommen. Und ihr Zuhörer da draußen, ihr hört den Podcast. Am Sonntag. Das heißt, ihr wisst wahrscheinlich schon, wer gewonnen hat.
Und das ist eben, wie Michael gerade schon angeteasert hat, Österreich mit einer besonders hohen Stimme. Und du hast ja auch gerade schon bewiesen, dass du auch so hoch kommst wie er. Ja. Also was hat dich am meisten an dem Auftritt fasziniert von JJ aus Österreich?
Michael Dierks: Also definitiv die Stimme. Da war ja also eine Achterbahn. Relativ, eine tiefe Stimme war das ja nicht unbedingt, aber er kommt unheimlich, gerade am Ende des Songs, sehr hoch. Also fliegt er schon fast wie Mariah Carey, ne? Das ist ja auch so dieser Stil. Das war wie ein Crossover von Pop zur Operette bis zum Opa. Aber das erwartet man nicht von so einem jungen Menschen dort. Das hätte ich nicht gedacht, dass so eine Stimme, das kommt ja erst in der dritten Strophe hervor.
Dann wechselt er irgendwie den Stil. Und ich finde, wir haben schon so viel gehört und gesehen, aber das war mal echt einmalig, eine Premiere. Total, ja. Das hat mich umgehauen. Finde ich ganz toll. Herzlichen Glückwunsch nochmal. Geil.
Alexander: Also mich hat das auch vor allem im Halbfinale umgehauen, weil da war der Auftritt noch einen Tick stärker. Und die Inszenierung dazu in Schwarz-Weiß, die fand ich so gelungen mit dem Bötchen. Die hat sich genau mitgesteigert mit dem Song. Und dann ging es halt eben. Von dem Operetten-Elementen hin zu diesem Disco-artigen, wo dann seine Stimme so elektrisch unterbrochen wird. Wie heißt denn dieser Effekt nochmal?
Einspieler: Das weiß ich gerade nicht mehr.
Michael Dierks: Aber nicht der Schämeffekt, ne? You believe along.
Alexander: Nee, diesen Effekt, den meine ich nicht. Aber da ist alles drin in diesem Song. Es ist wie so eine kleine Weltreise. Und das ist ja auch einer der Erfolgsfaktoren, die wir hier schon im ESC-Podcast, behandelt haben. Man muss eine Show von weltweiter Größe in drei Minuten abbilden. Und das hat er eben einfach mit Bravour vorgemacht. Und hat dann eben noch durch seine Stimme ein ganz neues und modernes Element für den ESC, muss ich sagen, reingebracht.
Weil es erinnert auch ein bisschen, finde ich, an die Stimme an K-Pop. Und daher kennt man ja hohe Stimmen schon. Und deswegen ist es nicht ganz so neu. Aber für den ESC ist es auf jeden Fall neu. Absoluter Wahnsinn. Und ich finde einfach schön.
Michael Dierks: Also ich habe das ja jetzt hingesehen, da, wo alle aufgetreten sind, da ist mir ja schon komplett sowas von herausgepurtelt aufgefallen, wo ich dachte, wow, entweder keiner rafft es oder er wird es. Und er ist es geworden. Und ich finde eben ganz schön, wir sagen ja immer alle hier, Vielfalt, das ist Vielfalt. Und das ist mal komplett, ich habe sowas noch nie gehört und gesehen, wie diese Person, ich freue mich tierisch, der Oberwahnsinn.
Alexander: Ich verstehe auch nicht. Also wir haben es ja gerade beide probiert, bevor der Aufnahme so hoch zu kommen, um zu singen. Ich verstehe nicht, wie man so hoch kommt. Also auch Nemo, also Nemo kommt ja auch schon sehr hoch. Aber ich glaube, JT kommt tatsächlich noch ein Stück höher. Es ist die Schlacht des Hochsingens.
Michael Dierks: Ja, und ich meine, das gehört ja noch weiter uns dazu. Es ist ja nicht nur ein Hohen. Es ist nicht nur ein Hohen, zu treten, sondern zu halten. Ja. Und es muss Druck dahinter sein. Auf jeden Fall. Das sollte sich ja nicht anhören wie eine ausgeblasene Kerze.
Einspieler: Das ist richtig, richtig, ja. Ja.
Alexander: Und das kann er auf jeden Fall. Absolut. Total. Super. Da müssen wir auch noch ein bisschen was zu JT sagen, weil das ist tatsächlich bisher noch ein bisschen kurz gekommen. Zu allem habe ich bisher im Podcast erzählt, wo kommen Sie her, was haben Sie gemacht. Nur zu JJ habe ich nur gesagt, er heißt JJ und kommt aus Österreich. Das müssen wir also auf jeden Fall noch mal ein bisschen umreisen. In Wien geboren tatsächlich, lebte allerdings bis zum 15. Lebensjahr mit seiner Familie in Dubai.
Mit elf Jahren hat er beim Heimatbesuch in Wien zum ersten Mal tatsächlich die Oper besucht. Und da kommt das dann wahrscheinlich her. Singen hat er sich selber beigebracht, mithilfe von YouTube. Und er ist gerade Student und studiert klassische Musik. An der Kunst-Privat-Universität der Stadt Wien. Und er ist tatsächlich auch an der Staatsoper zu sehen und es wohl auch zu hören.
Michael Dierks: Ja, ganz toll. Da kommt das her.
Alexander: Also er hat schon ein bisschen was auf dem Kerbholz, würde ich sagen.
Michael Dierks: Schön, wie er sich gefreut hat. Ja. Ja, alle. Ich meine, es war ein wunderschöner Moment.
Alexander: Und ich sehe gerade, ich lese das hier gerade, die Inszenierung ist, für die Inszenierung ist Stage Director Sergio Jahn, verantwortlich, der auch im vergangenen Jahr vom Bambi-Thug Doomsday Blue inszeniert hatte, was ich ja hier im Podcast rauf und runter gefeiert habe. Wer hat dich denn, Michael, jetzt kommen wir mal ein bisschen von JJ weg, wer hat dich denn heute am meisten überrascht? Außer JJ.
Michael Dierks: Mich hat überrascht jetzt mal was, ja, genau. Also, Schweiz hat ja gar keinen Punkt bekommen. Das fand ich sehr krass, weil das war super. Wunderschön. Ich habe jedes Mal, wenn ich das höre, Gänsehaut bekommen.
Alexander: Das ist die Schweizerin Zoe Mee, mit ihrem Song Voyage, der heute Abend einen totalen Kontrast gesetzt hat zu allen anderen Songs, die ja emotional mehr aufgepeitscht haben. Zoe Mee ist ruhiger geworden und hat das runterreduziert, hat auch keine Schnitte gehabt in ihrem Auftritt, sondern es ist alles mit einer einzigen Steadicam, so wie damals bei Salvador Sobral für Frankreich inszeniert. Ihr Song ist eine ruhige Ballade, deren Hauptelemente aus Klavier und Streichern bestehen.
In seiner Dramatik bleibt das Lied fast durchgängig auf der gleichen ruhigen Stufe, auf der es auch anfänglich beginnt. Und das fand ich halt eben auch sehr überraschend, weil es eben total das Kontrastprogramm war in diesem ESC. Und das hat von der Jury auch total viele Punkte gegeben und vom Publikum, genau wie du sagst, eben gar keine.
Michael Dierks: Das fand ich heftig. Aber das Publikum ist das Publikum. Und wenn das so ist, ist das so. Und das ist der Wahrheitsmoment, sage ich. Weil im Endeffekt bestimmt, wie gesagt, das Publikum, ob jemand ein Star ist oder wird oder nicht. Weil die hören es ja dann auch. Die kaufen es ja auch. Und das ist der Geschwack.
Alexander: Was hat mich trotzdem aber sehr überrascht, weil normalerweise ist so ein Kontrastprogramm, also dich ja auch, aber so ein Kontrastprogramm ist ja eigentlich auch mal schön. Das fällt ja eigentlich auch auf. Also uns ist es ja auf jeden Fall aufgefallen. Du hast mir ja sogar noch geschrieben von dem schönen Auftritt. Und im Finale ist auch, die Steadicam nicht aufgefallen. Das habe ich schon im Podcast in der letzten Spezialfolge erzählt, dass im Halbfinale ist ja die Steadicam ausgefallen.
Und diese ganzen Effekte mit, wo die Steadicam sich schneller um sie herum bewegt und alles lila eingefärbt ist, das war im Halbfinale gar nicht zu sehen. Da mussten die schnell notfalls auf irgendwelche anderen Kameras umschalten. Und der ganze Effekt war total verpufft. Das fand ich sehr schade. Aber das war jetzt im Finale ja gar nicht. Deswegen, naja, das war individuell auf jeden Fall traurig. Viele waren ja auch total nervös. Ich weiß nicht, ob du schon die Podcast-Folge gehört hast,
aber Abo und Tünner, beziehungsweise Tünner hauptsächlich, waren total nervös im Halbfinale. Und ihre Stimme ist total brüchig gewesen.
Einspieler: Und das hat man wirklich stark gehört. Bye, bye, bye, bye, bye, bye.
Michael Dierks: Das ist wahrscheinlich der Bruch davon, ne? Richtig, richtig. Also,
Alexander: manche können damit einfach besser umgehen mit der Bühne. Weil hier die Israelin, Juwal Rafael, steht ja auch zum ersten Mal auf so einer großen ESC-Bühne. Die ist noch gar nicht so lange dabei. Die ist auch erst durch den Vorentscheid auf die große Bühne gekommen. Den israelischen Vorentscheid. Und die macht das so, als würde sie schon seit 20 Jahren auf der Bühne stehen.
Michael Dierks: Absolut. Bin ich auch voll ausgegangen.
Alexander: Ja, ist aber tatsächlich nicht so.
Einspieler: Sie ist tatsächlich,
Alexander: eigentlich hat noch keine so lange Bühnenerfahrung. Aber sie steht da, als hätte sie noch nie irgendwas anderes gemacht. Also, das ist schon beeindruckend. Und, ja, manche anderen sind halt nervös gewesen. So wie auch JJ jetzt beim Finale etwas, für mich etwas nervöser rübergekommen ist. Im Vergleich zum Halbfinale tatsächlich. Weil jetzt im Finale, da ging es natürlich um alles. Und ihm wurde wohl auch zwischendurch verboten, dass er außerhalb der Bühne überhaupt singt,
um die Stimme eben zu schonen. Das heißt, da ist wahrscheinlich auch ordentlich Druck dahinter gewesen. Ich hatte nur Angst,
Michael Dierks: dass er den Pokal kaputt smasht auf der Bühne. Einmal hat er,
Alexander: bei seinem Siegerauftritt, hat er den Pokal so fast geschleudert. Und da habe ich gesagt, jetzt lässt er ihn los.
Michael Dierks: Ja, da gibt es ja schon eine Vorgeschichte. Ja, da gibt es
Alexander: eine Vorgeschichte. Und zwar mit Nemo, der im letzten Jahr als Sieger, dem ist das einfach runtergefallen. Zack, und das Ding war zerbrochen. Und das haben sie auch in einem Einspieler tatsächlich am Anfang thematisiert. Haben sie Nemo weggeschoben von dem Pokal. Der hat ihn nämlich gesehen, hab gedacht, kann ich ihn haben? Ja, genau.
Einspieler: Nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein.
Alexander: Ja, das ist krass. Wer mir auch dieses Jahr positiv aufgefallen ist, wie eigentlich auch jedes Jahr, ist die Ukraine.
Michael Dierks: Der Song war der Wahnsinn.
Alexander: Der war wirklich der Wahnsinn.
Michael Dierks: Aber das fand ich richtig gut. Alles. Performance, Stimme, Songaufbau, alles. Und auch da bin ich wieder unverzweifelt. Es geht mir wirklich nur um die Musik. Und die Musik, it should be spreading the love and the freedom.
Alexander: Ja, das tut es auf jeden Fall. Ja, und deshalb
Michael Dierks: bin ich da auch nicht, sondern es war einfach der Hammer. Super coole Leute auf der Bühne. Song, Musik, Outfit, alles hat gestimmt. Und für mich war es auch irgendwie neu. Da habe ich auch gesehen, so wie das rübergebracht wurde, in dem Ganzen kam das für mich mal ein bisschen, was Neues, was man so vielleicht auch aus dem Land so noch nicht voll so gesehen hat. Also ich fand das top.
Alexander: Die haben auch einen interessanten Namen. Soll ich dir sagen? Ja, bitte. Zifferblatt heißen die. Das klingt fast wie ein deutscher Name, aber es wird nicht Ziffernblatt geschrieben, sondern das N und das letzte T von Ziffernblatt fehlt. Aber es spricht sich tatsächlich Zifferblatt aus. Und ihr Song heißt Bird of Prey. Der Song soll an die Powerzeit der 1970er Jahre erinnern. Und deswegen haben die über die Kameralinse auch so einen Glow-Effekt gelegt,
dass das alles so die Farben immer so warberig ausgesehen haben. Und die Tänzerinnen, so hat der Song ja begonnen, die hatten ja so fast wie Glühwürmchen in der Hand gehabt, die dann fast über die Bühne geflogen sind. Und mit diesen Lichtspielen hat die ganze Inszenierung gearbeitet. Der Song selber hat Indie-Funk-Einflüsse, die den Klang der 1970er Jahre so ein bisschen transportieren soll. Und in der Zeit, in der Mitte kommt dann Alternative-Rock dazu
und ein bisschen Pop, wo dann eine Sängerin im Hintergrund zu hören ist.
Michael Dierks: Und der Name ist natürlich für die Schweizer leicht zu merken, Zifferblatt. Die haben doch so schöne Toren dort.
Alexander: Die Schweizer haben viel mit Ziffernblättern zu tun.
Einspieler: Das stimmt auf jeden Fall. Mit sehr teuren Ziffernblättern. Ja, absolut.
Michael Dierks: Die schönsten Ziffernblätter gibt es aus der Schweiz.
Einspieler: Ja, auf jeden Fall. Vor allem...
Michael Dierks: Zum Sammeln. Vor allem, und das haben sie, in der Sendung auch betont,
Alexander: die Ziffernblätter der Schweizer sollen wohl in einer Million Jahren irgendwie so eine halbe Sekunde oder so nachgehen. Das glaube ich denen auch jetzt einfach mal. Aber auf jeden Fall, die Betonung von schweizerischen Produkten ist in diesem ESC auf jeden Fall sehr präsent gewesen. Das kann man auf jeden Fall sagen.
Michael Dierks: Beste Schokolade. Beste Uhren. Beste Backware.
Alexander: Und der ESC selber kommt auch aus der Schweiz. Ist auch aus der Schweiz.
Michael Dierks: Also rum jetzt schon super gut, oder?
Alexander: Es kommt eigentlich alles aus der Schweiz. Ja. Wer hat es gefunden? Wer hat es gefunden? Ich komme eigentlich auch aus der Schweiz. Wirklich jetzt? Nein.
Michael Dierks: Man hat dich in der Schweiz erfunden. Ja, genau.
Alexander: Da hat man mich erfunden, richtig. Super. Und der Podcast kommt somit dann auch aus der Schweiz. Absolut richtig. Die Korte. Der erste Podcast Germany in 12 Points ist das Schweizer Taschenmesser
Einspieler: um den ESC zu gewinnen.
Michael Dierks: Es ist wie bei einer Weltpresse, wer gewonnen hat. Ich sehe jetzt gerade, ich habe natürlich den Ton aus. Jetzt kommt in den großen BBC-Nachrichten auch so ein Rückblick. Da zeigen sie Gewinne aus Österreich und so weiter und so fort. Ja, sollen sie was? Weltpresse ist das jetzt, ne? Weltpresse jetzt, ne? Ja, da ist der JJ, der ist jetzt auf jeden Fall gefragt.
Alexander: Der kann sich jetzt wahrscheinlich über Buchungen in Zukunft nicht mehr beklagen. Also über ausbleibende Buchungen. Eher über zu viele Buchungen wahrscheinlich. Ja, ja, Absagen. Genau, einfach alles absagen. So würde ich auch. Würde ich auch. Deswegen fährt man zum ESC-Contest, weil man danach alles absagt. Deswegen macht man das.
Michael Dierks: Ja, und dann die Gage hoch mit treiben, ne? Ja, das stimmt. Also ich würde dir denke ich schon dazu sagen, wenn... Bing, bing, bing, bing, bing, bing, bing.
Alexander: Ab welcher Summe würdest du als Sieger zusagen? Was ist eine angemessene Summe für ein Booking?
Michael Dierks: Dass ich dann an der Wursttheke singe.
Alexander: Ja, bei mir im Edeka zum Beispiel. Genau, ja, ja.
Michael Dierks: Ich spreche ja, wie gesagt, nicht über Zahlen. Das heißt Geld und Alter. Also haben wir das Thema raus.
Alexander: Ach so, das verstehe ich nicht. Das war, erinnerst du dich noch? Das heißt, das heißt, wir einigen uns, darauf ab einer Million Euro, sagst du bei einem ESC, denkst du bei nach einem ESC-Sieg drüber nach.
Michael Dierks: Für eine Million Lire.
Alexander: Okay, also das kann ich jetzt nicht umrechnen. Ich auch nicht mehr,
Michael Dierks: weil das wird zu viel an den Partien nicht, ne?
Alexander: Also ich bin ab eine Million Yen dabei. Oder so.
Einspieler: Das ist ja umgerechnet nicht so viel.
Michael Dierks: Vielleicht soll ich nächstes Jahr nochmal gut werden. Ja, auf jeden Fall. Ich mach das ja dann. Vielleicht habe ich dann bessere Chancen. Wir machen Stimmtraining
Alexander: und dann sind wir im Duett ganz hoch für Stefan Rapp. Und dann sind wir dann... Meinst du, der macht das wieder? Das ist jetzt die Frage, ne? Das ist jetzt wirklich die Frage. Es ist ja nur, das haben wir noch gar nicht gesagt im Podcast, welcher Platz es jetzt für ABBA und Tünner letzten Endes geworden ist. Ich habe meine Wette gewonnen. Ich habe ja gesagt, sie werden nicht höher als Platz 15 kommen. Ja. Sie sind auf Platz 15.
Michael Dierks: Dann herzlichen Glückwunsch zur Wette. Dankeschön.
Alexander: Und Katjas Favoritin, die Israelin Yuval Raphael, ist auf Platz 2 gelandet.
Michael Dierks: Das heißt, sie hat auch gewonnen.
Alexander: Und das heißt, sie hat auch gewonnen, ja.
Michael Dierks: The winner takes the Lord. Zwei Gewinner, herzlichen Glückwunsch.
Alexander: Wir müssen ja auch ein bisschen Eigenwerbung für den Podcast machen, dass unsere Vorhersagen alle zugetroffen haben. Voll Profis. Genau. Und da lassen wir jetzt mal unter den Tisch sein, dass wir uns bei manchen anderen auch geirrt haben. Zum Beispiel bei Malta. Weil Malta hat eigentlich einen total tollen Auftritt hingelegt mit der Sängerin. Oh, jetzt fällt mir der Name nicht ein. Aber ich habe ihn im letzten Podcast, liebe Zuhörer, müsst ihr den letzten Podcast noch mal hören.
Da habe ich ihn auf jeden Fall gesagt. Malta hat nicht sehr viele Punkte bekommen, auch vom Publikum nicht. Und wir beide, Michael, glauben ja, dass sexualisierte Themen im Moment nicht so, nicht so, ne, im Trend sind. Nicht so, ne? Nee, gar nicht.
Michael Dierks: Ja, auch hier in Spanien war ja auch so die, wie sage ich immer, sexy-hexy, ne? So, wenn das zu offensichtlich ist, schon so, ich sage jetzt mal, wir reden ja über das Thema, die strapfen an, ne? Und dann artet das schon fast im halben Table Dance aus. Ja. Irgendwie kommt es nicht mehr an. Das ist dann so auf die zwölf, so Sex sells. Vielleicht war das mal so früher. We have moved on, ne? Man will jetzt lieber, mal sowas, ja, wie jetzt, ne? Märchenwesen.
Märchenwesen, ja. Märchenwesen. Ein guter Begriff. Märchenwesen.
Alexander: Aber das ist ja auch schön. Davon lässt man sich ja auch gerne verzaubern und in eine ganz neue Welt entführen. Das andere kennt man doch.
Michael Dierks: Aber Märchen sind was Neues, ne?
Alexander: Genau, Sex kennt man, würde ich auch sagen.
Michael Dierks: Oh mein Gott, das habe ich so nicht gesagt. Nee, aber ich. 0190, ruf nicht an. Ruf nicht an. Ja, aber es ist ja wirklich so. Es ist ja ein Thema,
Alexander: was also auch auf Netflix ist ja alles sexualisiert. Also alles, ne? Wenn man sich das anguckt. Und ich glaube wirklich, die Leute, da hast du völlig recht, die haben einfach genug davon und wollen sich lieber in einer Fantasiewelt entführen. Wenn sie in einer Fantasiewelt und mit Fantasie, da kannst du ja alles machen und auch alles sein. Das ist es. So ist es. Das ist es. Das ist ja auch einfach schön, ne? Also ich habe früher auch gerne Fantasy gelesen mit Drachen.
Michael Dierks: Da ist die Welt viel freier, und viel größer.
Einspieler: Ja, auf jeden Fall.
Michael Dierks: Als das Ding mit den drei Buchstaben. Und das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum dieses Milkshake aus Australia.
Alexander: Ja, der Milkshake-Man, genau. Ja, genau.
Michael Dierks: Weil es wahrscheinlich auch zu plump am Ende des Tages war.
Alexander: Obwohl er es ja schon versucht hat zu kaschieren, indem er ja wirklich eine Milkshake-Maschine dahingestellt hat. Aber die Leute haben das nämlich abgekauft, dass es um diesen Punkt geht.
Michael Dierks: Ja, es ist ja auch visuell. Und ich meine, man hört die Stimme, man hört den Text vielleicht, aber dazu kommt noch was. The body language. Ja, das stimmt. Die Performance. Der Blick. Der Blick.
Einspieler: Und der hat die komische Blicke. Also das waren nur zwei... Ich sage nichts mehr dazu. Das war komisch. Komische Blicke.
Alexander: Das sind halt einfach Signale, die wir im Moment nicht mehr so, zumindest nicht in solchen Inszenierungen sehen wollen.
Michael Dierks: Deshalb freue ich mich auch so sehr, wenn man gewonnen hat. Ich finde das wunderbar. Ja.
Alexander: Vor allem auch für die richtigen Sachen und auch für den richtigen Song und auch für die richtige Inszenierung. Das finde ich auch.
Michael Dierks: Ich muss mal jetzt einfach ernst werden. Es ist, ich finde, man lebt in einer Zeit mittlerweile, es wird einem auch zu viel und alles Mögliche so ein bisschen aufgebrummt. Das stimmt, ja. Dass da irgendwelche hin, Messages, Signale oder eben wieder diese drei Buchstaben oder Politik und tralala. Und das war von dem allen befreit. Da ging es nur um die Hammerstimme, die man so noch nie in dem Sinne von so einer Person erwartet gehört hätte. Und da ging es nur rein um Entertainment,
Performance, die Märchenwelt. Traumhaft. Ideal. Dieser Gewinn ist mehr als nur ein Gewinn. Ich glaube an die Menschheit. Ich danke euch an euch draußen, obwohl ich selber gar nicht davon, was habe. Ihr gebt mir Hoffnung, dass ihr so jemanden gewinnen lässt. Ich weine nicht. Ich bin stark.
Alexander: Michael, das hast du sehr schön gesagt. Sehr, sehr schön. Dankeschön. Sehr, sehr schön. Wuh! Wuh! Ja, und damit müssen wir uns für diese Folge schon wieder verabschieden, denn die Zeit ist leider schon wieder abgelaufen. Liebe Zuhörer und Zuhörer, wir vom ESC-Podcast danken euch, dass ihr bis hierhin dabei gewesen seid. Aber ihr dürft euch jetzt noch nicht deabonnieren und abschalten. Bis zum nächsten Jahr. Denn es kommen nämlich noch ein paar Folgen
vom ESC-Podcast. Unter anderem haben wir jemanden im Podcast, die nicht sehen kann, aber dafür sehr gut hören kann und sich deswegen auch musikalisch natürlich ganz anders mit dem ESC auseinandersetzen kann. Und darauf könnt ihr euch freuen. Michael, ich danke dir auf jeden Fall, dass du im Podcast mit dabei gewesen bist, dass wir uns hier so schön auch vor dem Podcast unterhalten haben über den ESC. Das freut mich total, weil Katja ist ja krank.
Michael Dierks: Gute Besserung, Katja. Ich vermisse dich. Ja, ich auch. Ich auch. Ja.
Alexander: Und dass du jetzt mein Sparring-Partner bist. Wir könnten Katja jetzt ja ersetzen. Katja, wenn du nicht wiederkommst. Wenn du nicht wiederkommst. Ich freue mich auf jeden Fall, dass Katja beim nächsten Mal hoffentlich wieder dabei ist. Natürlich. Tschüss und bis dann. Ciao. Tschüss. Ciao.
Jetzt reinhören
Der ESC-Podcast, der will, dass Deutschland wieder gewinnt.
