
Direkt nach dem ersten Halbfinale des ESC 2025 in Basel am 13. Mai meldet sich Alex in dieser Spezialfolge allein, Katja ist krank. Sein Fazit zum ersten Halbfinale: Die Show startet mit spektakulären Inszenierungen und lässt dann stark nach. Alex schaut sich an, wer die neue LED-Bühne in Basel wirklich nutzt: Island, Polen und Spanien mit Melodys „Esa diva“, die der Folge ihren Titel gibt. Dazu kommen Estland, der Schweizer Beitrag von Zoë Më und eine Warnung an Abor & Tynna: Stroboskop allein reicht nicht.
Die wichtigsten Aussagen
Eine Bühne für 3D-Effekte: Island setzt den Maßstab
„Die Bühne ist riesig, es ist ein wirklich riesiger LED-Screen.“
Neu sind 3D-Effekte auf Boden und Rückwand. Island eröffnet mit VÆB und „Róa“. Den Song findet Alex eher unauffällig, die Inszenierung mit Gaming-Optik und virtuell schwimmenden Sängern dafür umso stärker:
„Also das war der Wahnsinn, was von der Inszenierung her möglich ist.“
Polen: Justyna Steczkowska und ihr Drache
Direkt danach Polen: Justyna Steczkowska stand schon 1995 für ihr Land auf der ESC-Bühne. In „Gaja“ besingt sie eine Göttin, mit Lanze in der Hand, während ein 3D-Drache unter ihr hindurchtaucht. Auch hier überzeugt Alex die Show mehr als der Song:
„Und damit setzen diese beiden Songs, Island und Polen, was die visuelle Inszenierung angeht, den Standard eben mit dieser ESC-Bühne in Basel.“
Estland: Tommy Cash verschenkt die Bühne
„Espresso Macchiato“ war nach dem Musikvideo einer der Favoriten. Live nutzt Tommy Cash die große Bühne aber kaum, am witzigsten ist noch ein flatterndes Mini-Flugzeug auf der LED-Wand.
„Der hat einfach auf dieser großen Bühne nicht funktioniert.“
Spanien: die Diva
Spaniens Melody liefert die dritte Inszenierung, die Alex begeistert. Sie beginnt hinter einem Vorhang, fährt scheinbar mit einem Fahrstuhl nach oben, dann fällt der Vorhang und gibt eine Ruinen-Kulisse frei:
„Und das Besondere ist eben, dass sich der ganze Song aufbaut wie eine Geschichte. Er steigert sich eben vom Kleinen aufs Große.“
Schweiz: der One-Shot, der nicht klappte
Zoë Më setzt mit der französischsprachigen Ballade „Voyage“ auf eine reduzierte Inszenierung mit einer einzigen Steadicam-Einstellung. Alex beobachtet, dass das Bild ausgerechnet im Höhepunkt des Songs hängen bleibt:
„Und dadurch ist diese ganze Inszenierung komplett tot.“
Stroboskop statt Idee
Viele andere Beiträge waren für Alex ein „Stroboskop-Feuerwerk“ in Rot. Das gilt seiner Meinung nach auch für die Inszenierung von Abor & Tynna, die er aus einem kurzen Probenausschnitt kennt:
„Und ja, das funktioniert gar nicht. Es kommt nicht an.“
Sein Rat: Entweder die Bühnentechnik gezielt nutzen oder bewusst reduzieren. Oder, wie er augenzwinkernd sagt, einfach mal einen guten Song machen.
Unsere Einordnung
Eine Korrektur zur Folge: Alex sagt, die Schweiz sei wegen der Panne nicht im Finale. Das stimmt nicht. Als Gastgeber war die Schweiz direkt fürs Finale gesetzt und trat im Halbfinale außer Konkurrenz auf, genauso wie Spanien als eines der „Big Five“. Im Finale holte Zoë Më 214 Punkte und Platz 10, alle Punkte kamen von den Jurys, beim Publikum gab es null Punkte. Melody landete für Spanien auf Platz 24. Island, Polen und Estland qualifizierten sich dagegen wirklich aus dem ersten Halbfinale.
Alex‘ Beobachtung zur Bühne bestätigt, was wir im Podcast immer sagen: Kamera und Inszenierung entscheiden mit. Warum Deutschland genau daran oft scheitert, erklären wir unter Warum verliert Deutschland beim ESC? Wie es für Abor & Tynna im zweiten Halbfinale lief, hörst du in der Spezialfolge zum zweiten Halbfinale. Mehr zum deutschen Duo findest du auf der Seite zu Abor & Tynna, den Sieger 2025 in der ESC-Gewinner-Liste.
Häufige Fragen zur Folge
Warum war die Schweiz direkt im ESC-Finale 2025?
Warum trat Spanien im Halbfinale auf?
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Transkript der Folge
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Alexander: Ja, willkommen zurück zum Podcast Germany 12 Points, der ESC-Podcast für Fans und Hater. Dieses Mal aber nur mit mir und ohne Katja, weil Katja ist unverschämterweise einfach krank geworden und das obwohl doch jetzt Halbfinale ist, denn es ist nämlich gerade gelaufen. Ich zeichne gerade auf nach dem Halbfinale tatsächlich und boah Leute, das war vielleicht eine Sendung. Es fing von den Inszenierungen her stark an, hat dann aber leider stark nachgelassen.
Fangen wir mal mit der Bühne an. Die Bühne ist riesig, es ist ein wirklich riesiger LED-Screen. Der Boden ist natürlich, das kennt man ja schon vom ESC, auch ein LED-Screen, aber dieses Mal verfügt der LED-Screen auch über 3D-Effekte und das hat uns bereits der erste Auftritt, der im ersten Halbfinale gelaufen ist. gezeigt. Das ist nämlich Island und die beiden sind angetreten mit ihrem Song Roar und das ist ein energiegeladener Song, auf dem auch ein bisschen gerappt wird,
aber ehrlich gesagt ist das alles sehr eingängig und langweilig. Ich habe mir davon, von diesem Song nicht sehr viel gemerkt. Ich muss das ja auch ablesen, aber die Inszenierung, wie ich sagte, ist erste Sahne gewesen und damit sind sie auch weitergekommen. Die haben da so eine Art Gaming-Element in ihrer Visualisierung. Es sind so Minecraft-artige Wasserwesen durchs Bild geflogen im Hintergrund, also das war total abgefahren und es war auch dreidimensional.
Es ist auf die Kamera zugeflogen und von der Kamera weggeflogen und man hat die beiden Schwimmen sehen, also virtuell schwimmen sehen. Eine der beiden ist nach vorne geglitten auf der Bühne und dann sah es eben durch die Inszenierung so aus, als würde sie tatsächlich in dieser Inszenierung schwimmen. Also das war der Wahnsinn, was von der Inszenierung her möglich ist. Der zweite Auftritt, der aufgefallen ist, kam direkt nach Island, das war nämlich Polen mit der Sängerin Justyna Stekczkowska.
Sie tritt an mit dem Song Gaja und das ist auch eine starke Inszenierung über die Visuals. Es ist ein Drache zu sehen, der sogar dreidimensional unter ihr hinwegtaucht. Es ist ein Drache zu sehen, der sogar dreidimensional unter ihr hinwegtaucht. Das untere Display der Bühne und das Besondere an Justyna Stekczkowska ist, dass sie genau vor 30 Jahren tatsächlich auch schon am Eurovision Song Contest teilgenommen hat und sie ist inzwischen 52 Jahre alt, sieht aber so aus wie 20.
Das ist mir im Einspieler aufgefallen. In dem Song besingt sie eine Göttin, die auch irgendwie gleichzeitig sie selbst ist und entsprechend göttlich opulent tritt sie halt auch auf. Sie hat ein Kostüm, sie hat eine Art Schwert, eine Art Lanze in der Hand und wird eben von dem Drachen quasi umschwärmt. Der Drache unterliegt ihr. Und das ist auch eine tolle Inszenierung geworden. Das Lied selber ist aber auch ehrlich gesagt nicht sehr besonders. Ich kann mich auch nicht mehr daran erinnern.
Es gibt zwar einen relativ ausgeprägten Rhythmus und es gibt so mystisch traditionelle Klänge, so steht das hier in der Beschreibung. Es gibt zwar einen relativ ausgeprägten Rhythmus und es gibt so mystisch traditionelle Klänge, so steht das hier in der Beschreibung. Ehrlich gesagt hat mich dieser Song nicht besonders bewegt, aber die Inszenierung, die ist mir aufgefallen. Und der Song ist natürlich auch weitergekommen. Und damit setzen diese beiden Songs, Island und Polen, was die visuelle Inszenierung angeht, den Standard eben mit dieser ESC-Bühne in Basel.
Ein Favorit, der bereits ja bei den Musikvideos aufgefallen ist, war Tommy Cash mit Espresso Macchiato für Estland. 33 Jahre, ein Kunst-Strapper, der mit seinem etwas besonderen Auftritt und seiner Inszenierung den Koffein-Kick verspricht. Aber man muss sagen, er benutzt die Bühne sehr sparsam. Das Video hat viel mehr versprochen an Spaß, den man bei seinem Auftritt erleben dürfte. Das Einzige, was ziemlich witzig ist, war das flatternde Mini-Flugzeug im Hintergrund auf der LED-Watt.
Aber das war auch schon das Lustigste. Der hat einfach auf dieser großen Bühne nicht funktioniert. Und das Musikvideo war... Das war halt auf einem viel kleineren Raum aufgenommen. Und das ist halt eben schade. Er ist aber trotzdem weitergekommen und kann sich nochmal im Finale beweisen. Ja, Spanien ist auch wieder aufgefallen, ganz besonders auch über die Inszenierung. Das ist der dritte Kandidat, der eine Inszenierung hatte, die die Möglichkeiten der Bühne besonders nutzt und der mir eben auch aufgefallen ist.
Es ist wieder eine Art Diva-Inszenierung. Damit ist Spanien jetzt schon seit... ...mehreren Jahren dabei. Und das Besondere ist eben, dass sich der ganze Song aufbaut wie eine Geschichte. Er steigert sich eben vom Kleinen aufs Große. Und genau das ist auch der Fall bei der Inszenierung selber. Es fängt nämlich an hinter einem Vorhang. Der ist erstmal geschlossen. Man sieht gar nicht sehr viel. Das Bild ist schmal gezogen. Und dann taucht sie durch den Vorhang hindurch.
Das Bild wird breiter. Man sieht die Größe der Bühne stärker. Anschließend... ...das Lied steigert sich, fährt sie mit einer Art Fahrstuhl-Inszenierung. Die Kamera filmt von oben auf sie herab. Und das Bild unten sieht dann aus, als würde sie einen Fahrstuhl hochfahren. Dann zieht die Kamera raus. Und es geht dann auf die nächste Stufe. Dann ist nämlich die Bühne im Hintergrund, wo vorher noch der Vorhang war, umgebaut. Nee, der Vorhang fliegt weg.
Und es wird mit Visuals gearbeitet. Es ist eine große Inszenierung. Es sind Ruinen zu sehen. Es sind diese Auseinanderbröcke. Und das bildet dann den Highlight des Songs. Also das fand ich sehr gut genutzt von der Inszenierung her. Ja, dann gab es noch die deutsch-französische Sängerin Zoé Mee mit ihrem Song Voyage für die Schweiz. Und die wollten das Ganze ähnlich wie der Franzose Salvador Sobral in einem One-Shot aufnehmen mit einer Steadicam. Das ist leider total in die Hose gegangen.
Denn die Steadicam hat in wirklich im wichtigsten Moment... Beim Highlight des Songs ist die Batterie ausgefallen oder die Verbindung ist verloren gegangen. Und die Jury, die Regie, nicht die Jury, die Regie ist nicht so geschickt gewesen wie die Regie in Schweden. Und konnte dann schnell auf eine andere Perspektive umschalten. Sondern es war relativ lange im Bild zu sehen, das Standbild von dieser Kamera. Und deswegen ist die Schweiz auch nicht im Finale.
Obwohl die Schweiz den Eurovision Song Contest... ...hostet. Das ist natürlich sehr schade für sie. Aber da kann man nichts machen. Ich fand die Stimme jetzt auch nicht besonders. Sie wollten eine ruhige Ballade bringen. Klavier und Streicher. Das Ganze sollte total reduziert sein. Im Gegensatz zu den ganzen anderen sehr effektvollen Auftritten, die beim ESC in dem ersten Halbfinale zu sehen waren. Und diese Dramatik, die kann eben nur hergestellt werden, wenn dieser One-Shot mit der Kamera funktioniert.
Und das hat eben... ...gerade im wichtigsten Augenblick nicht funktioniert. Und dadurch ist diese ganze Inszenierung komplett tot. Außerdem war sie jetzt auch nicht die beste Sängerin. Das muss ich ehrlich gesagt sagen. Ich kann ja auch nochmal was zum Inhalt sagen. Also es ist halt eine Ballade. Und es geht dabei um eine Reise zur Menschlichkeit. Dabei nutzt sie Blumen als Metaphern, die gegossen werden müssen, um eine schönere Version von sich selbst zu werden.
Und so weiter und so weiter. Ja, es ist eigentlich ein ganz netter Ansatz. Ja, gerade auch im Kontrast zu den anderen Songs. Denn viele der anderen Bands, über die wir jetzt auch eigentlich nicht mehr großartig quatschen müssen. Weil es ist eigentlich nur ein totales Stroboskop-Feuerwerk gewesen. Also abgesehen von den visuell schönen Inszenierungen, die ich ja gerade angesprochen hatte. Aber es war geblinke, geblanke. Die Farbe Rot kam tausendmal vor.
Und es ist einfach nur eintönig gewesen und einfallslos. Und ja, also man hat... Man hat da irgendwie versucht zu ballern. Das ist auch das Stichwort für Abba und Töner. Die nämlich auch versuchen in ihrer visuellen Inszenierung zu ballern. Eben auch, aber viel geblinken. Das ist ja ein Stroboskop-Effekt. Es blinkt halt eben sehr viel. Es werden sehr viele Lichter aktiviert. Sehr viele Scheinwerfer. Und ja, das funktioniert gar nicht. Es kommt nicht an.
Weil es halt nicht zielgerichtet ist. Also entweder performst du eben technisch stark. So, indem du halt wirklich die visuellen Elemente... die sich auf dieser Bühne bieten, die halt auch da relativ clean sind. Eben effektiv nutzt, mit besonderen Visuals. Oder du reduzierst deine Inszenierung. Oder, oder, oder machst halt eben auch einen guten Song. Das könnte man ja auch mal probieren. Ja, also das da ist halt mit den Stroboskop-Effekten. Wo eben auch Balla eben, das haben wir in dem mal kurzen Ausschnitt schon gesehen,
draufsetzen wird. Da ist nichts mehr zu reißen. Jetzt muss ich niesen, Leute. Ja, ich würde sagen. Das war es auch schon vom Update. Ich verabschiede mich und wir hören uns direkt nach dem zweiten Halbfinale am Donnerstag wieder in einer Folge, die wir dann direkt im Anschluss raussauen. Bye, bye und ciao, ciao. Und Katja, jetzt werd mal gesund und komm wieder zurück.
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Der ESC-Podcast, der will, dass Deutschland wieder gewinnt.
