ESC 2020 in Rotterdam: der abgesagte Song Contest

ESC 2020: Der Song Contest in Rotterdam wurde am 18. März 2020 wegen Corona abgesagt, einen Gewinner gibt es nicht. Alle 41 Beiträge und die Ersatzshow.

Aktualisiert am 4 Min. Lesezeit

Symbolbild: ESC-Bühne im Stil der 2020er-Jahre
KI

Den ESC 2020 gab es nicht: Der Wettbewerb in Rotterdam wurde am 18. März 2020 wegen der COVID-19-Pandemie abgesagt, es gibt deshalb keinen Gewinner und keine Platzierungen. Es war die erste Absage in der Geschichte des Eurovision Song Contest. Die 41 Länder hatten ihre Beiträge da schon ausgewählt, Deutschland wäre mit Ben Dolic und „Violent Thing“ angetreten.

ESC 2020 auf einen Blick

  • Sieger: keiner, der Wettbewerb wurde abgesagt
  • Abgesagt am: 18. März 2020 wegen der COVID-19-Pandemie
  • Austragungsort (geplant): Rotterdam Ahoy, Rotterdam, Niederlande
  • Datum (geplant): Halbfinale am 12. und 14. Mai, Finale am 16. Mai 2020
  • Moderation (geplant): Chantal Janzen, Edsilia Rombley und Jan Smit, online Nikkie de Jager
  • Teilnehmer: 41 Länder mit bereits ausgewählten Beiträgen
  • Ersatzsendung: „Eurovision: Europe Shine a Light“ am 16. Mai 2020 aus Hilversum, ohne Wertung
  • Deutschland: Ben Dolic mit „Violent Thing“ (Deutschland beim ESC 2020)

Alle ausgewählten Beiträge des ESC 2020

Eine Rangliste gibt es für 2020 nicht. Die Tabelle zeigt alle 41 Songs, die für Rotterdam feststanden, als der Wettbewerb abgesagt wurde. Deutschland ist fett markiert.

ESC 2020 in Rotterdam: ausgewählte Beiträge (Wettbewerb abgesagt) – Quellen: en- und de-Wikipedia, abgeglichen; Stand 14. Oktober 2026
LandInterpretSong
AlbanienArilena Ara„Fall from the Sky“
ArmenienAthena Manoukian„Chains on You“
AustralienMontaigne„Don't Break Me“
ÖsterreichVincent Bueno„Alive“
AserbaidschanEfendi„Cleopatra“
BelarusVAL„Da vidna (Да відна)“
BelgienHooverphonic„Release Me“
BulgarienVictoria„Tears Getting Sober“
KroatienDamir Kedžo„Divlji vjetre“
ZypernSandro„Running“
TschechienBenny Cristo„Kemama“
DänemarkBen and Tan„Yes“
EstlandUku Suviste„What Love Is“
FinnlandAksel„Looking Back“
FrankreichTom Leeb„Mon alliée (The Best in Me)“
GeorgienTornike Kipiani„Take Me as I Am“
DeutschlandBen Dolic„Violent Thing“
GriechenlandStefania„Supergirl“
IslandDaði og Gagnamagnið„Think About Things“
IrlandLesley Roy„Story of My Life“
IsraelEden Alene„Feker Libi (ፍቅር ልቤ)“
ItalienDiodato„Fai rumore“
LettlandSamanta Tīna„Still Breathing“
LitauenThe Roop„On Fire“
MaltaDestiny„All of My Love“
MoldauNatalia Gordienko„Prison“
NiederlandeJeangu Macrooy„Grow“
NordmazedonienVasil„You“
NorwegenUlrikke„Attention“
PolenAlicja„Empires“
PortugalElisa„Medo de sentir“
RumänienRoxen„Alcohol You“
RusslandLittle Big„Uno“
San MarinoSenhit„Freaky!“
SerbienHurricane„Hasta la vista“
SlowenienAna Soklič„Voda“
SpanienBlas Cantó„Universo“
SchwedenThe Mamas„Move“
SchweizGjon's Tears„Répondez-moi“
UkraineGo_A„Solovey (Соловей)“
Vereinigtes KönigreichJames Newman„My Last Breath“

Warum der ESC 2020 abgesagt wurde

Der 65. Eurovision Song Contest sollte im Mai 2020 im Rotterdam Ahoy stattfinden. Die Niederlande wären nach 1958, 1970, 1976 und 1980 zum fünften Mal Gastgeber gewesen, nachdem Duncan Laurence 2019 mit „Arcade“ gewonnen hatte. Motto war „Open Up“, die Bühne hatte wie schon in den Jahren davor Florian Wieder entworfen.

Im Frühjahr 2020 breitete sich das Coronavirus in Europa aus. Am 18. März 2020 zog die EBU die Reißleine und sagte den ESC ab. Nie zuvor war der Wettbewerb seit seinem Start 1956 ausgefallen.

Zwei Tage später, am 20. März 2020, folgte die Entscheidung, die viele Fans hart traf: Die Songs von 2020 durften im Jahr darauf nach den Regeln des Wettbewerbs nicht noch einmal antreten. Ob dieselben Künstlerinnen und Künstler 2021 mit einem neuen Lied zurückkehren, durfte jeder Sender selbst entscheiden.

Europe Shine a Light statt Finale

Am 16. Mai 2020, dem Tag des geplanten Finales, lief stattdessen „Eurovision: Europe Shine a Light“. Die Sendung kam aus Hilversum, stellte die ausgewählten Beiträge vor und hatte keine Wertung. Noch während der Sendung wurde bestätigt, dass Rotterdam auch den ESC 2021 ausrichtet.

Wer wissen will, wer den ESC 2020 „gewonnen“ hätte, findet keine offizielle Antwort. Mehrere Sender veranstalteten eigene Abstimmungen und Ersatzshows, aber keine davon ist ein Ergebnis des Eurovision Song Contest.

Was aus den Acts von 2020 wurde

26 der für 2020 ausgewählten Acts standen 2021 in Rotterdam wieder auf der Bühne, mit neuen Songs. Einige davon landeten ganz vorne: Gjon's Tears wurde für die Schweiz Dritter, Daði og Gagnamagnið kamen für Island auf Platz 4, Go_A für die Ukraine auf Platz 5. Andere Länder schickten 2021 neue Acts. Italien etwa trat statt mit Diodato und „Fai rumore“ mit Måneskin an und gewann.

Unsere Einschätzung: Für die Acts von 2020 war die Absage bitter, weil ein ESC-Song genau auf diesen einen Abend hin gebaut wird. Dass so viele trotzdem ein zweites Mal antraten und 2021 vorne mitspielten, spricht für sie. Wie viel Planung hinter einem ESC-Auftritt steckt, beschreiben wir auf Wie gewinnt man den ESC?.

Deutschland beim ESC 2020

Für Deutschland war Ben Dolic mit „Violent Thing“ ausgewählt. Der Sänger aus Slowenien war 2018 Zweiter bei „The Voice of Germany“ geworden. Eine Platzierung gibt es wegen der Absage nicht, und 2021 trat Ben Dolic nicht noch einmal an, stattdessen fuhr Jendrik nach Rotterdam. Die ganze Geschichte steht auf Deutschland beim ESC 2020.

Vorher und nachher

Davor gewann Duncan Laurence in Tel Aviv: ESC 2019. Danach holte Rotterdam den ESC nach, Måneskin siegten für Italien: ESC 2021. Alle Siegerinnen und Sieger seit 1956 stehen in der ESC-Gewinnerliste.

Häufige Fragen

Wer hat den ESC 2020 gewonnen?
Niemand. Der ESC 2020 in Rotterdam wurde am 18. März 2020 wegen der COVID-19-Pandemie abgesagt. Es gab keine Halbfinale, kein Finale und keine Wertung.
Was lief statt des ESC 2020?
Am 16. Mai 2020, dem Tag des geplanten Finales, zeigten die Sender die Ersatzsendung „Eurovision: Europe Shine a Light“ aus Hilversum. Sie stellte die 41 ausgewählten Beiträge vor, ohne Abstimmung.
Wer hätte Deutschland beim ESC 2020 vertreten?
Ben Dolic mit „Violent Thing“. 2021 trat er nicht erneut an, für Deutschland fuhr dann Jendrik nach Rotterdam.

Quellen

  1. en.wikipedia.org/wiki/Eurovision_Song_Contest_2020
  2. de.wikipedia.org/wiki/Eurovision_Song_Contest_2020
  3. eurovisionworld.com/eurovision/2020
  4. en.wikipedia.org/wiki/Eurovision_Song_Contest_2021
  5. de.wikipedia.org/wiki/Eurovision_Song_Contest_2021

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