ESC 2003 in Riga: Sertab Erener gewinnt mit „Everyway That I Can“

ESC 2003 in Riga: Sertab Erener holt mit „Everyway That I Can“ und 167 Punkten den ersten Sieg der Türkei. Alle 26 Platzierungen, t.A.T.u., Junior ESC.

Aktualisiert am 4 Min. Lesezeit

Sertab Erener im goldenen Outfit mit Tänzern auf der Bühne bei der Eröffnung des ESC 2004 in Istanbul
Foto: Daniel Aragay from Vacarisses, Catalunya, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Den ESC 2003 gewann die Türkei: Sertab Erener holte am 24. Mai 2003 in Riga mit „Everyway That I Can“ 167 Punkte. Es war der erste türkische Sieg, und er fiel denkbar knapp aus: nur 2 Punkte vor Belgien und 3 vor Russland. Deutschland landete mit Lou und „Let's Get Happy“ auf Platz 11.

ESC 2003 auf einen Blick

  • Sieger: Sertab Erener (Türkei)
  • Song: „Everyway That I Can“, geschrieben von Sertab Erener und Demir Demirkan
  • Punkte: 167
  • Austragungsort: Skonto Hall, Riga, Lettland
  • Datum: 24. Mai 2003
  • Moderation: Marie N und Renārs Kaupers
  • Teilnehmer: 26 Länder (Rekord), alle 26 Beiträge im Finale
  • Deutschland: Lou mit „Let's Get Happy“, Platz 11 mit 53 Punkten (alle deutschen Platzierungen)

Die komplette Rangliste des ESC 2003

Alle 26 Beiträge des Finales mit Platz und Punkten. Deutschland ist fett markiert.

Endergebnis des ESC 2003 in Riga, Finale am 24. Mai 2003 – Quellen: en- und de-Wikipedia, abgeglichen; Stand 14. Oktober 2026
PlatzLandInterpretSongPunkte
1TürkeiSertab Erener„Everyway That I Can“167
2BelgienUrban Trad„Sanomi“165
3Russlandt.A.T.u.„Ne ver', ne boisia“164
4NorwegenJostein Hasselgård„I'm Not Afraid to Move On“123
5SchwedenFame„Give Me Your Love“107
6ÖsterreichAlf Poier„Weil der Mensch zählt“101
7PolenIch Troje„Keine Grenzen – Żadnych granic“90
8IslandBirgitta„Open Your Heart“81
8SpanienBeth„Dime“81
10RumänienNicola„Don't Break My Heart“73
11IrlandMickey Harte„We've Got the World“53
11DeutschlandLou„Let’s Get Happy“53
13NiederlandeEsther Hart„One More Night“45
14UkraineOlexandr„Hasta la vista“30
15KroatienClaudia Beni„Više nisam tvoja“29
16Bosnien und HerzegowinaMija Martina„Ne brini“27
17GriechenlandMando„Never Let You Go“25
18FrankreichLouisa Baïleche„Monts et merveilles“19
19IsraelLior Narkis„Words for Love“17
20ZypernStelios Constantas„Feeling Alive“15
21EstlandRuffus„Eighties Coming Back“14
22PortugalRita Guerra„Deixa-me sonhar“13
23SlowenienKarmen„Nanana“7
24LettlandF.L.Y.„Hello from Mars“5
25MaltaLynn Chircop„To Dream Again“4
26Vereinigtes KönigreichJemini„Cry Baby“0

So lief der Eurovision Song Contest in Riga 2003

Lettland richtete nach dem Sieg von Marie N die 48. Ausgabe aus, in der Skonto-Halle in Riga. Moderiert haben Marie N selbst und Renārs Kaupers, der Sänger von Brainstorm, die 2000 Dritte geworden waren. Mit 26 Ländern gab es einen neuen Teilnehmerrekord, die Ukraine war zum ersten Mal dabei.

Das Finale war eines der spannendsten überhaupt. Zwischen der Türkei, Belgien und Russland lagen am Ende nur 3 Punkte. Belgien war mit Urban Trad und „Sanomi“ ein echter Außenseiter, gesungen in einer erfundenen Sprache.

Viel Wirbel gab es um Russland. Für den Auftritt des Duos t.A.T.u. hielt die EBU eine Aufzeichnung bereit, falls es auf der Bühne zu einer Provokation kommen sollte. Am Ende wurde t.A.T.u. Dritter. Danach beschwerte sich Russland, weil Irland wegen technischer Probleme seine Ersatzjury statt des Televotings gewertet hatte. Mit dem irischen Televoting wäre Russland Zweiter geworden, am Sieg der Türkei hätte sich nichts geändert.

Ganz unten landete das Vereinigte Königreich: Jemini bekamen mit „Cry Baby“ 0 Punkte, das schlechteste britische Ergebnis aller Zeiten. Technisch gab es eine Neuerung, die bis heute Standard ist: Die Punktetafel sortierte sich während der Wertung erstmals automatisch neu. Und Riga war ein Abschied: Es war der letzte ESC an nur einem Abend und der letzte mit Abstiegsregel. Ab 2004 gab es ein Halbfinale.

Der Siegersong: „Everyway That I Can“

Sertab Erener schrieb „Everyway That I Can“ zusammen mit Demir Demirkan. Für die Türkei endete damit nach 28 Jahren Teilnahme die Wartezeit auf den ersten Sieg. Den Pressepreis der Marcel-Bezençon-Preise bekam sie obendrauf.

Sertab Erener winkt lächelnd zwischen Journalisten beim Eurovision Song Contest 2004 in Istanbul
Sertab Erener winkt beim ESC 2004 in Istanbul in die KamerasFoto: Daniel Aragay, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Unsere Einschätzung: Ein moderner Popsong mit orientalischen Klängen und einer Choreo, die man nicht vergisst. Das ist genau die Mischung, die wir in Wie gewinnt man den ESC? als Erfolgsfaktor beschreiben: eigene Identität, modern verpackt. Dass ein Land nach 28 Jahren mit genau diesem Rezept gewinnt, ist für uns ein Lehrstück, auch für Deutschland.

YouTube · Eurovision Song ContestSertab Erener – „Everyway That I Can“ (ESC 2003)

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Der Siegerauftritt beim ESC 2003, offizielles Video der EBU.

Deutschland beim ESC 2003

Für Deutschland sang Lou „Let's Get Happy“, geschrieben von Ralph Siegel und Bernd Meinunger. Mit 53 Punkten kam sie auf Platz 11, punktgleich mit Irland. Eine eigene Seite zu Deutschland 2003 gibt es noch nicht, alle Ergebnisse stehen in unserer Übersicht der ESC-Platzierungen Deutschlands.

Und der Junior ESC 2003?

Im Herbst 2003 kam ein neuer Ableger dazu: Der erste Junior Eurovision Song Contest lief am 15. November 2003 im Forum Kopenhagen, mit 16 Ländern. Gewonnen hat Dino Jelusić aus Kroatien mit „Ti si moja prva ljubav“ und 134 Punkten. Deutschland war nicht dabei und stieg erst 2020 beim Junior ESC ein.

Vorher und nachher

Davor: Marie N und Lettlands Sieg beim ESC 2002 in Tallinn. Danach: das erste Halbfinale und Ruslana beim ESC 2004 in Istanbul. Alle Siegerinnen und Sieger stehen in unserer ESC-Gewinnerliste.

Häufige Fragen

Wer hat den ESC 2003 gewonnen?
Die Türkei mit Sertab Erener und „Everyway That I Can“. Sie holte in Riga 167 Punkte, nur 2 mehr als Belgien und 3 mehr als Russland mit t.A.T.u. Es war der erste türkische ESC-Sieg.
Wer hat den Junior ESC 2003 gewonnen?
Dino Jelusić aus Kroatien mit „Ti si moja prva ljubav“ und 134 Punkten. Der erste Junior Eurovision Song Contest fand am 15. November 2003 in Kopenhagen statt, mit 16 Ländern. Deutschland war nicht dabei.
Welchen Platz belegte Deutschland beim ESC 2003?
Platz 11 von 26, punktgleich mit Irland. Lou bekam mit „Let's Get Happy“ 53 Punkte.

Quellen

  1. en.wikipedia.org/wiki/Eurovision_Song_Contest_2003
  2. de.wikipedia.org/wiki/Eurovision_Song_Contest_2003
  3. eurovision.com/eurovision-song-contest/riga-2003/
  4. de.wikipedia.org/wiki/Junior_Eurovision_Song_Contest_2003
  5. en.wikipedia.org/wiki/Junior_Eurovision_Song_Contest_2003

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