Den ESC 2003 gewann die Türkei: Sertab Erener holte am 24. Mai 2003 in Riga mit „Everyway That I Can“ 167 Punkte. Es war der erste türkische Sieg, und er fiel denkbar knapp aus: nur 2 Punkte vor Belgien und 3 vor Russland. Deutschland landete mit Lou und „Let's Get Happy“ auf Platz 11.
ESC 2003 auf einen Blick
- Sieger: Sertab Erener (Türkei)
- Song: „Everyway That I Can“, geschrieben von Sertab Erener und Demir Demirkan
- Punkte: 167
- Austragungsort: Skonto Hall, Riga, Lettland
- Datum: 24. Mai 2003
- Moderation: Marie N und Renārs Kaupers
- Teilnehmer: 26 Länder (Rekord), alle 26 Beiträge im Finale
- Deutschland: Lou mit „Let's Get Happy“, Platz 11 mit 53 Punkten (alle deutschen Platzierungen)
Die komplette Rangliste des ESC 2003
Alle 26 Beiträge des Finales mit Platz und Punkten. Deutschland ist fett markiert.
| Platz | Land | Interpret | Song | Punkte |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Türkei | Sertab Erener | „Everyway That I Can“ | 167 |
| 2 | Belgien | Urban Trad | „Sanomi“ | 165 |
| 3 | Russland | t.A.T.u. | „Ne ver', ne boisia“ | 164 |
| 4 | Norwegen | Jostein Hasselgård | „I'm Not Afraid to Move On“ | 123 |
| 5 | Schweden | Fame | „Give Me Your Love“ | 107 |
| 6 | Österreich | Alf Poier | „Weil der Mensch zählt“ | 101 |
| 7 | Polen | Ich Troje | „Keine Grenzen – Żadnych granic“ | 90 |
| 8 | Island | Birgitta | „Open Your Heart“ | 81 |
| 8 | Spanien | Beth | „Dime“ | 81 |
| 10 | Rumänien | Nicola | „Don't Break My Heart“ | 73 |
| 11 | Irland | Mickey Harte | „We've Got the World“ | 53 |
| 11 | Deutschland | Lou | „Let’s Get Happy“ | 53 |
| 13 | Niederlande | Esther Hart | „One More Night“ | 45 |
| 14 | Ukraine | Olexandr | „Hasta la vista“ | 30 |
| 15 | Kroatien | Claudia Beni | „Više nisam tvoja“ | 29 |
| 16 | Bosnien und Herzegowina | Mija Martina | „Ne brini“ | 27 |
| 17 | Griechenland | Mando | „Never Let You Go“ | 25 |
| 18 | Frankreich | Louisa Baïleche | „Monts et merveilles“ | 19 |
| 19 | Israel | Lior Narkis | „Words for Love“ | 17 |
| 20 | Zypern | Stelios Constantas | „Feeling Alive“ | 15 |
| 21 | Estland | Ruffus | „Eighties Coming Back“ | 14 |
| 22 | Portugal | Rita Guerra | „Deixa-me sonhar“ | 13 |
| 23 | Slowenien | Karmen | „Nanana“ | 7 |
| 24 | Lettland | F.L.Y. | „Hello from Mars“ | 5 |
| 25 | Malta | Lynn Chircop | „To Dream Again“ | 4 |
| 26 | Vereinigtes Königreich | Jemini | „Cry Baby“ | 0 |
So lief der Eurovision Song Contest in Riga 2003
Lettland richtete nach dem Sieg von Marie N die 48. Ausgabe aus, in der Skonto-Halle in Riga. Moderiert haben Marie N selbst und Renārs Kaupers, der Sänger von Brainstorm, die 2000 Dritte geworden waren. Mit 26 Ländern gab es einen neuen Teilnehmerrekord, die Ukraine war zum ersten Mal dabei.
Das Finale war eines der spannendsten überhaupt. Zwischen der Türkei, Belgien und Russland lagen am Ende nur 3 Punkte. Belgien war mit Urban Trad und „Sanomi“ ein echter Außenseiter, gesungen in einer erfundenen Sprache.
Viel Wirbel gab es um Russland. Für den Auftritt des Duos t.A.T.u. hielt die EBU eine Aufzeichnung bereit, falls es auf der Bühne zu einer Provokation kommen sollte. Am Ende wurde t.A.T.u. Dritter. Danach beschwerte sich Russland, weil Irland wegen technischer Probleme seine Ersatzjury statt des Televotings gewertet hatte. Mit dem irischen Televoting wäre Russland Zweiter geworden, am Sieg der Türkei hätte sich nichts geändert.
Ganz unten landete das Vereinigte Königreich: Jemini bekamen mit „Cry Baby“ 0 Punkte, das schlechteste britische Ergebnis aller Zeiten. Technisch gab es eine Neuerung, die bis heute Standard ist: Die Punktetafel sortierte sich während der Wertung erstmals automatisch neu. Und Riga war ein Abschied: Es war der letzte ESC an nur einem Abend und der letzte mit Abstiegsregel. Ab 2004 gab es ein Halbfinale.
Der Siegersong: „Everyway That I Can“
Sertab Erener schrieb „Everyway That I Can“ zusammen mit Demir Demirkan. Für die Türkei endete damit nach 28 Jahren Teilnahme die Wartezeit auf den ersten Sieg. Den Pressepreis der Marcel-Bezençon-Preise bekam sie obendrauf.

Unsere Einschätzung: Ein moderner Popsong mit orientalischen Klängen und einer Choreo, die man nicht vergisst. Das ist genau die Mischung, die wir in Wie gewinnt man den ESC? als Erfolgsfaktor beschreiben: eigene Identität, modern verpackt. Dass ein Land nach 28 Jahren mit genau diesem Rezept gewinnt, ist für uns ein Lehrstück, auch für Deutschland.
Deutschland beim ESC 2003
Für Deutschland sang Lou „Let's Get Happy“, geschrieben von Ralph Siegel und Bernd Meinunger. Mit 53 Punkten kam sie auf Platz 11, punktgleich mit Irland. Eine eigene Seite zu Deutschland 2003 gibt es noch nicht, alle Ergebnisse stehen in unserer Übersicht der ESC-Platzierungen Deutschlands.
Und der Junior ESC 2003?
Im Herbst 2003 kam ein neuer Ableger dazu: Der erste Junior Eurovision Song Contest lief am 15. November 2003 im Forum Kopenhagen, mit 16 Ländern. Gewonnen hat Dino Jelusić aus Kroatien mit „Ti si moja prva ljubav“ und 134 Punkten. Deutschland war nicht dabei und stieg erst 2020 beim Junior ESC ein.
Vorher und nachher
Davor: Marie N und Lettlands Sieg beim ESC 2002 in Tallinn. Danach: das erste Halbfinale und Ruslana beim ESC 2004 in Istanbul. Alle Siegerinnen und Sieger stehen in unserer ESC-Gewinnerliste.
