Den ESC 1997 gewannen Katrina and the Waves (Vereinigtes Königreich): Die Band holte am 3. Mai 1997 in Dublin mit „Love Shine a Light“ 227 Punkte. Das war die höchste Siegerpunktzahl, die es bis dahin gegeben hatte, und der erste britische Sieg seit 16 Jahren. Außerdem durfte das Publikum zum ersten Mal per Telefon mitstimmen, unter anderem in Deutschland.
ESC 1997 auf einen Blick
- Sieger: Katrina and the Waves (Vereinigtes Königreich)
- Song: „Love Shine a Light“, geschrieben von Kimberley Rew
- Punkte: 227
- Austragungsort: Point Theatre, Dublin, Irland
- Datum: 3. Mai 1997
- Moderation: Carrie Crowley und Ronan Keating
- Teilnehmer: 25 Länder, alle 25 Beiträge im Finale
- Deutschland: Bianca Shomburg mit „Zeit“, Platz 18 mit 22 Punkten (alle deutschen Platzierungen)
Die komplette Rangliste des ESC 1997
Alle 25 Beiträge des Finales mit Platz und Punkten. Fünf Länder stimmten per Telefon ab, die anderen per Jury. Deutschland ist fett markiert.
| Platz | Land | Interpret | Song | Punkte |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Vereinigtes Königreich | Katrina and the Waves | „Love Shine a Light“ | 227 |
| 2 | Irland | Marc Roberts | „Mysterious Woman“ | 157 |
| 3 | Türkei | Şebnem Paker and Grup Ethnic | „Dinle“ | 121 |
| 4 | Italien | Jalisse | „Fiumi di parole“ | 114 |
| 5 | Zypern | Hara and Andreas Konstantinou | „Mana mou“ | 98 |
| 6 | Spanien | Marcos Llunas | „Sin rencor“ | 96 |
| 7 | Frankreich | Fanny | „Sentiments songes“ | 95 |
| 8 | Estland | Maarja | „Keelatud maa“ | 82 |
| 9 | Malta | Debbie Scerri | „Let Me Fly“ | 66 |
| 10 | Slowenien | Tanja Ribič | „Zbudi se“ | 60 |
| 11 | Polen | Anna Maria Jopek | „Ale jestem“ | 54 |
| 12 | Griechenland | Marianna Zorba | „Horepse“ | 39 |
| 12 | Ungarn | V.I.P. | „Miért kell, hogy elmenj?“ | 39 |
| 14 | Schweden | Blond | „Bara hon älskar mig“ | 36 |
| 15 | Russland | Alla Pugacheva | „Primadonna“ | 33 |
| 16 | Dänemark | Kølig Kaj | „Stemmen i mit liv“ | 25 |
| 17 | Kroatien | E.N.I. | „Probudi me“ | 24 |
| 18 | Deutschland | Bianca Shomburg | „Zeit“ | 22 |
| 18 | Bosnien und Herzegowina | Alma Čardžić | „Goodbye“ | 22 |
| 20 | Island | Paul Oscar | „Minn hinsti dans“ | 18 |
| 21 | Österreich | Bettina Soriat | „One Step“ | 12 |
| 22 | Schweiz | Barbara Berta | „Dentro di me“ | 5 |
| 22 | Niederlande | Mrs. Einstein | „Niemand heeft nog tijd“ | 5 |
| 24 | Norwegen | Tor Endresen | „San Francisco“ | 0 |
| 24 | Portugal | Célia Lawson | „Antes do adeus“ | 0 |
So lief der ESC 1997
Der ESC 1997 war die 42. Ausgabe und der vierte irische Gastgeberjob in fünf Jahren. Das Point Theatre in Dublin war nach 1994 und 1995 schon zum dritten Mal Austragungsort, so oft wie keine andere Halle.
Wer mitmachen durfte, entschied diesmal der Punkteschnitt der vergangenen Jahre. Damit waren Dänemark, Deutschland, Russland und Ungarn nach dem Aus in der Vorrunde 1996 zurück, auch Italien war wieder dabei. Belgien, Finnland und die Slowakei mussten aussetzen.
Der Jahrgang veränderte den ESC nachhaltig, gleich auf drei Arten:
- Televoting: In Deutschland, Österreich, der Schweiz, Schweden und dem Vereinigten Königreich entschied erstmals das Publikum per Telefon. Der Test lief so gut, dass ab 1998 fast alle Länder umstiegen.
- Playback: Erstmals durfte ein Beitrag komplett zum Band laufen, ohne Orchester. Das machten Deutschland, Irland, Kroatien und Österreich.
- Sichtbarkeit: Islands Paul Oscar war der erste offen schwule Leadsänger beim ESC.
Am unteren Ende der Tabelle wurde es bitter: Norwegen und Portugal blieben beide ohne Punkte. Und Italien verabschiedete sich nach diesem Jahr für lange Zeit, erst 2011 kam das Land zurück. Eine Fan-Tradition begann ebenfalls 1997: Zum ersten Mal ging der Barbara-Dex-Award für das „schlechteste“ Outfit raus, an Debbie Scerri aus Malta.
Der Siegersong: „Love Shine a Light“
„Love Shine a Light“ schrieb Kimberley Rew, der Gitarrist von Katrina and the Waves. Die Band um Sängerin Katrina Leskanich hatte schon in den 1980er-Jahren Hits. Mit 227 Punkten lag sie am Ende klar vor Irland. Für das Vereinigte Königreich war es der fünfte Sieg und der erste seit 1981.

Unsere Einschätzung: Ein Mitsing-Refrain, eine Band mit Bühnenerfahrung und eine positive Botschaft, das funktioniert bei Jury und Publikum gleichermaßen. Der Song passt damit gut zu dem, was wir in Wie gewinnt man den ESC? als Erfolgsfaktor beschreiben: ein Moment, bei dem die ganze Halle mitgeht.
Deutschland beim ESC 1997
Nach dem Aus von 1996 war Deutschland wieder im Finale. Bianca Shomburg sang „Zeit“, komplett zum Playback, und kam auf Platz 18 mit 22 Punkten, punktgleich mit Bosnien und Herzegowina. In Deutschland stimmten die Zuschauerinnen und Zuschauer erstmals selbst per Telefon ab. Eine eigene Seite zu Deutschland 1997 gibt es noch nicht, alle Ergebnisse stehen in unserer Übersicht der ESC-Platzierungen Deutschlands.
Vorher und nachher
Davor: Eimear Quinn und der letzte reine Jury-ESC beim ESC 1996 in Oslo. Danach: Dana International, Guildo Horn und das große Televoting beim ESC 1998 in Birmingham. Alle Siegerinnen und Sieger stehen in unserer ESC-Gewinnerliste.
