ESC 1996 in Oslo: Eimear Quinn gewinnt mit „The Voice“

ESC 1996 in Oslo: Eimear Quinn gewinnt für Irland mit „The Voice“ und 162 Punkten. Alle Platzierungen und warum Deutschland nicht im Finale war.

Aktualisiert am 4 Min. Lesezeit

Eimear Quinn singt im roten Kleid mit Mikrofon beim Het Grote Songfestivalfeest 2019
Foto: Finsent, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Den ESC 1996 gewann Irland: Eimear Quinn holte am 18. Mai 1996 in Oslo mit „The Voice“ 162 Punkte. Es war Irlands siebter Sieg und der vierte in nur fünf Jahren. Deutschland war 1996 nicht dabei: Leon scheiterte mit „Planet of Blue“ in einer Vorrunde, das einzige Mal, dass Deutschland im Finale fehlte.

ESC 1996 auf einen Blick

  • Sieger: Eimear Quinn (Irland)
  • Song: „The Voice“, geschrieben von Brendan Graham
  • Punkte: 162
  • Austragungsort: Oslo Spektrum, Oslo, Norwegen
  • Datum: 18. Mai 1996
  • Moderation: Ingvild Bryn und Morten Harket
  • Teilnehmer: 30 Anmeldungen, 23 Beiträge im Finale nach einer Audio-Vorrunde
  • Deutschland: nicht im Finale, Leon mit „Planet of Blue“ schied in der Vorrunde aus (Platz 24 von 29, Deutschland beim ESC 1996)

Die komplette Rangliste des ESC 1996

Alle 23 Beiträge des Finales mit Platz und Punkten. Es war der letzte ESC, den allein die Jurys entschieden haben.

Endergebnis des ESC 1996 in Oslo, Finale am 18. Mai 1996 – Quellen: en- und de-Wikipedia, abgeglichen; Stand 14. Oktober 2026
PlatzLandInterpretSongPunkte
1IrlandEimear Quinn„The Voice“162
2NorwegenElisabeth Andreassen„I evighet“114
3SchwedenOne More Time„Den vilda“100
4KroatienMaja Blagdan„Sveta ljubav“98
5EstlandMaarja-Liis Ilus and Ivo Linna„Kaelakee hääl“94
6PortugalLúcia Moniz„O meu coração não tem cor“92
7NiederlandeMaxine and Franklin Brown„De eerste keer“78
8Vereinigtes KönigreichGina G„Ooh Aah... Just a Little Bit“77
9ZypernConstantinos„Mono gia mas“72
10MaltaMiriam Christine„In a Woman's Heart“68
10ÖsterreichGeorge Nussbaumer„Weil's dr guat got“68
12TürkeiŞebnem Paker„Beşinci Mevsim“57
13IslandAnna Mjöll„Sjúbídú“51
14GriechenlandMarianna Efstratiou„Emis forame to himona anixiatika“36
15PolenKasia Kowalska„Chcę znać swój grzech“31
16SchweizKathy Leander„Mon cœur l'aime“22
16BelgienLisa del Bo„Liefde is een kaartspel“22
18SlowakeiMarcel Palonder„Kým nás máš“19
19FrankreichDan Ar Braz and l'Héritage des Celtes„Diwanit bugale“18
20SpanienAntonio Carbonell„Ay, qué deseo“17
21SlowenienRegina„Dan najlepših sanj“16
22Bosnien und HerzegowinaAmila Glamočak„Za našu ljubav“13
23FinnlandJasmine„Niin kaunis on taivas“9

So lief der ESC 1996

Für die 41. Ausgabe hatten sich 30 Länder angemeldet, im Finale war aber nur Platz für 23. Statt der Abstiegsregel der Vorjahre gab es deshalb eine Vorrunde, die das Publikum nie zu sehen bekam: Jurys hörten sich die Beiträge im März 1996 nur als Audioaufnahme an. Alle Länder außer Gastgeber Norwegen mussten da durch.

Sieben Länder blieben hängen: Dänemark, Deutschland, Israel, Mazedonien, Rumänien, Russland und Ungarn. Für Deutschland war das ein Schock, denn ein ESC-Finale ohne deutschen Beitrag hatte es bis dahin nie gegeben, und es gab es danach auch nie wieder.

Das Finale selbst kam modern daher. Der norwegische Sender NRK setzte erstmals Computergrafik ein und nannte die Show auf dem Bildschirm „Eurosong '96“. Durch den Abend führten die Journalistin Ingvild Bryn und a-ha-Sänger Morten Harket, rund 6.000 Menschen waren in der Halle.

Gastgeber Norwegen wurde Zweiter, mit Elisabeth Andreassen und „I evighet“. Sie hatte 1985 als Teil von Bobbysocks schon den ersten norwegischen Sieg geholt. Ein späterer Hit landete dagegen nur auf Platz 8: Gina G sang für das Vereinigte Königreich „Ooh Aah… Just a Little Bit“, der kommerziell erfolgreichste Song des Jahrgangs.

Der Siegersong: „The Voice“

„The Voice“ schrieb Brendan Graham, der zwei Jahre zuvor schon „Rock 'n' Roll Kids“ geschrieben hatte. Eimear Quinn sang die getragene Ballade und holte für Irland den vierten Sieg seit 1992.

Unsere Einschätzung: „The Voice“ ist ein typischer Jury-Sieger. Die Jurys belohnten das Kunstvolle, das Publikum hatte eher den Popsong von Gina G im Ohr. Genau diese Lücke zwischen Jury und Publikum wurde zum Argument für das Televoting, das ein Jahr später getestet wurde. Wer heute gewinnen will, muss beide Seiten überzeugen, mehr dazu in unserem Artikel Wie gewinnt man den ESC?

Runde Backsteinfassade der Oslo Spektrum unter blauem Himmel, Austragungsort des ESC 1996
Die Oslo Spektrum, Austragungsort des ESC 1996 (Aufnahme 2007)Foto: Kjetil Ree, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
YouTube · Eurovision Song ContestEimear Quinn – „The Voice“ (ESC 1996)

Beim Laden werden Daten an YouTube übertragen. Direkt auf YouTube ansehen

Der Siegerauftritt beim ESC 1996, offizielles Video der EBU.

Deutschland beim ESC 1996

Deutschland hatte Leon mit „Planet of Blue“ ausgewählt, geschrieben von Hanne Haller und Anna Rubach. In der Audio-Vorrunde kam der Song nur auf Platz 24 von 29 mit 24 Punkten, weiter kamen 22 Beiträge plus Gastgeber Norwegen. Damit fehlte Deutschland zum ersten und bis heute einzigen Mal im Finale. Die ganze Geschichte steht auf Deutschland beim ESC 1996.

Vorher und nachher

Davor: Secret Garden und „Nocturne“ beim ESC 1995 in Dublin. Danach: Irland richtet wieder aus, und beim ESC 1997 darf das Publikum zum ersten Mal per Telefon mitstimmen. Alle Siegerinnen und Sieger stehen in unserer ESC-Gewinnerliste.

Häufige Fragen

Wer hat den ESC 1996 gewonnen?
Irland mit Eimear Quinn und „The Voice“. Sie holte 162 Punkte. Es war Irlands siebter Sieg und der vierte in fünf Jahren.
Warum war Deutschland beim ESC 1996 nicht dabei?
Deutschland scheiterte in einer nicht öffentlichen Audio-Vorrunde. Leon kam mit „Planet of Blue“ dort nur auf Platz 24 von 29 mit 24 Punkten. Es ist das einzige Mal, dass Deutschland im ESC-Finale fehlte.
Wo fand der ESC 1996 statt?
Im Oslo Spektrum in Oslo, Norwegen, am 18. Mai 1996. Moderiert haben Ingvild Bryn und a-ha-Sänger Morten Harket.

Quellen

  1. en.wikipedia.org/wiki/Eurovision_Song_Contest_1996
  2. de.wikipedia.org/wiki/Eurovision_Song_Contest_1996
  3. eurovision.com/eurovision-song-contest/oslo-1996/
  4. en.wikipedia.org/wiki/Eurovision_Song_Contest_1997

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