Den ESC 1996 gewann Irland: Eimear Quinn holte am 18. Mai 1996 in Oslo mit „The Voice“ 162 Punkte. Es war Irlands siebter Sieg und der vierte in nur fünf Jahren. Deutschland war 1996 nicht dabei: Leon scheiterte mit „Planet of Blue“ in einer Vorrunde, das einzige Mal, dass Deutschland im Finale fehlte.
ESC 1996 auf einen Blick
- Sieger: Eimear Quinn (Irland)
- Song: „The Voice“, geschrieben von Brendan Graham
- Punkte: 162
- Austragungsort: Oslo Spektrum, Oslo, Norwegen
- Datum: 18. Mai 1996
- Moderation: Ingvild Bryn und Morten Harket
- Teilnehmer: 30 Anmeldungen, 23 Beiträge im Finale nach einer Audio-Vorrunde
- Deutschland: nicht im Finale, Leon mit „Planet of Blue“ schied in der Vorrunde aus (Platz 24 von 29, Deutschland beim ESC 1996)
Die komplette Rangliste des ESC 1996
Alle 23 Beiträge des Finales mit Platz und Punkten. Es war der letzte ESC, den allein die Jurys entschieden haben.
| Platz | Land | Interpret | Song | Punkte |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Irland | Eimear Quinn | „The Voice“ | 162 |
| 2 | Norwegen | Elisabeth Andreassen | „I evighet“ | 114 |
| 3 | Schweden | One More Time | „Den vilda“ | 100 |
| 4 | Kroatien | Maja Blagdan | „Sveta ljubav“ | 98 |
| 5 | Estland | Maarja-Liis Ilus and Ivo Linna | „Kaelakee hääl“ | 94 |
| 6 | Portugal | Lúcia Moniz | „O meu coração não tem cor“ | 92 |
| 7 | Niederlande | Maxine and Franklin Brown | „De eerste keer“ | 78 |
| 8 | Vereinigtes Königreich | Gina G | „Ooh Aah... Just a Little Bit“ | 77 |
| 9 | Zypern | Constantinos | „Mono gia mas“ | 72 |
| 10 | Malta | Miriam Christine | „In a Woman's Heart“ | 68 |
| 10 | Österreich | George Nussbaumer | „Weil's dr guat got“ | 68 |
| 12 | Türkei | Şebnem Paker | „Beşinci Mevsim“ | 57 |
| 13 | Island | Anna Mjöll | „Sjúbídú“ | 51 |
| 14 | Griechenland | Marianna Efstratiou | „Emis forame to himona anixiatika“ | 36 |
| 15 | Polen | Kasia Kowalska | „Chcę znać swój grzech“ | 31 |
| 16 | Schweiz | Kathy Leander | „Mon cœur l'aime“ | 22 |
| 16 | Belgien | Lisa del Bo | „Liefde is een kaartspel“ | 22 |
| 18 | Slowakei | Marcel Palonder | „Kým nás máš“ | 19 |
| 19 | Frankreich | Dan Ar Braz and l'Héritage des Celtes | „Diwanit bugale“ | 18 |
| 20 | Spanien | Antonio Carbonell | „Ay, qué deseo“ | 17 |
| 21 | Slowenien | Regina | „Dan najlepših sanj“ | 16 |
| 22 | Bosnien und Herzegowina | Amila Glamočak | „Za našu ljubav“ | 13 |
| 23 | Finnland | Jasmine | „Niin kaunis on taivas“ | 9 |
So lief der ESC 1996
Für die 41. Ausgabe hatten sich 30 Länder angemeldet, im Finale war aber nur Platz für 23. Statt der Abstiegsregel der Vorjahre gab es deshalb eine Vorrunde, die das Publikum nie zu sehen bekam: Jurys hörten sich die Beiträge im März 1996 nur als Audioaufnahme an. Alle Länder außer Gastgeber Norwegen mussten da durch.
Sieben Länder blieben hängen: Dänemark, Deutschland, Israel, Mazedonien, Rumänien, Russland und Ungarn. Für Deutschland war das ein Schock, denn ein ESC-Finale ohne deutschen Beitrag hatte es bis dahin nie gegeben, und es gab es danach auch nie wieder.
Das Finale selbst kam modern daher. Der norwegische Sender NRK setzte erstmals Computergrafik ein und nannte die Show auf dem Bildschirm „Eurosong '96“. Durch den Abend führten die Journalistin Ingvild Bryn und a-ha-Sänger Morten Harket, rund 6.000 Menschen waren in der Halle.
Gastgeber Norwegen wurde Zweiter, mit Elisabeth Andreassen und „I evighet“. Sie hatte 1985 als Teil von Bobbysocks schon den ersten norwegischen Sieg geholt. Ein späterer Hit landete dagegen nur auf Platz 8: Gina G sang für das Vereinigte Königreich „Ooh Aah… Just a Little Bit“, der kommerziell erfolgreichste Song des Jahrgangs.
Der Siegersong: „The Voice“
„The Voice“ schrieb Brendan Graham, der zwei Jahre zuvor schon „Rock 'n' Roll Kids“ geschrieben hatte. Eimear Quinn sang die getragene Ballade und holte für Irland den vierten Sieg seit 1992.
Unsere Einschätzung: „The Voice“ ist ein typischer Jury-Sieger. Die Jurys belohnten das Kunstvolle, das Publikum hatte eher den Popsong von Gina G im Ohr. Genau diese Lücke zwischen Jury und Publikum wurde zum Argument für das Televoting, das ein Jahr später getestet wurde. Wer heute gewinnen will, muss beide Seiten überzeugen, mehr dazu in unserem Artikel Wie gewinnt man den ESC?

Deutschland beim ESC 1996
Deutschland hatte Leon mit „Planet of Blue“ ausgewählt, geschrieben von Hanne Haller und Anna Rubach. In der Audio-Vorrunde kam der Song nur auf Platz 24 von 29 mit 24 Punkten, weiter kamen 22 Beiträge plus Gastgeber Norwegen. Damit fehlte Deutschland zum ersten und bis heute einzigen Mal im Finale. Die ganze Geschichte steht auf Deutschland beim ESC 1996.
Vorher und nachher
Davor: Secret Garden und „Nocturne“ beim ESC 1995 in Dublin. Danach: Irland richtet wieder aus, und beim ESC 1997 darf das Publikum zum ersten Mal per Telefon mitstimmen. Alle Siegerinnen und Sieger stehen in unserer ESC-Gewinnerliste.
