
In dieser Folge sind Ragazzki bei uns zu Gast: YouTuber und Musiker Marti Fischer und David Starosciak, die mit „Ciao Ragazzki“ beim deutschen ESC-Vorentscheid 2026 antreten. Aufgenommen haben wir kurz vor der Show am 28. Februar in Berlin. Die beiden erzählen, wie ihre Bewerbung zustande kam, wie schnell es nach der Zusage ging, wie der SWR die Acts unterstützt und was sie auf der Bühne vorhaben. Dazu gibt es unser Schnellfragen-Spiel „60 Seconds Ragazzki für Dummies“, eine ehrliche Einschätzung zu den Siegchancen und zum Schluss eine spontane Live-Kostprobe des Songs. Wer verstehen will, wie es hinter den Kulissen eines Vorentscheids zugeht, bekommt hier einen seltenen Einblick.
Die wichtigsten Aussagen
1. Die Bewerbung begann bei der Plattenfirma
Einen klassischen Castingprozess gab es nicht. Marti erzählt, dass die Frage nach dem ESC bei einem Termin mit seinem Label aufkam.
„Ich kann mich noch erinnern, dass ich mit meinen Ansprechpartnern von Universal bei Universal saß. Und dann haben die gefragt, wie sieht es dieses Jahr eigentlich aus mit ESC-Teilnahme oder Bewerbung.“
Neu war die Idee für die beiden nicht. Ragazzki hatten es schon einmal versucht.
„Aber man muss vielleicht auch dazu sagen, also wir haben uns ja das Jahr davor auch schon beim ESC beworben.“
2. Nach der Zusage wurde es hektisch
Nach monatelanger Funkstille kam die Nachricht Anfang Dezember. Danach mussten in kurzer Zeit Team, Musikvideo und Konzept stehen.
„Im Dezember am 3. kam dann die Nachricht. Und dann war es ab da einfach nur noch rasant.“
Geholfen hat, dass David das visuelle Konzept schon seit der ersten Song-Skizze im Kopf hatte.
„Also, ne, ich mach das beruflich, ne, ich bin Creative Lead in einer Agentur. Das heißt, diese ganze visuelle Geschichte kam dann irgendwie superschnell, weil das Thema das einfach so gut hergibt.“
3. Tänzer ja, fliegender Fiat eher nicht
Zur Bühnenshow lassen sich die beiden nur wenig entlocken. Ein Detail verraten sie aber, und sie erinnern an die Regel, dass maximal sechs Personen auf der Bühne stehen dürfen.
„Das müsste dann am Bühnenrand stattfinden, weil mehr als sechs Leute dürfen nicht auf der Bühne. Wir können, glaube ich, schon mal verraten, dass wir auf jeden Fall TänzerInnen dabei haben werden.“
4. Freiraum vom SWR
Wir wollten wissen, wie viel Unterstützung die Acts vom neuen Verantwortlichen SWR bekommen. Die Antwort fällt positiv aus: Es gibt einen Kreativverantwortlichen für die Bühne mit eigenem Team, aber keine Vorgaben von oben.
„Aber es ist natürlich auch so, dass sie uns auch den Freiraum geben und uns da nicht irgendeine Vision aufdrücken, sondern wir können schon machen, worauf wir Bock haben.“
5. Deutschland unterschätzt die Bühnenshow
Bei unserem Lieblingsthema sind wir uns mit unseren Gästen schnell einig: Die deutschen Beiträge der letzten Jahre wirkten auf der Bühne zu wenig durchdacht.
„Ja, ich finde auch, man gewinnt den Eindruck, als hätte man sich gesagt, nee, das ist ein Songwriting-Wettbewerb und kein Bühnenshow-Wettbewerb.“
„Wir denken halt, dass halt der TV-Auftritt auch ein wesentlicher Faktor ist für die Bewertung am Ende.“
6. Ehrliche Prognose: Kulthit statt ESC-Sieg
Katja sagt Ragazzki offen, was sie vom Song erwartet. Die beiden nehmen es sportlich.
„Ich glaube nicht, dass der Song den ESC gewinnen wird.“
„Aber ich sehe extremes Kulthit-Potenzial in Gesamteuropa.“
Unsere Einordnung
Das Gespräch zeigt, wie der deutsche ESC-Vorentscheid 2026 unter dem SWR funktioniert hat: Vorauswahl über die Labels, eine Zusage im Dezember und dann wenige Wochen bis zur Live-Show. Wer da nicht schon ein fertiges Konzept in der Schublade hat, kommt ins Schwimmen. Ragazzki hatten eins.
Unsere These, dass Deutschland den ESC auch auf der Bühne verliert und nicht nur beim Song, teilen die beiden. Mehr dazu in unserem Artikel Warum verliert Deutschland beim ESC? und in der Folge So gewinnt Deutschland den ESC, auf die Katja im Gespräch verweist.
Den Vorentscheid hat am Ende Sarah Engels gewonnen. Alles rund um Ragazzki sammeln wir auf der Seite zum Interview mit Marti Fischer und Ragazzki. Das Gespräch geht weiter in Teil 2 mit Ragazzki.
Zum Gast
Ragazzki sind Marti Fischer und David Starosciak aus Berlin. Marti ist YouTuber, Musiker und Produzent, David arbeitet als Creative Lead in einer Agentur und hat polnische Wurzeln. Ihr Konzept beschreiben sie selbst als „Deutsche Vita Blockparty“: polnische Beats treffen auf Italo-Disco. Mit „Ciao Ragazzki“ traten sie beim deutschen Vorentscheid 2026 an.
Die Folge auf YouTube
Clips zur Folge auf TikTok
Die Clips laden erst nach Klick. Dabei werden Daten an TikTok übertragen.
Transkript der Folge
Automatisch erstellt und redaktionell geprüft; kleine Abweichungen zum gesprochenen Wort sind möglich. · Transkript herunterladen (.vtt)
Ganzes Transkript lesen
Katja: Ihr Schnuckis, Germany 12 Points, der ESC-Podcast mit Alexander Scharff und Katja Feller. Für euch alle da draußen zwischen Buxtehude, Görlitz und Bar Tölz, die Bock auf Eurovision haben, Spaß und auch gerne mal so ein bisschen tiefer in die Materie einsteigen wollen. Dafür sind wir da.
Alexander: Wir haben hier die zwei coolsten Gäste der Welt heute bei uns und wir kommen direkt zum Punkt, denn wir haben keine Zeit. Dieser Podcast geht maximal 20 Minuten. Ihr könnt ihn überall zwischendurch mal flott hören, ob an der Bushaltestelle oder auf dem Weg zur Arbeit.
Katja: Alex, wir müssen uns beeilen. Du bist so ein bisschen langsam auf der Brust, denn ich glaube unsere Gäste, die haben schon die Stoppuhr in der Hand. 20 Minuten, das ist nicht so lang. Marti Fischer und David Mirtex-Daruszczak. Herzlich Willkommen im Podcast Germany 12 Points, der ESC-Podcast. Ragazzki!
Ragazzki: Die Bänke tobt. Die Bühne explodiert. Da sind wir. Hallo. Guten Abend.
Katja: Das war jetzt mit dem Mund gemacht oder habt ihr das eingespielt? Wir sehen uns ja nicht.
Ragazzki: Wir haben immer so eine kleine Crowd hier im Studio hinter uns. Sogar tausend Leute.
Katja: Eure Fangirls und Fanboys, ja? Mhm. So, ihr kriegt jetzt, pass auf, einen Applaus. Ihr kriegt jetzt einen ganz fetten Applaus. Achtung.
Ragazzki: Also ich war voll dabei. Hammer. Wir wissen gar nicht, wohin mit uns. Genau.
Katja: Also das ist du, Ragazzki, Marti Fischer. Und David Mirtex-Daruszczak aus, habe ich das richtig ausgesprochen? Aus Berlin? Fast. Wie wird es dann richtig ausgesprochen, David? Staruszczak. Staruszczak. Also du bist dann doch aus Polen? Meine Eltern, ja. Ach, deine Eltern. Okay. Genau. Ich dachte, das wäre immer nur so was Ausgedachtes. Okay, also da ist was Polnisches in dir drin. Der Knoblauch hält, putzt deine Adern sozusagen. Wo seid ihr jetzt eigentlich? Seid ihr in Berlin?
Ragazzki: Wir sind in Berlin, ja. In Berlin. In der Mitte?
Alexander: Ja, das ist Berlin Mitte in meinem schnuckeligen Studio. Ach, nicht so bescheiden.
Katja: Wie ist euer Setting? Lümmelt ihr da auf irgendeiner Couch ein Bockbier in der Hand? Wie müssen wir uns das vorstellen?
Alexander: Ne, wir sitzen richtig unbequem nebeneinander bei mir vor einem einzigen Mikrofon. Auf Hockern. Ja genau, auf Hockern, wo noch ein Kissen drauf muss, damit es nicht so unbequem ist am Gesäßknochen.
Ragazzki: Und meine Matcha ist auch schon so gut wie leer. Deine Matcha? Matcha. Matches. Ja, wo ich gerade… Matcha-Getränk. Typisch polnisch. Hahaha. Wir trinken das bei uns so.
Einspieler: So Matches mit Wodka.
Katja: Einmal durchgemixt durch den Mixer und dann…
Ragazzki: Da kommen die Säfte erst richtig in die Ballonchen. Das ist Heimat.
Katja: Ja, das braucht ihr. Ihr wollt ja nach Wien zum ESC, deswegen seid ihr auch bei uns im richtigen Podcast, denn wir wollen, dass Deutschland den ESC gewinnt. Das ist unsere Mission hier beim Podcast.
Ragazzki: Ich dachte auch, als du vorhin das Intro gemacht hast. Ah, das klingt ja nach dem 16. Mai, als du angefangen hast zu sagen, Germany 12 Points.
Alexander: Ja, geil. Man dachte schon, man ist bereits da. Es ist geschafft. Man kann jetzt wieder ins Bettchen. Ihr habt schon gewonnen. Ihr habt schon gewonnen. Aber vorher müsst ihr erstmal durch den deutschen ESC-Vorentscheid in Berlin. Da müsst ihr jetzt erstmal durch. Am 28. Februar ist das. Geht euch denn da schon die Muffe? Ja, so ein bisschen. Also jetzt, wo alle möglichen Leute, die uns interviewen möchten und das auch tun, uns da helfen. Ja, genau danach fragen. Umso mehr wird mir schmerzhaft klar, dass es keinen zurückgibt.
Ragazzki: Ich glaube, jetzt wird es ernst langsam.
Katja: Alex und ich, wir sind natürlich ESC-Fans, ganz klar. Wie vermutlich alle oder fast alle, die von euch da draußen uns gerade so an den Lippen kleben. So Ragazzki, wir wollen euch jetzt beide kennenlernen. Oder euch alle kennenlernen. Oh, jetzt komme ich selber nicht klar. Wir alle wollen euch jetzt kennenlernen. Die Gänse im Studio auch noch. Die Fans. Genau. Die Fans.
Ragazzki: So wieviel ist man in so einem Körper?
Katja: Die unsichtbaren Fans und die Silberfischchen im Bad. Wie? Wie? Das sind doch, die tun euch nichts. Die leben da. Die leben da.
Alexander: Die wollen einfach nur leben.
Katja: 60 Seconds Ragazzki für Dummies. Das sind wir ja fast alle. Da es euch als Duo ja auch noch gar nicht so lange gibt. Ne? Außer privat. Da kennt ihr euch schon ein bisschen länger. Also Alex, mach mal die Stoppuhr an. 60 Sekunden.
Alexander: Ja, ich mach Tick-Tack-Geräusche. Tick-Tack.
Ragazzki: Da stellt sich mir eine Frage aber. Was passiert in diesen 60 Sekunden? Kriegen wir einen Einspieler oder müssen wir dann selber sprechen?
Katja: Ja, den Einspieler, den macht ihr jetzt spontan. 60 Seconds Ragazzki für Dummies.
Ragazzki: Hi, wir sind Ragazzki. Und wir machen eine Deutsche Vita Blockparty. Was bedeutet? Polnische Beats treffen auf Italo-Disco. Und gemeinsam wird eine Riesenparty auf die Bühne gebracht. Oh, das tut mir leid.
Katja: Ihr seid ja der Wahnsinn. Das war jetzt tatsächlich nicht abgesprochen. Da merkt man eure Qualität. Spontanität ist alles. 60 Seconds Ragazzki für Dummies ist so. Alex, stopp die Zeit. 60 Sekunden. Ihr kriegt Fragen ab jetzt. Erklärt Oma Ragazzki in einem Satz.
Ragazzki: Deutsche Vita Blockparty. Punkt.
Katja: Italo-Pop ist für mich? Religion. Das ist aber jetzt sehr kurz.
Ragazzki: Ja, nochmal. Okay, Italo-Pop ist für uns. Die halbe Miete. Die Zeit läuft. Ja, mein Gott. Das ist ja schon, der Satz steckt ja schon in der Frage. Was sollen wir denn da machen, Mann? Super, ja. Passt. Next.
Katja: In eurem ESC-Track, Ciao Ragazzki, ist folgende Philosophie versteckt.
Alexander: Das Ganze nochmal von vorne laufen zu lassen. Ja.
Katja: David, Marty Fischer hat folgende drei Macken.
Ragazzki: Er ist immer pünktlich. Er ist perfektionistisch. Ja.
Alexander: Das sind eigentlich alles Stärken, aber mir fällt gerade keine Macke ein. Naja, so. Er lässt sich leicht ablenken. Ach so. Jetzt.
Katja: Marty, David Starosciak. Habe ich das jetzt richtig ausgesprochen? Starosciak. Betonung auf dem O. Marty, David Starosciak hat folgende vier Macken.
Alexander: Ähm. Viel zu lustig. Äh. Boah.
Einspieler: Tick-Tock, Tick-Tock. Komm. Zack, zack, zack. Perfektionistisch.
Ragazzki: Nee, geht nicht mit mir. So schnell geht das nicht. Ich lasse mir gerne Zeit im Leben. Von daher 60 Sekunden. Schade.
Katja: Manchmal sind die auch ein bisschen länger, die 60 Sekunden. ESC-Überlebens-Kit. Eine Sache, die ihr nicht einpackt.
Ragazzki: Eine Sache, die ich nie einpacke? Frühstück.
Katja: Euer Bandname wäre eine Dönerbestellung. Wie heißt der?
Ragazzki: Ragatz Satziki mit Schaf. Gut.
Katja: Okay. Und wenn ich den ESC gewinne, dann?
Ragazzki: Fahren wir nach Wien. Also nochmal. Einfach Urlaub machen.
Katja: Nee, den ESC. Wenn ihr den gewinnt. In Wien.
Ragazzki: Ja. Habe ich dann auch gemerkt beim Sprechen. Wenn wir den gewinnen, machen wir Urlaub in Polen.
Katja: Und dann feiert ihr mit ganz Polen und Deutschland zusammen Ciao Ragazzki.
Alexander: Absolut. Die Party wird niemals enden.
Katja: Ja, das hoffen wir. Könnt ihr euch das vorstellen, dass das ein Sommerhit wird?
Ragazzki: Für das war es ja eigentlich von mir immer erdacht. Also als ich mit dem Track Schwanger ging,
Alexander: habe ich direkt das Bild gehabt von ganz vielen zehntausenden Leuten,
Ragazzki: die vor der Bühne auf- und abhüpfen zu genau diesem Track.
Katja: Wir drücken euch die Daumen. Und Alex, der schreit ja schon mit den Hufen. Du hast nämlich auch noch Fragen.
Alexander: Ja, es geht weiter. Es geht weiter. Es geht direkt weiter. Man kann sich ja gar nicht ausruhen.
Ragazzki: Nicht mal eine Minute. Okay.
Alexander: Der NDR hat ja die Häuptlingskrone an den SWR abgegeben, um neue Impulse für Deutschland beim ESC. Wie habt ihr euch beim ESC beworben? Wie funktioniert das genau?
Ragazzki: Ich weiß noch, dass wir... Ihr wart einfach da. Ja, quasi. Ich kann mich noch erinnern, dass ich mit meinen Ansprechpartnern von Universal bei Universal saß. Und dann haben die gefragt, wie sieht es dieses Jahr eigentlich aus mit ESC-Teilnahme oder Bewerbung. Und da habe ich gesagt, weiß ich nicht, vielleicht machen wir mit Ragazzki. Dann habe ich David angerufen, hey, wollen wir da Ciao Ragazzki einreichen? Und da hat David gesagt, ja klar, warum nicht.
Und so kam das.
Alexander: Mehr war es nicht. Dann haben wir Monate nichts gehört. Übertrieben gesagt jetzt.
Ragazzki: Und auf einmal hieß es dann, ihr seid übrigens in so einer ersten Vorauswahl dabei. Wir melden uns dann im Dezember. Tschüss. Und dann war es dann auch. Aber man muss vielleicht auch dazu sagen, also wir haben uns ja das Jahr davor auch schon beim ESC beworben. Richtig. Allerdings mit einem anderen Track, aber mit dem gleichen Projekt. Und für uns war irgendwie klar, wenn wir Ragazzki zur Welt bringen, um bei deinem Bild zu bleiben, dann muss es eine große Bühne sein.
Und da gehört irgendwie die Vision hin.
Katja: Ich finde das toll, Vision zu haben. Leben macht dann viel, viel mehr Spaß. Aber wie weit ist dann da eigentlich der Vorlauf? Weil wenn man da nichts mit zu tun hat, mit dem, was im Hintergrund passiert beim ESC. Also wann wurde ihr das erste Mal gefragt, habt ihr Bock auf ESC?
Ragazzki: November oder so vielleicht sogar. September? Ja, eher so September, ja. Im Dezember am 3. kam dann die Nachricht. Und dann war es ab da einfach nur noch rasant. Krass. Dann hieß es dann so, ja, am 12. machen wir so einen Artist Day. Dann, äh, ich weiß gar nicht, ob ich das alles erzählen darf. Aber ist egal, es ist ja alles gelaufen.
Katja: Du darfst hier alles erzählen, es hört ja keiner zu. Ja, ja, ja. Das ist dein Zeit-Space.
Ragazzki: Genau, lock mich schön in dein Lebkuchen-Häuschen. Und auf jeden Fall mussten wir dann in Windeseile irgendwelche Leute zusammensuchen,
Alexander: die mit uns dann noch ein Musikvideo drehen und überhaupt mal so ein,
Ragazzki: also ich wollte gerade sagen, ein Konzept herstellen, weil David hat ja von Anfang an, als ich ihm die erste Song-Skizze von Schaura Gatzki geschickt habe, Juni 24,
Alexander: da hat er schon seine Pitch-Decks erstellt, wo schon alles vorbereitet war. Uh.
Ragazzki: Ja, genau. Also, ne, ich mach das beruflich, ne, ich bin Creative Lead in einer Agentur. Das heißt, diese ganze visuelle Geschichte kam dann irgendwie superschnell, weil das Thema das einfach so gut hergibt.
Katja: Das klingt alles sehr spannend, was ihr erzählt habt. Das ist es auch. Ja, Marti, jetzt sind wir trotzdem so ein klein wenig überrascht, weil du warst da früher. Du warst früher eigentlich gar kein ESC-Fan. Wie kommt es, dass du jetzt da hin willst?
Ragazzki: Ach, doch, doch. Ich war schon immer eigentlich, hat mich das fasziniert, was jedes Land da so oft aufs Tableau bringt.
Alexander: Ich war nur ein bisschen brastig, dass wir beim ersten Mal der Bewerbung nicht genommen worden sind.
Ragazzki: Und ich glaube, das hat sich dann entladen in diesem Video, was du gerade ansprichst. Ich glaube, das ist vielleicht so was, was man vorhin unter die Kategorie Macke packen könnte. Ja. Dass Marti da manchmal in so eine Abwehrhaltung dann geht. Ja, so impulsiv. Manchmal ein bisschen emotional, aber man arbeitet ja an sich.
Alexander: Oder wie meine Oma sagen würde, aus Ansichten werden Einsichten.
Katja: Oh, ganz weise Sprüche. Das ist gut. Wie sieht dann eigentlich eure Bühnenshow aus? Wie weit seid ihr dann in Vorbereitung? Uff.
Einspieler: Ist ja nicht mehr so lange.
Ragazzki: Ja, das merken wir auch. Die Uhr tickt.
Alexander: Der Finger in die Wunde gelegt.
Katja: Also wir würden auch kommen und die Nebelmaschine halten. Wenn ihr dann noch Leute braucht, die da irgendwie an der Bühne irgendwie mit Tüchern wehen. Oder so. Stehen wir euch gerne zur Verfügung.
Ragazzki: Ja, super gerne. Das müsste dann am Bühnenrand stattfinden, weil mehr als sechs Leute dürfen nicht auf der Bühne. Wir können, glaube ich, schon mal verraten, dass wir auf jeden Fall TänzerInnen dabei haben werden. Das Bühnenbild, das festigt sich jetzt auch so langsam. Wir hatten halt so ein paar Ideen. Was ist es denn? Ja, das ist das Spannende. Was ist es denn jetzt?
Alexander: Was ist es? Das ist jetzt wie bei Pulp Fiction, wo sie den Koffer aufmachen und es leuchtet einfach nur Goldgeld.
Katja: Ja, also ein Sonnenschirm, liegen dann die Adria. Also Wasser, sowas stelle ich mir vor. So Mädels vielleicht noch in so einem Badeanzug, so 60er-Jahre-Style, passt irgendwie gut. Oder auch Anfang 90er, als Italo-Pop ja schon mal so in war. Da kamen die ganzen DJs aus Italien und haben in die Dance-Szene letztendlich aufgemischt. Also ich könnte mir so neonfarbene Bade-, also Mädels in so neonfarbenen Badeanzügen vorstellen, die dann auf der Bühne Beachvolleyball spielen oder sich Sonnenbrille.
Das würde ich so ein Urlaubsfeeling, würde ich da gerne sehen wollen. Also ich schreibe gerade nochmal.
Ragazzki: Also eine Sache, die du gesagt hast, war schon richtig. Ah, okay, schön.
Katja: Die neonfarbenen Badeanzüge oder die Liegestühle oder die Sonnenbrille. Oder die 60er. Oder die 60er. Oder ein Bühnenbild. Oder die 60er, genau.
Ragazzki: Ja, lasst euch überarschen.
Katja: Sagt mal, wie sieht das eigentlich aus? Also was man sich ja immer nicht vorstellen kann, wenn man nicht dabei ist. Wie ist die Unterstützung seitens des SWRs ja jetzt?
Ragazzki: Bisher läuft alles glänzend, würde ich sagen.
Alexander: Wir haben so einen guten direkten Draht und es wird sich rührend um einen gekümmert.
Ragazzki: Aber es ist natürlich auch so, dass sie uns auch den Freiraum geben und uns da nicht irgendeine Vision aufdrücken, sondern wir können schon machen, worauf wir Bock haben.
Katja: Und was heißt das jetzt genau? Also könntet ihr jetzt sagen, hallo SWR, wir brauchen fünf Liegestühle, sechs Tänzer oder jemanden, der eine Bühnen- und Lichtshow kreiert. Und dann kriegt ihr das? Oder wie muss man sich das vorstellen? Wie läuft sowas?
Ragazzki: Ja, eigentlich genau, wie du gesagt hast. Also es gibt natürlich da auch in dem Rahmen einen Kreativverantwortlichen für die Bühne generell.
Alexander: Und der kümmert sich dann um die Acts und hat natürlich da auch sein Team.
Ragazzki: Und mit denen stehen wir im engen Austausch.
Alexander: Da gibt es dann natürlich auch immer irgendwo den Reality-Check. Also am Anfang hatte ich mir gewünscht, in einem alten polnischen Fiat durch den Raum zu fliegen,
Ragazzki: wie Drake mit seinem Ferrari. Oh, das wäre geil. Und da wird man dann irgendwann... Und dann auch so ein bisschen abgeholt. Und dann so, ja, vielleicht nicht ganz so realistisch, was du dir da vorstellst.
Katja: Also weil unser Eindruck ist immer, dass die deutschen Auftritte viel zu schlecht vorbereitet sind. Deswegen ist auch die Frage, wie intensiv sind die Vorbereitungen wirklich in Bezug, ich sage jetzt schon mal direkt auf den ESC, weil das ist ja der Ausblick. Alle, die am 28. auftreten, wollen ja nach Wien. Müsst ihr jetzt dann schon täglich proben? Oder wie muss man sich das vorstellen?
Ragazzki: Wir würden natürlich gerne schon sehr viel mehr machen. Aber es ist natürlich auch immer eine Sache von Eigeninitiative am Ende des Tages. Wie viel willst du auch unabhängig davon machen, von dem, was dir zur Verfügung gestellt wird. Haben wir ja dennoch immer die Möglichkeit, zum Beispiel morgen uns zu treffen und zu sagen, wir proben den Kram alleine. Also man muss ja nicht immer da irgendwie noch wen dabei haben. Aber was du gerade sagtest, Katja, die deutschen Beiträge.
Ja, ich finde auch, man gewinnt den Eindruck, als hätte man sich gesagt, nee, das ist ein Songwriting-Wettbewerb und kein Bühnenshow-Wettbewerb. Genau.
Alexander: Wir denken halt, dass halt der TV-Auftritt auch ein wesentlicher Faktor ist für die Bewertung am Ende. Und da haben wir das Gefühl, das ist in den letzten Jahren nicht so mitgedacht worden, um es diplomatisch auszudrücken.
Katja: Was glaubt ihr denn? Was sind eurer Meinung nach die ESC-Erfolgskriterien? Denn ich gehe mal ganz stark davon aus, ihr wollt wirklich nach Wien zum ESC und vielleicht nicht nur einfach teilnehmen, sondern vielleicht auch gewinnen.
Ragazzki: Ich glaube, das sollte grundsätzlich irgendwo die Ambition sein, wenn man an einem Wettbewerb teilnimmt.
Alexander: Gerade beim ESC ist es so schwierig, zu sagen, was genau irgendwie das Erfolgsrezept ist, weil es ja auch die Zeit gezeigt hat, wie unterschiedlich die Gewinnerinnen von Jahr zu Jahr sind.
Ragazzki: Und ich glaube, es ist irgendwie, hat das auch immer viel damit zu tun, worauf die Leute gerade irgendwie Bock haben, oder?
Alexander: Ich finde es super schwer einzuschätzen.
Katja: Also wir haben da ja schon so eine Formel entwickelt. Wir lieben es zu analysieren. Das ist wirklich unser Hobby zu allen möglichen Themen. Und wir haben eine Formel entwickelt, kann man auch nochmal nachhören. In Folge 14 des Podcasts So gewinnt Deutschland den ESC vom letzten Jahr. Da hören wir doch mal rein, oder? Ja, genau. Da verraten wir einiges, aber wir haben es natürlich auch in den anderen Folgen immer mal wieder reingebracht, wenn es gerade passte.
Alexander: Weil das ist ja das Ziel des Podcasts. Und haben wir eine Chance?
Katja: Also ihr wart tatsächlich einer unserer Favoriten. Aber um ehrlich zu sein, ich finde, dieses Jahr, das Feld ist verdammt nochmal stark. Aber das ist auch schön, weil es uns freut, die Show anzusehen. Am 28. Ich glaube, das wird schwierig, sich da durchzusetzen, weil da sind wirklich drei, vier extrem starke Kandidaten. Aber insgesamt ist das Feld sehr gut. Und wenn es nach uns ginge, wärt ihr einer der eins, zwei, drei Kandidaten, die da hinfahren tatsächlich.
Cool. Ja. Das ist unsere ehrliche Meinung. Wir sehen das Potenzial, aber da sind dann noch so ein paar Stellschrauben zu drehen. Darf ich ehrlich sein zu euch? Ja, klar. Bitte. Ich glaube nicht, dass der Song den ESC gewinnen wird. Das glaube ich nicht. Den ESC in Wien komplett. Also sag mal. Das glaube ich nicht. Aber, pass auf.
Ragazzki: Die Verbindung wird immer noch.
Katja: Das glaube ich nicht. Aber ich sehe extremes Kulthit-Potenzial in Gesamteuropa.
Ragazzki: Ja, das wünsche ich mir eh.
Alexander: Das könnte ein Sommerhit werden, tatsächlich.
Katja: Das ist, finde ich, eine realistische und eine gesunde Einschätzung. Man weiß halt auch momentan noch nicht, was da ja noch so kommt.
Ragazzki: Das ist genau der Punkt.
Alexander: Wenn ich schon von Eurovision auf dem Instagram-Kanal sehe, wer da alles von wo vielleicht sogar schon vorher bestimmt ist. Ich schaue mir das ehrlich gesagt gar nicht an, gerade bewusst, weil ich will erst mal
Ragazzki: mich irgendwie so auf Deutschland konzentrieren und irgendwie, ich glaube, es würde mir krass Druck machen, wenn ich mir jetzt schon anschauen würde, was in allen anderen Ländern abgeht. Tja, ADS. Was soll ich machen?
Katja: Können wir euch jetzt noch mal jodeln hören? Also singt ihr noch mal was dann für uns? Bitte für uns.
Ragazzki: Warte kurz, Marty hat hier sein Keyboard parat. Oh, das ist doch der Sound von Do they know? So, mal gucken, welcher der richtige Sound hier ist. Das ist noch neu hier, das Ding. So, kann man alles schön drin lassen. Das interessiert die Leute brennend, wie er hier die Sounds sucht. Nein, das ist es auch. Nein. Ich weiß auch nicht, was er vorhat, Leute. Na, ich dachte, du rappst jetzt noch mal die erste Strophe oder so. Das ist doch schön nervig.
Das nehmen wir. Eins, zwei, drei, vier. Wir schießen locker aus der Hüfte. Der Popo ist al dente. Ciao amore, gib uns Hitze. Woll mit 40 schon in Rente. Und ein Haus für meinen Nonna. Unsterblich wie Madonna. Fahren im Rari auf die Party, auf die Party. Ja, mit Marty. Wie geht das jetzt? Weiter? Ich dachte, es geht jetzt weiter. Der hört ja hoch. Oh, guck jetzt noch. Ja. Du hast deinen Einsatz verfasst. Spoiler. Weiter. Ich will jetzt mehr hören.
Die hab ich leider nicht gemacht. In der Diskotheka. Tristrieb, weiße Streifen auf den Beinen wie ein Zebra. Ragazzki zaubert Deutschland ein Lächeln ins Gesicht. Slotti kommen nicht von nichts. Slotti kommt von Hits. Ciao, ciao, ciao, Ragazzki. Ciao, ciao, ciao, Ragazzki. Düdi, düdi. Ciao, ciao, ciao. Ciao, ciao, ciao. Ragazzki. Ciao, ciao, ciao. Ciao, Ragazzki. Danke, dass ihr da wart. Schweiß nasse Stirn. Danke. Danke, danke, danke.
Katja: Hier bei uns im Podcast Germany 12 Points, der ESC-Podcast. Ja, und weißt du was, Alex? Ich entscheide jetzt einfach mal spontan. Wir machen noch eine Folge. Wir haben noch so viele Fragen an euch, die wir loswerden wollen. Deswegen Ragazzki Teil 2 dann in der nächsten Woche am nächsten Sonntag. Danke, dass ihr da wart.
Jetzt reinhören
Der ESC-Podcast, der will, dass Deutschland wieder gewinnt.

