Den ESC 2001 gewann Estland: Tanel Padar, Dave Benton & 2XL holten am 12. Mai 2001 in Kopenhagen mit „Everybody“ 198 Punkte. Es war der erste estnische Sieg, und Dave Benton wurde zum ersten Schwarzen ESC-Sieger. Deutschland kam mit Michelle und „Wer Liebe lebt“ auf Platz 8.
ESC 2001 auf einen Blick
- Sieger: Tanel Padar, Dave Benton & 2XL (Estland)
- Song: „Everybody“, Musik Ivar Must, Text Maian-Anna Kärmas
- Punkte: 198
- Austragungsort: Parken Stadium, Kopenhagen, Dänemark
- Datum: 12. Mai 2001
- Moderation: Natasja Crone Back und Søren Pilmark
- Teilnehmer: 23 Länder, alle 23 Beiträge im Finale
- Deutschland: Michelle mit „Wer Liebe lebt“, Platz 8 mit 66 Punkten (Deutschland beim ESC 2001)
Die komplette Rangliste des ESC 2001
Alle 23 Beiträge des Finales mit Platz und Punkten. Deutschland ist fett markiert.
| Platz | Land | Interpret | Song | Punkte |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Estland | Tanel Padar, Dave Benton & 2XL | „Everybody“ | 198 |
| 2 | Dänemark | Rollo & King | „Never Ever Let You Go“ | 177 |
| 3 | Griechenland | Antique | „Die for You“ | 147 |
| 4 | Frankreich | Natasha St-Pier | „Je n'ai que mon âme“ | 142 |
| 5 | Schweden | Friends | „Listen to Your Heartbeat“ | 100 |
| 6 | Spanien | David Civera | „Dile que la quiero“ | 76 |
| 7 | Slowenien | Nuša Derenda | „Energy“ | 70 |
| 8 | Deutschland | Michelle | „Wer Liebe lebt“ | 66 |
| 9 | Malta | Fabrizio Faniello | „Another Summer Night“ | 48 |
| 10 | Kroatien | Vanna | „Strings of My Heart“ | 42 |
| 11 | Türkei | Sedat Yüce | „Sevgiliye Son“ | 41 |
| 12 | Russland | Mumiy Troll | „Lady Alpine Blue“ | 37 |
| 13 | Litauen | Skamp | „You Got Style“ | 35 |
| 14 | Bosnien und Herzegowina | Nino | „Hano“ | 29 |
| 15 | Vereinigtes Königreich | Lindsay Dracass | „No Dream Impossible“ | 28 |
| 16 | Israel | Tal Sondak | „Ein Davar“ | 25 |
| 17 | Portugal | MTM | „Só sei ser feliz assim“ | 18 |
| 18 | Niederlande | Michelle | „Out on My Own“ | 16 |
| 18 | Lettland | Arnis Mednis | „Too Much“ | 16 |
| 20 | Polen | Piasek | „2 Long“ | 11 |
| 21 | Irland | Gary O'Shaughnessy | „Without Your Love“ | 6 |
| 22 | Island | Two Tricky | „Angel“ | 3 |
| 22 | Norwegen | Haldor Lægreid | „On My Own“ | 3 |
So lief der ESC 2001
Dänemark dachte groß: Die 46. Ausgabe fand im Parken statt, dem Fußballstadion von Kopenhagen. So viele Menschen hatten noch nie live einen ESC gesehen. Die Moderatoren Natasja Crone Back und Søren Pilmark sagten ihre Texte teilweise in Reimen an.
Das kam nicht überall gut an. BBC-Kommentator Terry Wogan machte sich live über die beiden lustig, der dänische Sender DR beschwerte sich, und die BBC musste sich entschuldigen. Für Gesprächsstoff sorgte auch das Pausenprogramm: Beim Auftritt von Aqua mit „Barbie Girl“ rutschte ein Schimpfwort durch.
Wegen der Abstiegsregel fehlten diesmal unter anderem Österreich und die Schweiz, dafür waren Bosnien und Herzegowina, Griechenland, Litauen, Polen, Portugal und Slowenien zurück. In der Wertung lag Estland am Ende vor Gastgeber Dänemark mit Rollo & King. Am Tabellenende landete Norwegen, zum neunten Mal ganz hinten.
Ein Nachspiel hatte der schwedische Beitrag „Listen to Your Heartbeat“: Er klang sehr nach dem belgischen Song „Liefde is een kaartspel“ von 1996, der Streit wurde später beigelegt.
Der Siegersong: „Everybody“
„Everybody“ komponierte Ivar Must, den Text schrieb Maian-Anna Kärmas. Auf der Bühne standen der estnische Sänger Tanel Padar, der aus Aruba stammende Dave Benton und die Gruppe 2XL. Benton war der erste Schwarze Sieger in der ESC-Geschichte und damals auch der älteste.

Unsere Einschätzung: Zwei Generationen auf einer Bühne, ein Partysong zum Mitklatschen und eine Crew, die sichtbar Spaß hatte. Das war kein stilles Kunstlied, sondern ein Auftritt für das Televoting. Welche Rolle gute Laune und Energie für die Punkte spielen, steht in unserem Artikel Wie gewinnt man den ESC?
Deutschland beim ESC 2001
Michelle hatte den deutschen Vorentscheid am 2. März 2001 gegen elf Konkurrenten in zwei Abstimmungsrunden gewonnen. In Kopenhagen sang sie „Wer Liebe lebt“ auf Deutsch und Englisch und wurde mit 66 Punkten Achte. Kurios: Auch die Niederlande schickten eine Michelle, Michelle Courtens kam auf Platz 18. Mehr zur deutschen Teilnahme steht auf Deutschland beim ESC 2001.
Vorher und nachher
Davor: die Olsen Brothers und Stefan Raab beim ESC 2000 in Stockholm. Danach: Estland richtet aus, und Lettland gewinnt beim ESC 2002 in Tallinn. Alle Siegerinnen und Sieger stehen in unserer ESC-Gewinnerliste.
