Den ESC 1994 gewann Irland: Paul Harrington & Charlie McGettigan holten am 30. April 1994 in Dublin mit „Rock 'n' Roll Kids“ 226 Punkte. Es war Irlands dritter Sieg in Folge und der sechste insgesamt, damit war Irland alleiniger Rekordsieger. Deutschland wurde mit Mekado und „Wir geben ’ne Party“ Dritter.
ESC 1994 auf einen Blick
- Sieger: Paul Harrington & Charlie McGettigan (Irland)
- Song: „Rock 'n' Roll Kids“, geschrieben von Brendan Graham
- Punkte: 226
- Austragungsort: Point Theatre, Dublin, Irland
- Datum: 30. April 1994
- Moderation: Cynthia Ní Mhurchú und Gerry Ryan
- Teilnehmer: 25 Länder, alle 25 Beiträge im Finale
- Deutschland: Mekado mit „Wir geben ’ne Party“, Platz 3 mit 128 Punkten (alle deutschen Platzierungen)
Die komplette Rangliste des ESC 1994
Alle 25 Beiträge des Finales mit Platz und Punkten. Abgestimmt haben 1994 ausschließlich Jurys. Deutschland ist fett markiert.
| Platz | Land | Interpret | Song | Punkte |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Irland | Paul Harrington & Charlie McGettigan | „Rock 'n' Roll Kids“ | 226 |
| 2 | Polen | Edyta Górniak | „To nie ja!“ | 166 |
| 3 | Deutschland | Mekado | „Wir geben ’ne Party“ | 128 |
| 4 | Ungarn | Friderika | „Kinek mondjam el vétkeimet?“ | 122 |
| 5 | Malta | Moira Stafrace and Christopher Scicluna | „More than Love“ | 97 |
| 6 | Norwegen | Elisabeth Andreasson and Jan Werner Danielsen | „Duett“ | 76 |
| 7 | Frankreich | Nina Morato | „Je suis un vrai garçon“ | 74 |
| 8 | Portugal | Sara | „Chamar a música“ | 73 |
| 9 | Russland | Youddiph | „Vechny strannik“ | 70 |
| 10 | Vereinigtes Königreich | Frances Ruffelle | „We Will Be Free (Lonely Symphony)“ | 63 |
| 11 | Zypern | Evridiki | „Ime anthropos ki ego“ | 51 |
| 12 | Island | Sigga | „Nætur“ | 49 |
| 13 | Schweden | Marie Bergman and Roger Pontare | „Stjärnorna“ | 48 |
| 14 | Griechenland | Kostas Bigalis and the Sea Lovers | „To trehandiri (Diri Diri)“ | 44 |
| 15 | Bosnien und Herzegowina | Alma and Dejan | „Ostani kraj mene“ | 39 |
| 16 | Kroatien | Tony Cetinski | „Nek' ti bude ljubav sva“ | 27 |
| 17 | Österreich | Petra Frey | „Für den Frieden der Welt“ | 19 |
| 18 | Spanien | Alejandro Abad | „Ella no es ella“ | 17 |
| 19 | Schweiz | Duilio | „Sto pregando“ | 15 |
| 19 | Slowakei | Martin Ďurinda and Tublatanka | „Nekonečná pieseň“ | 15 |
| 21 | Rumänien | Dan Bittman | „Dincolo de nori“ | 14 |
| 22 | Finnland | CatCat | „Bye Bye Baby“ | 11 |
| 23 | Niederlande | Willeke Alberti | „Waar is de zon“ | 4 |
| 24 | Estland | Silvi Vrait | „Nagu merelaine“ | 2 |
| 25 | Litauen | Ovidijus Vyšniauskas | „Lopšinė mylimai“ | 0 |
So lief der ESC 1994
Der ESC 1994 war die 39. Ausgabe des Wettbewerbs, und er brachte eine neue Regel: den Abstieg. Weil immer mehr Länder mitmachen wollten, vor allem aus Mittel- und Osteuropa, mussten die schwächsten Länder des Vorjahres aussetzen. Das traf unter anderem Belgien, Dänemark, Israel, Luxemburg, Slowenien und die Türkei. Italien verzichtete freiwillig.
Dafür waren sieben Länder zum ersten Mal dabei: Estland, Litauen, Polen, Rumänien, Russland, die Slowakei und Ungarn. Für die Neulinge war es ein Abend der Extreme. Polen wurde mit Edyta Górniak und „To nie ja!“ auf Anhieb Zweiter, Ungarn kam auf Platz 4. Litauen dagegen blieb bei seinem Debüt ohne einen einzigen Punkt.
Auch technisch gab es eine Premiere: Die Punktesprecherinnen und Punktesprecher wurden erstmals per Satellit zugeschaltet und waren dadurch live im Bild zu sehen.
Und dann war da die Pause. Zum ersten Mal lief „Riverdance“, eine Mischung aus irischer Musik, Chorgesang und Stepptanz. Der Pausenact wurde zum Gesprächsthema des Abends und stellte den Siegersong am Ende in den Schatten.
Der Siegersong: „Rock 'n' Roll Kids“
„Rock 'n' Roll Kids“ stammt von Brendan Graham und wurde von Harrington und McGettigan als Duo gesungen. Der Song schrieb Geschichte: Er war der erste Sieger, der ganz ohne Begleitung durch das Orchester auskam. Irland war damit das erste Land mit drei Siegen hintereinander, nach 1992 und 1993. Graham selbst gewann zwei Jahre später noch einmal, mit „The Voice“ für Eimear Quinn.
Unsere Einschätzung: Zwei Männer, eine ruhige Nummer, kein Spektakel. Nach unseren Erfolgsfaktoren für den ESC hätte so ein Beitrag heute einen schweren Stand, weil ihm der große TV-Moment fehlt. 1994 entschieden aber allein die Jurys, und die mochten Lieder mit Geschichte und Gefühl. Dass ausgerechnet der Pausenact den Siegersong überstrahlte, zeigt trotzdem schon damals, was beim ESC hängen bleibt: das Bild auf der Bühne.
Deutschland beim ESC 1994
Für Deutschland sangen Mekado „Wir geben ’ne Party“ und landeten auf Platz 3 mit 128 Punkten. Zusammen mit Sürpriz 1999 ist das das beste deutsche Ergebnis der 1990er-Jahre. Ein Jahr später folgte der Absturz: Stone & Stone wurden 1995 Letzte. Alle Ergebnisse findest du in unserer Übersicht der ESC-Platzierungen Deutschlands.
Vorher und nachher
Davor: der zweite irische Sieg in Serie beim ESC 1993 in Millstreet. Danach: Irland richtet erneut aus, beim ESC 1995 in Dublin gewinnt Norwegen. Alle Siegerinnen und Sieger seit 1956 stehen in unserer ESC-Gewinnerliste.
