Den ESC 1978 gewannen Izhar Cohen and the Alphabeta für Israel mit „A-Ba-Ni-Bi“ und 157 Punkten. Das Finale fand am 22. April 1978 im Palais des Congrès in Paris statt. Es war Israels erster Sieg beim Eurovision Song Contest, mit 32 Punkten Vorsprung vor Belgien. Gastgeber Frankreich landete auf Platz 3.
ESC 1978 auf einen Blick
- Sieger: Izhar Cohen and the Alphabeta (Israel)
- Song: „A-Ba-Ni-Bi“
- Punkte: 157
- Austragungsort: Palais des Congrès, Paris, Frankreich
- Datum: 22. April 1978
- Moderation: Denise Fabre und Léon Zitrone
- Teilnehmer: 20 Länder, alle 20 Beiträge im Finale
- Deutschland: Platz 6 mit 84 Punkten (Ireen Sheer, „Feuer“)
Die komplette Rangliste des ESC 1978
20 Länder in einer Show, so viele wie nie zuvor. Hier ist die vollständige Wertung, inklusive der Plätze, die sich zwei Länder teilen mussten.
| Platz | Land | Interpret | Song | Punkte |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Israel | Izhar Cohen and the Alphabeta | „A-Ba-Ni-Bi“ | 157 |
| 2 | Belgien | Jean Vallée | „L'amour ça fait chanter la vie“ | 125 |
| 3 | Frankreich | Joël Prévost | „Il y aura toujours des violons“ | 119 |
| 4 | Monaco | Caline and Olivier Toussaint | „Les Jardins de Monaco“ | 107 |
| 5 | Irland | Colm C. T. Wilkinson | „Born to Sing“ | 86 |
| 6 | Deutschland | Ireen Sheer | „Feuer“ | 84 |
| 7 | Luxemburg | Baccara | „Parlez-vous français ?“ | 73 |
| 8 | Griechenland | Tania Tsanaklidou | „Charlie Chaplin“ | 66 |
| 9 | Spanien | José Vélez | „Bailemos un vals“ | 65 |
| 9 | Schweiz | Carole Vinci | „Vivre“ | 65 |
| 11 | Vereinigtes Königreich | Co-Co | „The Bad Old Days“ | 61 |
| 12 | Italien | Ricchi e Poveri | „Questo amore“ | 53 |
| 13 | Niederlande | Harmony | „'t Is OK“ | 37 |
| 14 | Schweden | Björn Skifs | „Det blir alltid värre framåt natten“ | 26 |
| 15 | Österreich | Springtime | „Mrs. Caroline Robinson“ | 14 |
| 16 | Dänemark | Mabel | „Boom Boom“ | 13 |
| 17 | Portugal | Gemini | „Dai li dou“ | 5 |
| 18 | Finnland | Seija Simola | „Anna rakkaudelle tilaisuus“ | 2 |
| 18 | Türkei | Nilüfer and Nazar | „Sevince“ | 2 |
| 20 | Norwegen | Jahn Teigen | „Mil etter mil“ | 0 |
So lief der ESC 1978
Paris war Gastgeber, weil Marie Myriam 1977 für Frankreich gewonnen hatte. Zum ersten Mal führten zwei Personen gemeinsam durch den Abend: Denise Fabre und Léon Zitrone. Dänemark und die Türkei kehrten zurück, damit waren 20 Länder dabei, ein neuer Teilnehmerrekord.
Gewertet wurde wie seit 1975: Jede Länderjury verteilte 12, 10 und 8 bis 1 Punkt. Am unteren Ende schrieb Norwegen Geschichte, allerdings keine schöne. Jahn Teigen bekam für „Mil etter mil“ keinen einzigen Punkt. Seit Einführung dieses Wertungssystems war das noch keinem Beitrag passiert.
Israels Sieg sorgte auch außerhalb Europas für Schlagzeilen. Das jordanische Fernsehen übertrug den Wettbewerb, obwohl Jordanien nicht teilnahm. Als feststand, dass Israel gewinnt, brach der Sender die Übertragung ab und zeigte ein Bild mit Narzissen. Später meldete er Belgien als Sieger, das in Wahrheit Zweiter geworden war. Hinter Belgien und Frankreich komplettierten Monaco und Irland die Top 5.
Der Siegersong: „A-Ba-Ni-Bi“
„A-Ba-Ni-Bi“ komponierte Nurit Hirsh, den Text schrieb Ehud Manor. Gesungen wurde auf Hebräisch, und der Titel ist ein Wortspiel: Er spielt mit einer kindlichen Geheimsprache, in der das Wort „ani“ (ich) verfremdet wird. Nurit Hirsh stand beim Auftritt selbst am Dirigentenpult.
Unsere Einschätzung: Ein Liebeslied in einer Geheimsprache, eine Hook, die man nach einmal Hören mitsingt, und eine Band mit sichtbarer Spielfreude. Gerade die Silbenkette im Titel funktioniert auch für alle, die kein Hebräisch verstehen. Wiedererkennungswert schlägt Verständlichkeit, ein Muster, das wir in Wie gewinnt man den ESC? immer wieder finden.

Deutschland beim ESC 1978
Für Deutschland trat Ireen Sheer mit „Feuer“ an, geschrieben von Jean Frankfurter (Musik) und John Möring (Text). Für Ireen Sheer war es nicht der erste ESC: 1974 hatte sie Luxemburg vertreten. In Paris holte sie 84 Punkte und Platz 6 von 20, drei Plätze vor Carole Vinci aus der Schweiz. Alle deutschen Ergebnisse stehen in der Übersicht ESC-Platzierungen Deutschlands.
Vorher und nachher
Ein Jahr zuvor gewann Marie Myriam für Frankreich in London: ESC 1977. Ein Jahr später gewann Israel gleich noch einmal, diesmal als Gastgeber in Jerusalem: ESC 1979. Alle Siegerinnen und Sieger seit 1956 findest du in der ESC-Gewinnerliste.
