ESC 1969 in Madrid: Vier Siegerinnen mit je 18 Punkten

ESC 1969 in Madrid: Salomé, Lulu, Lenny Kuhr und Frida Boccara gewinnen gemeinsam mit je 18 Punkten. Paola wird Fünfte. Alle Platzierungen.

Aktualisiert am 4 Min. Lesezeit

Die vier Siegerinnen Lenny Kuhr, Frida Boccara, Lulu und Salomé mit Massiel beim ESC 1969 in Madrid
Foto: Herman Selleslags, CC0, via Wikimedia Commons

Den ESC 1969 in Madrid gewannen gleich vier Länder mit je 18 Punkten: Salomé (Spanien) mit „Vivo cantando“, Lulu (Vereinigtes Königreich) mit „Boom Bang-a-Bang“, Lenny Kuhr (Niederlande) mit „De troubadour“ und Frida Boccara (Frankreich) mit „Un jour, un enfant“. Eine Regel für einen Gleichstand gab es am 29. März 1969 nicht, also wurden alle vier zu Siegerinnen erklärt. Das gab es nie wieder.

ESC 1969 auf einen Blick

  • Sieger: Salomé (Spanien), Lulu (Vereinigtes Königreich), Lenny Kuhr (Niederlande), Frida Boccara (Frankreich)
  • Song: „Vivo cantando“, „Boom Bang-a-Bang“, „De troubadour“, „Un jour, un enfant“
  • Punkte: je 18
  • Austragungsort: Teatro Real, Madrid, Spanien
  • Datum: 29. März 1969
  • Moderation: Laurita Valenzuela
  • Teilnehmer: 16 Länder, alle 16 Beiträge im Finale
  • Deutschland: Siw Malmkvist mit „Primaballerina“, Platz 9 mit 8 Punkten (alle deutschen Platzierungen)

Die komplette Rangliste des ESC 1969

Alle 16 Beiträge mit Platz und Punkten. Oben stehen vier punktgleiche Siegerinnen auf Platz 1.

Endergebnis des ESC 1969 in Madrid, Finale am 29. März 1969 – Quellen: en- und de-Wikipedia, abgeglichen; Stand 14. Oktober 2026
PlatzLandInterpretSongPunkte
1SpanienSalomé„Vivo cantando“18
1Vereinigtes KönigreichLulu„Boom Bang-a-Bang“18
1NiederlandeLenny Kuhr„De troubadour“18
1FrankreichFrida Boccara„Un jour, un enfant“18
5SchweizPaola„Bonjour, Bonjour“13
6MonacoJean-Jacques„Maman, Maman“11
7IrlandMuriel Day„The Wages of Love“10
7BelgienLouis Neefs„Jennifer Jennings“10
9SchwedenTommy Körberg„Judy, min vän“8
9DeutschlandSiw Malmkvist„Primaballerina“8
11LuxemburgRomuald„Catherine“7
12FinnlandJarkko and Laura„Kuin silloin ennen“6
13JugoslawienIvan„Pozdrav svijetu“5
13ItalienIva Zanicchi„Due grosse lacrime bianche“5
15PortugalSimone de Oliveira„Desfolhada portuguesa“4
16NorwegenKirsti Sparboe„Oj, oj, oj, så glad jeg skal bli“1

So lief der ESC 1969

Nach Massiels Sieg holte Spanien den Grand Prix ins Teatro Real nach Madrid, moderiert von Laurita Valenzuela. Das Plakat zur Show gestaltete Salvador Dalí. Österreich fehlte, offiziell mangels geeigneter Künstler. Gerüchten zufolge war es ein Protest gegen das Franco-Regime.

Gewertet wurde wie in den Vorjahren mit zehn Juroren pro Land und je einer Stimme. Am Ende lagen vier Lieder gleichauf. Weil das Reglement für diesen Fall keinen Sieger vorsah, wurden alle vier zu Gewinnerinnen erklärt. Spanien war damit das erste Land, das zweimal hintereinander gewann.

Das Ergebnis hatte Folgen. Zum ESC 1970 blieben Finnland, Norwegen, Portugal und Schweden aus Protest weg, und es gab erstmals eine Regel für den Fall eines Gleichstands.

Die Siegersongs des ESC 1969

Vier Siegerinnen, vier Sprachen: „Vivo cantando“ schrieben Aniano Alcalde und María José de Cerato, „Boom Bang-a-Bang“ stammt von Alan Moorhouse und Peter Warne. Lenny Kuhr schrieb „De troubadour“ zusammen mit David Hartsema, „Un jour, un enfant“ kommt von Eddy Marnay und Émile Stern.

Gesungen wurde auf Spanisch, Englisch, Niederländisch und Französisch.

Unsere Einschätzung: Die vier Gewinnerinnen zeigen, wie unterschiedlich ein ESC-Sieg klingen kann. Ein Muster, das bis heute gilt, steckt trotzdem drin: Jedes der vier Lieder hat ein klares Profil. Mehr dazu in unseren Erfolgsfaktoren für den ESC.

YouTube · Eurovision Song ContestSalomé – „Vivo cantando“ (ESC 1969)

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Der Siegerauftritt beim ESC 1969, offizielles Video der EBU.
YouTube · Eurovision Song ContestLulu – „Boom Bang-a-Bang“ (ESC 1969)

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Der Siegerauftritt beim ESC 1969, offizielles Video der EBU.
YouTube · Eurovision Song ContestLenny Kuhr – „De troubadour“ (ESC 1969)

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Der Siegerauftritt beim ESC 1969, offizielles Video der EBU.
YouTube · Eurovision Song ContestFrida Boccara – „Un jour, un enfant“ (ESC 1969)

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Der Siegerauftritt beim ESC 1969, offizielles Video der EBU.

Paola beim ESC 1969

Viele suchen den ESC 1969 wegen Paola. Die Sängerin, mit vollem Namen Paola del Medico, trat für die Schweiz an und sang das deutschsprachige „Bonjour, Bonjour“. Mit 13 Punkten wurde sie Fünfte, direkt hinter den vier Siegerinnen.

Lenny Kuhr singt mit Gitarre auf der ESC-Bühne 1969 in Madrid, links ihr Gitarrist Piet Souer
Lenny Kuhr mit Gitarrist Piet Souer bei der Probe im Teatro Real, ESC 1969 in MadridFoto: Anefo, CC0, via Wikimedia Commons

Deutschland beim ESC 1969

Für Deutschland sang Siw Malmkvist „Primaballerina“. Sie war 1960 noch für Schweden angetreten, und ausgerechnet mit Schweden teilte sie sich 1969 mit 8 Punkten Platz 9. Alle deutschen Ergebnisse findest du in der Übersicht der ESC-Platzierungen Deutschlands.

Vorher und nachher

Davor: Massiel gewinnt mit „La La La“ beim ESC 1968 in London. Danach: Das Los entscheidet über den Gastgeber, beim ESC 1970 in Amsterdam gewinnt Dana für Irland. Alle Siegerinnen und Sieger seit 1956 stehen in unserer ESC-Gewinnerliste.

Häufige Fragen

Wer hat den ESC 1969 gewonnen?
Vier Länder gemeinsam, alle mit 18 Punkten: Spanien (Salomé, „Vivo cantando“), das Vereinigte Königreich (Lulu, „Boom Bang-a-Bang“), die Niederlande (Lenny Kuhr, „De troubadour“) und Frankreich (Frida Boccara, „Un jour, un enfant“).
Welchen Platz belegte Paola beim ESC 1969?
Platz 5. Paola trat für die Schweiz mit dem deutschsprachigen „Bonjour, Bonjour“ an und holte 13 Punkte.
Welchen Platz belegte Deutschland beim ESC 1969?
Den geteilten Platz 9 mit 8 Punkten. Siw Malmkvist sang „Primaballerina“.

Quellen

  1. en.wikipedia.org/wiki/Eurovision_Song_Contest_1969
  2. de.wikipedia.org/wiki/Eurovision_Song_Contest_1969
  3. en.wikipedia.org/wiki/Eurovision_Song_Contest_1970
  4. de.wikipedia.org/wiki/Eurovision_Song_Contest_1970
  5. en.wikipedia.org/wiki/List_of_Eurovision_Song_Contest_winners

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