ESC 1956 in Lugano: Lys Assia gewinnt den ersten Eurovision Song Contest

ESC 1956 in Lugano: Lys Assia gewinnt für die Schweiz mit „Refrain“ den ersten Eurovision Song Contest. Alle 14 Beiträge, Ablauf, Deutschland.

Aktualisiert am 3 Min. Lesezeit

Lys Assia auf der Bühne des Eurovision Song Contest 1958 in Hilversum, davor das Orchester
Foto: Harry Pot for Anefo, CC0, via Wikimedia Commons

Den ESC 1956, den allerersten Eurovision Song Contest, gewann die Schweiz: Lys Assia siegte am 24. Mai 1956 in Lugano mit „Refrain“. Eine offizielle Punktzahl gibt es nicht, denn verkündet wurde nur die Siegerin. Sieben Länder traten mit je zwei Liedern an, Deutschland schickte Walter Andreas Schwarz und Freddy Quinn.

ESC 1956 auf einen Blick

  • Sieger: Lys Assia (Schweiz)
  • Song: „Refrain“, Musik Géo Voumard, Text Émile Gardaz
  • Punkte: nie veröffentlicht, bekanntgegeben wurde nur der Sieg
  • Austragungsort: Teatro Kursaal, Lugano, Schweiz
  • Datum: 24. Mai 1956
  • Moderation: Lohengrin Filipello
  • Teilnehmer: 7 Länder mit je zwei Liedern, 14 Beiträge
  • Deutschland: zwei Beiträge ohne Platzierung, Walter Andreas Schwarz („Im Wartesaal zum großen Glück“) und Freddy Quinn („So geht das jede Nacht“), mehr auf Deutschland beim ESC 1956

Alle Beiträge des ESC 1956

Eine komplette Rangliste des ESC 1956 gibt es nicht. Die Tabelle zeigt deshalb alle 14 Lieder in der Reihenfolge, in der sie gesungen wurden, und markiert die Siegerin.

ESC 1956 in Lugano: alle 14 Beiträge in Startreihenfolge, nur der Sieger wurde bekanntgegeben – Quellen: en- und de-Wikipedia, abgeglichen; Stand 14. Oktober 2026
PlatzStartnr.LandInterpretSong
–1NiederlandeJetty Paerl„De vogels van Holland“
–2SchweizLys Assia„Das alte Karussell“
–3BelgienFud Leclerc„Messieurs les noyés de la Seine“
–4DeutschlandWalter Andreas Schwarz„Im Wartesaal zum großen Glück“
–5FrankreichMathé Altéry„Le Temps perdu“
–6LuxemburgMichèle Arnaud„Ne crois pas“
–7ItalienFranca Raimondi„Aprite le finestre“
–8NiederlandeCorry Brokken„Voorgoed voorbij“
1 (Sieger)9SchweizLys Assia„Refrain“
–10BelgienMony Marc„Le Plus Beau Jour de ma vie“
–11DeutschlandFreddy Quinn„So geht das jede Nacht“
–12FrankreichDany Dauberson„Il est là“
–13LuxemburgMichèle Arnaud„Les Amants de minuit“
–14ItalienTonina Torrielli„Amami se vuoi“

So lief der ESC 1956

Der erste Eurovision Song Contest lief noch unter dem italienischen Titel „Gran Premio Eurovisione della Canzone Europea“. Gespielt wurde im Teatro Kursaal in Lugano. Durch den Abend führte Lohengrin Filipello. Er ist bis heute der einzige Mann, der den ESC allein moderiert hat.

Dabei waren Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg, die Niederlande und die Schweiz. Dänemark und Österreich hatten die Anmeldefrist verpasst, das Vereinigte Königreich war ebenfalls nicht dabei. Es ist der einzige ESC, bei dem jedes Land zwei Lieder schicken durfte.

Auch die Wertung war einmalig. Jedes Land schickte zwei Juroren, die hinter verschlossenen Türen jedes Lied bewerteten, sogar die aus dem eigenen Land. Die Luxemburger Jury konnte nicht anreisen, an ihrer Stelle stimmten zwei Schweizer ab. Am Ende wurde nur die Siegerin bekanntgegeben, die Einzelwertungen sind nicht erhalten. Eine italienische Zeitung meldete am Tag danach 102 Punkte für die Schweiz, offiziell bestätigt wurde diese Zahl nie.

Der Siegersong: „Refrain“

„Refrain“ ist ein französischsprachiges Chanson, komponiert von Géo Voumard, getextet von Émile Gardaz. Lys Assia sang an diesem Abend sogar beide Schweizer Beiträge, neben „Refrain“ auch „Das alte Karussell“. Sie gewann damit für das Gastgeberland, und das gleich bei der ersten Ausgabe.

Unsere Einschätzung: Warum genau „Refrain“ vorne lag, lässt sich nicht mehr nachrechnen, die Zettel der Jury sind weg. Klar ist nur, dass 1956 allein eine kleine Fachjury entschied. Mit dem heutigen ESC, bei dem Show, Wiedererkennung und Publikum zählen (siehe Wie gewinnt man den ESC?), hat das wenig zu tun. Ein Chanson mit einer starken Interpretin war damals das perfekte Paket.

Lys Assia als Ehrengast beim ESC 2008 in Belgrad
Lys Assia als Ehrengast beim ESC 2008 in BelgradFoto: Daniel Aragay from Terrassa, Catalunya, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons
YouTube · Eurovision Song ContestLys Assia – „Refrain“ (ESC 1956)

Beim Laden werden Daten an YouTube übertragen. Direkt auf YouTube ansehen

Der Siegertitel von 1956, offizielle Fassung der EBU.

Deutschland beim ESC 1956

Deutschland war von Anfang an dabei, und zwar doppelt: Walter Andreas Schwarz sang „Im Wartesaal zum großen Glück“, Freddy Quinn „So geht das jede Nacht“. Eine Platzierung haben beide nicht, weil es 1956 keine Rangliste gab. Die oft erzählte Geschichte, Schwarz sei Zweiter geworden, ist nicht belegt. Mehr dazu auf unserer Seite Deutschland beim ESC 1956, alle Ergebnisse seit 1956 in der Übersicht der ESC-Platzierungen Deutschlands.

Vorher und nachher

Davor: nichts, das hier ist der Anfang. Danach ging es 1957 in Frankfurt am Main weiter, unsere nächste Jahresseite ist der ESC 1963 in London. Alle Siegerinnen und Sieger seit 1956 stehen in unserer ESC-Gewinnerliste.

Häufige Fragen

Wer hat den ESC 1956 gewonnen?
Die Schweiz mit Lys Assia und „Refrain“. Es war der allererste Eurovision Song Contest, ausgetragen am 24. Mai 1956 in Lugano. Punkte wurden nie veröffentlicht, bekanntgegeben wurde nur der Sieg.
Wer war der erste ESC-Gewinner 1956?
Lys Assia aus der Schweiz. Sie sang an dem Abend sogar beide Schweizer Lieder, gewonnen hat sie mit „Refrain“ von Géo Voumard und Émile Gardaz.
Welchen Platz belegte Deutschland beim ESC 1956?
Keinen offiziellen. Deutschland trat mit zwei Liedern an, Walter Andreas Schwarz und Freddy Quinn. Eine Rangliste gab es 1956 nicht, nur die Siegerin wurde verkündet.

Quellen

  1. en.wikipedia.org/wiki/Eurovision_Song_Contest_1956
  2. de.wikipedia.org/wiki/Eurovision_Song_Contest_1956
  3. en.wikipedia.org/wiki/List_of_Eurovision_Song_Contest_winners
  4. en.wikipedia.org/wiki/Germany_in_the_Eurovision_Song_Contest_1956

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